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Alt 31.12.2017, 05:19   #1
Chulalongkorn
 
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Standard Was ist in Fischflockenfutter

Hallo,
leider bin ich kein Fischhalter, muss aber beruflich in diesem Zusammenhang etwas wissen. Da ich leider nichts brauchbares bei Google fand, wende ich mich jetzt mal an die Spezialisten:

Was genau ist in Fischflockenfutter enthalten?

Ich bin in beratender Tätigkeit und muss neben vielen anderen Frage, die mein Spezialgebiet betreffen, leider auch diese Frage beantworten und weiss mir im Moment nicht anders zu helfen.

Es geht um den Anbau von für die Garnelenzucht relevanten Feldfrüchten.

Vielen herzlichen Dank schon mal im Vorraus!

Cheers, Heinz
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Alt 31.12.2017, 10:13   #2
Algerich
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Standard

Hallo Heinz,

das klingt nach einem spannenden Projekt, auch wenn ich fürchte, dass der gewerbsmäßige Anbau von Garnelenfutter eher weniger auf die aquaristisch gepflegten Tiere abstellt, sondern für irgendwelche Farmen konzipiert wird, die Garnelen zum menschlichen Verzehr entwickeln. Wenn Du magst, sind hier sicherlich viele Mitleser, die sich für eine nähere Vorstellung des Projekts interessieren würden.

Aber zu Deiner Frage. Ich nehme einfach einmal eine Dose des Standard-Flockenfutters von JBL (NovoBel) und lese unter Zusammensetzung: Fisch- und Fischnebenerzeugnisse, Getreide, Weich- und Krebstiere, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Gemüse, pflanzliche Eiweißextrakte, Hefen, Eier und Eierzeugnisse, Algen.

Hilft Dir das irgendwie weiter?

Der auf Garnelen spezialisierte Aquarianer würde allerdings kaum Fischflocken verwenden. Die Industrie hält für den Liebhaber eine Reihe von angeblich genau auf die Bedürfnisse von Garnelen ausgerichtete Produkte vor. "Einfache" Garnelen müssen eigentlich in einem gut eingerichteten Aquarium überhaupt nicht gefüttert werden, weil sie Moosteppiche, Pflanzen und Herbstlaub gern abweiden und durch die darauf siedelnden Mikroorganismen eine reht gesunde Nahrung erhalten.

Daneben gibt es zahllose Vorschläge für den Speisezettel von Garnelen, die weitgehend auf überbrühtem Gemüse basieren.

Wenn Du Deine Frage also noch etwas konkretisieren magst, können wir gern weiter ausholen.

Beste Grüße!

Algerich


P. S. Wir beantworten Fragen um die Aquaristik natürlich auch dann gern, wenn der Fragesteller selbst keine Fische halten möchte, wie Du in Deinem ersten Satz schreibst. Aber vielleicht magst Du Dich in den Beckenvorstellungen und Haltungsberichten ein wenig umsehen: Für uns, die wir von der Aquaristik angetan sind, ist es immer schwer vorstellbar, dass dieses schöne Hobby jemanden überhaupt nicht berühren sollte. Auch in diesem Sinne als "Herzlich Willkommen im Forum".
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Alt 31.12.2017, 14:58   #3
Chulalongkorn
 
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Standard Fischflockenfutter

Hallo Algerich,
ganz herzlichen Dank für die ausführliche und schnelle Antwort. In der Tat geht es um Speisegarnelen. Genauer: um neue Nutzungsmöglichkeiten aufgelassener Farmen in der so genannten 3. Welt. Da weder Wasser noch günstige klimatische Verhältnisse zur Verfügung stehen, war die Idee, Chlorella und Spirulina in Tanks anzubauen und in Garnelenfutter zu verwenden. Die Garnelen (Litopenaeus vannamei und Penaeus monodon) werden bislang zugefüttert, und zwar mit Schlachtereiabfällen. Das hat bereits zu Umweltproblemen geführt einschliesslich der Vernichtung der gesamten Garnelenernte. Die Verwendung von "prawn food" aus der Fabrik ist zu teuer und man weiss auch da nicht genau was drin ist. Es stinkt jedenfalls. Versuche haben gezeigt, dass verschiedene importierte Produkte sehr gut sind, vor allem lösen Sie sich nicht im Wasser auf und verdrecken alles.

In einem gefundenen Gutachten zu einem ähnlichen Problem in einem anderen Teil der Welt wird darauf hingewiesen und dringend empfohlen, neben Spirulina und Chlorella Fischflockenfutter zuzufüttern.

Tja, und da sind wir jetzt.

