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Alt 14.06.2016, 16:31   #1
Verena
 
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Standard Welcher Fisch darf es denn sein?

Hi,

Du möchtest Dir ein Aquarium anschaffen, oder hast es schon?

Ich gehe davon aus, daß Du weißt, was NITRIT ist?
Wenn nein, belese Dich bitte dazu, denn es ist wirklich sehr wichtig.
Hier im Forum finden sich sehr tolle Beiträge dazu, bei weiteren Fragen helfen wir natürlich.

In diesem Artikel möchte ich nur mal aufgreifen, welche Gedanken man sich machen sollte, bei der Auswahl seiner Fische.

Und wer sie schon hat:
Es schadet nicht, sich alle diese Fragen auch dann mal zu stellen, um zu überprüfen, ob der Besatz auch wirklich passend ist. Click the image to open in full size.



Um Fische gut zu pflegen, muß man versuchen ihre Lebensweise und ihre Ansprüche zu verstehen/ einzuschätzen.
Natürlich ist das am Anfang schwer.

Erfahrene Aquarianer gehen sogar so weit und informieren sich über das natürliche Biotop der Arten und welche Bedingungen dort vorliegen.
Soweit mußt Du aber nicht gehen.

Du hast schon mal einen großen Schritt gemacht, wenn du Dein Aquarium nicht als bunte Glitzerkiste ansiehst, es passend zur Tapete einrichtest und Deine Fische nicht nach Farben ausuchst.
Denn es soll ein Lebensraum für Tiere werden....
Bunte Deko kann auch hinter Glas.... aber in eine Vitrine, da kann man sich dann wild austoben.


Vor dem Fischkauf solltest Du Dich folgendes fragen:

- wie groß wird die Art?
- wieviel Platz sollte der Fisch haben?
(Mindestangaben beziehen sich meisten nur auf die Haltung dieser einen Fischart, kommen weitere dazu, braucht man mehr Platz!)
- lebt er als Paar(2) , in der Gruppe ( ab 6) oder als "Schwarm" ( ab 10)?
( Ich persönlich Staffel das als Minimum eher: 2, 10, 20 nur als Anmerkung)
- ist er revierbildend, sprich, will er einen bestimmten Bereich nur für sich?
- würde er sich friedlich den Platz mit anderen teilen?
- WO hält er sich meistens auf? Oben, unten, mitte? Oder ist er tatsächlich überall unterwegs?
- Nacht oder tagaktiv?
- kommen sich nun bei mehreren Fischarten manche in die Quere?
(Beispiel: Wels ist Nachts am Boden unterwegs, wo z.B Panzerwelse und Zwergbuntbarsche schlafen)
- Frisst/jagt er andere Fische?
- vermehrt sich dieser Fisch stark?

- welche Temperatur benötigt er?
- wie hart darf/ soll das Wasser sein?
- wie hoch/niedrig sollte der Ph liegen?
- braucht das Tier besondere Wasserwerte?
(Und kannst/willst Du sie überhaupt "panschen"?)

- Was frisst der Fisch?
Nur Trockenfutter ist nicht das Gelbe vom Ei, man sollte auch Frostfutter geben, wenn man kann Lebendfutter und bei Fischen die es benötigen sogar Gemüse etc. Abwechslung ist hier wichtig!
- wie oft braucht das Tier Futter?
- kommt es bei dem restlichen Besatz gut ans Futter (langsamer Fresser) oder frisst er allen anderen das Futter vor der Nase weg?
- kann er auch während deines Urlaubs eine Hungerzeit/ reduzierte Fütterung vertragen?

Wie muß die Einrichtung aussehen?
- überall dicht bepflanzt?
- nur am Rand dicht bepflanzt?
- bis an die Wasseroberfläche oder darf es oben "frei" sein?
- großblättrige Pflanzen oder eher ganz feines Kraut? Oder darf beides rein?
- muß Holz, also Wurzeln, mit rein (z.B. als Futter für Welse?) ?
- dürfen Steine rein, wenn ja dürfen sie das Wasser aufhärten?
- mehr offene Bodenbereiche ( z.B. für Panzerwelse) oder eher dicht strukturiert, also "vollgestellt" ( z.B. Zwergbuntbarsche)
- braucht das Tier Höhlen? Unterstände? Oder einfach nur flache Steine/Wurzeln?
- wie sollte der Boden beschaffen sein? Reicht Kies oder muß Sand her?



Das sind die ersten Fragen, die ich für mich abkläre und dann mache ich mir Gedanken über die genauere Bepflanzung.
Auch hier sollte man genau wissen, welche Pflanze man kauft.
- wie groß sie wird
- wie ihre Blätter später im Aquarium aussehen (meist anders als beim Kauf! Stichwort: emerse Zucht)
- wie viel Licht benötigt sie?
- braucht sie zwingend C02 ?
- braucht sie Flüssigdünger, bzw. Dünger an den Wurzeln?
- ist sie zartblättrig, sprich habe ich ruppige Fische, die sie zerreissen?
- könnten ( eventuell vorhandene) Welse an die großen Blätter rangehen?
- ist es eher eine Schwimmpflanze, bzw. kann ich sie dafür nutzen?
- welche Temperaturen sind nötig?

Nur mal als Beispiel.

Das sind alles Fragen, die Du VOR dem Kauf von Fischen, (bzw. Pflanzen) abklären solltest.
Für jede einzelne Fischart.
Immer in Abklärung, ob dadurch eine andere Tierart im Aquarium gestresst, bzw. sogar bedroht wird.

Hilfe kann man sich bei anderen Aquarianern, zum Beispiel hier im Forum holen.
Auskünfte beim Händler sollte man IMMER erst überprüfen, bis man selber so erfahren ist, um abschätzen zu können, ob man tatsächlich gut beraten wird.
Oder nur ein Verkauf stattfindet : "klar passt das...."
Ich betone mal ganz deutlich:
Ein Händler ist nicht dazu da, um Dir die Aquaristik zu erklären/ eine Fischdatenbank zu ersetzen.
Er ist da, um zu verkaufen.
Das ist nun mal sein Job.


Also, am besten Fischnamen notieren, ab nach Hause und ...richtig:
informieren.

Erst dann, wenn alles für die positive Pflege der Tiere spricht, kannst Du sie kaufen.

Denn die Fische können nichts an ihrem Zuhause ändern, sie sind hilflos auf Dich angewiesen.
Du bist also derjenige, der entscheidet wie sie ihr Leben verbringen.

Dann mal ran ans lernen, fragen, lesen, googeln und überprüfen.

Richtig, viel Text, man muß Zeit investieren.
Aber Aquaristik bedeutet auch viel zu berücksichtigen.
Das macht man später automatisch, je mehr Wissen man sich aneignet und das ist es eigentlich auch, was Spaß macht.

Etwas über die jeweiligen Tiere zu lernen.

Isch habe fertisch.

Verena ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 14.06.2016, 16:50   #2
GuppyFadenfisch
 
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Moin
Toller und aus seht wichtiger Treahd, denn man sieht hoft oft genug das Leute hier Schreiben Hilfe bei mein Besatzt!
Lg
GuppyFadenfisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2016, 16:54   #3
Thommy_Fisch
 
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Hey,

Zitat:
Um Fische gut zu pflegen, muß man versuchen ihre Lebensweise und ihre Ansprüche zu verstehen/ einzuschätzen.
Natürlich ist das am Anfang schwer.
Ein richtiger und wichtiger Satz in einem tollen Beitrag. Wichtig ist aber auch, dass Tiere nicht vermenschlicht werden. Man muss eben die Lebensweise und Ansprüche der Tiere verstehen. Und ja, es gibt Tiere, die gehören in Einzelhaltung, weil sie auch in freier Wildbahn so leben - oder aus anderen Gründen. Und eben diese Tiere fühlen sich dann auch nicht alleine, sind unglücklich o.ä. Das sind menschliche Empfindungen.
Ja, bevor jetzt wieder die Moralkeule kommt: Auch andere Lebenwesen haben Empfindungen. Aber eben keine menschlichen bzw. aus Menschensicht/-verständnis hineininterpretierte Empfindungen.

Grüße

Thomas

Danke: (1)
Thommy_Fisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2016, 17:03   #4
Verena
 
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Hallo Thomas,


richtig, man sollte nicht vermenschlichen.
Aber letztendlich darf man Tieren dadurch nicht auch gleich alle Zugeständnisse absprechen.

Nicht selten haben auch Tiere Verhaltenszüge an sich, die sie nur in Gefangenschaft ausleben (können) und oftmals wird auch das große Ganze in der Natur falsch eingeschätzt.
Ich kenne einige Tierarten, die früher als absolute Einzelgänger galten...nur weil man sie falsch hielt.
Heute versucht man diese eingebrannte Fehlinformation auszubügeln...was sehr schwer ist.

1:1 kann und sollte man nicht denken.

Gerade das Thema Einzelgänger wird oft m.A.n. falsch bewertet und leider auch falsch interpretiert und pauschalisiert.
Hier löst mancher Fischname oder das Wort "Einzelgänger" sofort eine starre eingebrannte Haltung aus, die eine felxible Betrachtungsweise in vielen Diskussionen leider nicht mehr ermöglicht.

Aber Du hast Recht...ein anderes Thema, wenn auch ein interessantes.

Danke: (1)
Verena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2016, 17:09   #5
Thommy_Fisch
 
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Zitat:
Aber letztendlich darf man Tieren dadurch nicht auch gleich alle Zugeständnisse absprechen.
Hey,

ist nicht auch das schon wieder zu "menschlich" gedacht?

Zitat:
Gerade das Thema Einzelgänger wird oft m.A.n. falsch bewertet und leider auch falsch interpretiert und pauschalisiert.
Kannst du das an konkreten Beispielen belegen bzw. erläutern? - Würde mich wirklich interessieren, v.a. weil du hier wieder von "interpretiert" schreibst, also von einer Deutung durch den Menschen, die wohl weit über die reine Beobachtung und das Erklären von Zusammenhängen hinausgeht.