Die Inhaltsstoffe, die Du da zitierst, enthalten aber auch sehr viel tierisches Protein. Genau davon wollen wir nach Möglichkeit wegkommen. Im besagten Gutachten war die Rede von "pflanzlich". Ausserdem wird dringend auf die sorgfältige Auswahl der Bindemittel für die Herstellung der Pellets hingewiesen. Die verursachten auch gerne böse Überraschungen.

Wer weiss Näheres?

Nochmal herzlichen Dank und guten Rutsch,

Heinz
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Alt 03.01.2018, 12:05   #4
Sonnentänzerin
 
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Standard

Hallo Heinz

Wissen tu ich hier natürlich gar nichts, deshalb nur ein paar Gedanken.

Ich habe neulich eine Sendung gesehen. Es gab ebenfalls wenig Frischwasser, wenig Geld, es sollte aus dem, was da war, so viel wie möglich erreicht werden.

Es ging hier um Süßwasserfische, die im selben KREISLAUF mit Anpflanzungen von Gemüse und co zusammen lebten.

Die Fische wurden mit Abfällen von der Bepflanzung gefüttert.
Die Bepflanzung wiederum zog für ihr Wachstum Nitrat aus dem Wasser.
Ein Endprodukt der Fischverdauung.

Ich meine, das Ganze war auch noch "BIO".

Entweder man braucht so eine Idee für ärmere Länder, dann ist dieser
KREISLAUF
irgendwie eine tolle Sache,
oder für die reichen Länder, und hier liegt der Trend ja immer mehr bei BIO.
(dahinter kommen dann solche netten Gedanken, die Tiere sollten es auch gleichzeitig ganz ordentlich haben)

.

Eure Garnelen leben ja in Salzwasser.
Scheidet also der Kreislauf mit den Pflanzen aus.

Sie wurden versuchsweise mit Schlachtabfällen gefüttert.
Was natürlich eine gute Sache wäre, denn den Menschen in dieser Umgebung auch noch ihre letzten essbaren Sachen wegzunehmen, um sie für eine Speisegarnelenproduktion zu verwenden, wäre nicht Sinn der Sache.

Aus Diskusaquarien kennt man es, wenn manche noch immer große Mengen an Säugetierfleisch ins Wasser geben, dass es zu einer starken Wasserverschmutzung kommt, denen die Halter mit großen Frischwasserwechseln begegnen müssen.

Eine moderne Filterung für die Garnelenzucht würde wohl wiederum zu viel Geld verschlingen.

Kreisläufe.

Inzwischen stößt es manchmal überhaupt schon leicht bitter auf, dass für Aquakulturen die Meere leergefischt werden.
Also Fisch mit Fisch gefüttert wird.

Auch für Aquarienfische gibt es wohl schon Gedanken, das Mehl von Krebstieren zu verwenden statt Frischfisch.
Fischmehl dürfte andererseits Schlachtabfall sein.
(Köpfe, Gräten, und sicher auch der Beifang)

KREBSE verwerten so einiges.

In der Schweiz läuft wohl sei Kurzem so ein Projekt mit den Larven von Soldatenfliegen.

Diese könnten vermutlich auch mit den SCHLACHTABFÄLLEN gefüttert werden.
Also eine Stufe dazwischengebaut.

Nicht die Schlachtabfälle an die Garnelen, was zu hohem Wasserverbrauch führt, sondern die Schlachtabfälle als Futter für Soldatenfliegenlarven.

Aus denen entsteht dann hochwertiges Eiweiß.
Sie sollen wohl irgendwann auch eine Art Mehl geben.
Bestimmt ist das dann für mehrere weitere Ideen geeignet.

Wenn es die Freigabe in der EU erhält.

.

Vielleicht kann man das aber schon bestellen?

.

Was man wohl auch oft verwendet, sind "billige" Rohstoffe wir
Weizen und Soja

(übrigens auch in Fischfutter, in Katzenfutter)

Damit kann man fein den Proteingehalt anheben, und muss nicht so viel frisches Fleisch verwenden.

Weizen nimmt man ja gerade gerne, um überhaupt Pellets und Flocken herstellen zu können. (Klebereiweiß) Ich wüsste nicht, was für ein zusätzliches Bindemittel in Fischflockenfutter sonst noch drinnen sein dürfte, ich vermute gar keins.
Von daher lässt sich vermutlich mit geringem Aufwand daraus ein Granulat herstellen, mit dem die Speisegarnelen gefüttert werden könnten.

Das wäre dann die pflanzliche Idee einer Fütterung.
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Garnelen mit nur einer Proteinquelle auskommen, oder ob sie doch sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung benötigen.

Gruß Sonne
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Alt 03.01.2018, 19:06   #5
dumdi65
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Hallo.