Grüße

Thomas
Thommy_Fisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2016, 17:45   #6
Schneckinger
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Hi Thomas,

auch wenn Du Verena ansprichst ;-)

Ein klassisches Beispiel für falsche Einzelgängerinterpretation ist beispielsweise der
Feuerschwanz (Epalzerhynchos bicolor)
und seine näheren Verwandten aus der Gattung Epalzeorhynchos. (War das schön als die noch einfach Labeo hießen!)

Diese galten jahrzehntelang als aggressive und schwer zu vergesellschaftende Einzelgänger. Mittlerweile (schon seit einiger Zeit) weiß man, dass sie sehr soziale Gruppentiere sind (wie übrigens die meisten Schmerlen), die sich in ausreichend großen Becken problemlos in Gruppen von 5-15 Tieren halten lassen. Und derart in Gruppen mit ausreichend Platz gehalten lassen sie auch andere Fischarten weitestgehend in Ruhe.

Die Vorstellung des Feuerschwanzes als aggressiver, einzelgängerischer Rambo ist aber leider immer noch in vielen Köpfen (inkl. Verkaufspersonal), Internetseiten und Büchern eingebrannt.

Tschüß,
Schneckinger

Schneckinger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2016, 18:01   #7
Thommy_Fisch
 
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Wieder 'was gelernt. Danke...
Thommy_Fisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2016, 18:25   #8
Verena
 
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Hallo Thomas

Zitat:
ist nicht auch das schon wieder zu "menschlich" gedacht?
Nun ja, letztendlich SIND wir Menschen und unterliegen daher auch menschlichen Regungen, Gedankengängen und natürlich auch "Interpretationen".

Ich kann mich niemals davon frei sprechen, manche Dinge nicht als Mensch zu betrachten ( geht das überhaupt? ), versuche jedoch so weit wie möglich zu vermeiden Tieren menschliche Züge überzustülpen.

Leider bin ich noch nicht an Spock herangereicht. ^^

Mal mit etwas ernst:
Verhalten zu analysieren ist schwer und muß gelernt sein.
Manche lernen es schon unbewusst von klein auf an, andere müssen sich gewisse Regeln erst beibringen.
Trotz alledem bleibt immer ein mehr oder weniger großer Rest an "menschlichen Gedankengut", mitunter auch das so oft verpönte "Bauchgefühl" , was in die Anlalyse einfliesst.

Ein Tier kann unter 2 völlig verschiedenen Umwelten auch total gegensätzliche Verhaltensmuster aufweisen.
Hier macht es dann die Summe der Beobachtungen und natürlich auch die Qualität der Ergebnisse.

Fehlendes Wissen kann daher ein anscheinend gleich aussehendes Verhalten völlig unterschiedlich beurteilen.
Was viele verstehen als Beispiel:
ein wedelnder Hund kann sich freuen...oder auch Beschwichtigen weil er eine scheiß Angst an.

Für einen Laien ( und leider viele Hundehalter) ist der Unterschied oft nicht erkennbar.

Bei Fischen ist die Körpersprache mitunter noch verdeckter, also ist auch hier ein großer Raum für Beurteilungsfehler vorhanden.

Ich bin kein Biologe, ich maße mir nicht an zu sagen, ich kann das super und ich bin der Checker.
Ich bin aber aufmerksam und hinterfrage, was mir schon bei etlichen Fischarten sehr geholfen hat.

Schneckinger hat den Feuerschwanz eingebracht... ich könnte den Elefantenrüsselfisch anhängen.
Völlig verkannt und aufgrund solcher falschen Beobachtungen in den meisten Fällen zur Einzelhaltung verurteilt.


Es gibt viele solcher Beispiele, die ich im Laufe meiner Aquaristik erfahren habe.
Und natürlich stelle ich auch meine Beobachtungen immer wieder in Frage, checke sie auf neue Erkenntnisse, versuche sie zu aktualisieren, tausche mich mit anderen aus und lasse deren Beobachtungen/Erfahrungen ( wenn sie sich mir schlüssig / vertrauenswürdig darlegen) mit einfliessen.

Sprich, ich lege eine Summe von Beobachtungen aus ( interpretiere) und ziehe daraus einen Schluß.
Bei den meisten betone ich, daß dies lediglich meine Erfahrungen sind, also nicht allgemeingültig.
Bei vielen bin ich mir aber so sicher, daß ich auch eine ganz klare Stellung beziehe.

Und zum Interpretieren:
Für mich bedeutet dies in diesem Kontext eine persönliche Auslegung von etwas Beobachtetem. Inklusive Bauchgefühl.

Also keine wissenschaftliche Verhaltensanalyse.
Somit interpretieren wir wohl alle hier. ^^

Ich kenne jedenfalls nur sehr wenige Menschen, denen ich eine wissenschaftliche Analyse zutraue.


Sollte ich wirr schreiben...sorry, bin z.Z. krank, ich gebe aber mein Bestes. *ggg*
Verena ist offline   Mit Zitat antworten
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