Hast Du schon einmal darüber nachgedacht vielleicht mit einem Hersteller direkt in Kontakt zu treten( JBL,Tetra,Sera z.B.)? Vielleicht verraten sie doch etwas von ihrer geheimen Mixtur.

Gruß Balu
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Alt 04.01.2018, 00:38   #6
NebelGeîst
 
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Hi,

mit marinen Krebstieren kenne ich mich kaum aus. Ich kann also nicht sagen, wie typische Futter für Süßwassergarnelen bei den genannten Arten ankommen.

Allerdings hat kurzes Googlen schon gezeigt, dass es eher nicht so klug wäre, von tierischen Proteinen los zu kommen, denn beide Arten inkludieren in der Natur tierisches Futter in ihren Speiseplan, P. monodon soll sich dabei sogar fast ausschließlich carnivor ernähren. Zumindest als Adulti. (Wikipedia)

Da entsprechende Mengen benötigt werden, wäre es vielleicht nicht mal das doofste, einfach einen Futtermittelhersteller zu beauftragen, Futter nach euren Bedürfnissen herzustellen. Ohne mich näher eingelesen zu haben, würde ich ich mal sagen, 50 bis 60% tierische Bestandteile sollten es schon sein.
Statt Fischmehl, das mitunter belastet sein kann (Antibiotika, Schwermetalle, ...) und teils einfach aus Fischereiabfällen besteht, könnten auch andere Tiermehle verwendet werden, Garnelen-, Artemia-, Grashüpfer-, Regenwurm oder/und Fliegenmehl z.B., je qualitativer die Rohstoffauswahl, desto geringer sollte auch die Umweltbelastung sein. Schlachtereiabfälle, womöglich von Warmblütern, sind da wirklich die schlechteste Wahl gewesen.
Zu den sonstigen Bestandeilen wird Weizenmehl oder Weizenkleber gehören, je nach dem, was von beidem benutzt wird und wie hoch der tierische Anteil ist, bleibt dann noch ein Rest von 15 bis 40%, auf den sonstige pflanzliche (und bakterielle) Bestandteile entfallen. Hier würde ich neben Spirulina und Chlorella auch Ascophyllum nodosum ins Rennen schicken, da gut verfügbar und nicht so teuer wie die beiden anderen.
Es macht zudem Sinn, gerade bei Aquakultur, Beta-1,3/1,6-Glucan als Immun-Booster ein zu arbeiten, um ein geringeres Risiko zu haben, bei Krankheiten die komplette Kultur zu verlieren.

Was das kosten würde hängt davon ab, wen man beauftragt, wie guten Zugang die Firma zu den entsprechenden Rohstoffen hat, wie hochwertig man das Futter konzipieren möchte. Je mehr Komponenten, desto teurer wird es wohl, allerdings sollte man auch nicht mit zu wenigen Rohstoffen planen.

Viele der billigen Futterflocken sind reichlich suboptimal. Oft machen Weizenmehl, Weizenkleber und Maismehl in Summe 60% und mehr aus, werden aber dennoch als hochwertiges Spezialfutter deklariert. Man muss sich also durchaus durch die angegebenen Inhaltstoffe quälen und vergleichen. Ich würde da vielleicht nach Artemia-Flocken schauen mit einem Gehalt von mindestens 25% Artemien (wenn weitere tierische Inhaltstoffe drin sind, ansonsten entsprechend mehr).
Oder eben ein entsprechendes Granulat.
Am besten auch mit Beta-Glucan.

Da es sich scheinbar eher um ein soziales bzw. Aufbauprojekt in der dritten Welt handelt, scheint das vielleicht weniger relevant, aber ich würde beim Thema Futtermittel und Lebensmittelgewinnung auch die rechtlichen Vorgaben im jeweiligen Land anschauen. Man geht ja leicht davon aus, dass man in solchen Ländern vermutlich eh alles hernehmen und machen kann, aber manchmal ist man dann überrascht, was es da doch für Vorgaben gibt. Lieber mal sicherheitshalber abchecken, als dann über Fallstricke zu stolpern.

Das ist auch der einzige Grund, weswegen ich antworte, wäre klar ersichtlich, dass es sich um ein rein Kommerzielles Unterfangen handelte, würde ich hier nichts schreiben, wie wenig hilfreich meine Antwort auch sein mag.

Edit:
Hab den Thread nur überflogen, falls etwas in meinem Post also gar nicht passt, lag es alleine an meiner mangelnden Sorgfalt.

Danke: (1)

Geändert von NebelGeîst (04.01.2018 um 00:43 Uhr)
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Stichworte
fischflockenfutter, fischfutter, futter für garnelen, trockenfutter

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