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Alt 15.12.2017, 23:01   #1
Hans T
 
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Standard Martens Süßwassernadel - Doryichthys martensii

Hallo zusammen,

wie manche wissen, versuche ich seit geraumer Zeit verschiedene Nadelarten zu bekommen. Nachdem ich jetzt seit Juli 2016 Microphis deocata halte und auch erfolgreich züchte, habe ich mich wieder etwas umgesehen und gestern auch mit meinem Lieblingszoohändler telefoniert. Es stellte sich heraus, ich hätte mal früher fragen sollen, beim vorletzten Mal hatte sein Großhändler fünf oder sechs verschiedene Nadelarten da. Da er vorgestern wieder beim Händler war, hatte er eine Nadelart mitgebracht, mit der er schon gute Erfahrungen gemacht hat. Also habe ich kurz nachgeguckt, um was es sich genau handelt und sechs Stunden später hat meine Frau die auf dem Heimweg abgeholt. Eigentlich sollten es sechs Nadeln sein, als ich die Tüte zuhause rauszog, waren es aber nur fünf. Ich konnte ihn noch erreichen, obwohl er schon Ladenschluß hatte (ich habe ihn natürlich sofort angerufen, noch mit der Tüte in der Hand). Er hat dann mit dem Telefon in der Hand als erstes in den Kescher geschaut, da war die Nadel Gott sei Dank nicht, sondern in der Schütte, in der sie zwischengelagert waren. Den sechsten Fisch bekomme ich also noch

Die neuen Nadeln sitzen jetzt jedenfalls im 16 l Becken zusammen mit meinen ausgelagerten zwei Microphis, damit sie sich an den großen Nadeln orientieren können. Das ist auch sofort passiert. Das Wasser hat 1300 µs, obwohl sie vorher wenigstens einen Tag bei 450 µs, also herkömmlichem mittelharten Süsswasser saßen. Wie sie beim Großhändler gehalten wurden, war nicht in Erfahrung zu bringen. Die Tiere sind zwischen 6 und 9 cm groß, ich vermute, dass sie ca. 3-4 Monate alt sind. Ihre Maximalgröße soll 10 - 15 cm betragen.

Sie gehören genau wie die Microphis zur Familie der Syngnathidea mit 296 Arten (Gattung Doryichthys, Bedeutung des Namens: lanzenförmiger Fisch). Ihr Verbreitungsgebiet in Asien geht von Indonesien bis Thailand, die Art ist nicht als gefährdet gelistet. Dort findet man sie in Fliessgewässern wie Bächen und kleinen Flüssen, sie leben ausschließlich im Süsswasser. Sie halten sich vorwiegend in Gestrüpp und der Uferbepflanzung auf, daher sollten selbstverständlich auch Pflanzen im Aquarium sein. Von meinem Microphis-Becken weiß ich, dass dies auch in hartem Wasser möglich ist. Nicht nur Anubias gedeihen hier sehr gut, es ist gibt sehr schöne Cryptocoryne, die sich dort gut halten.

Es ist kein Problem, sie mit anderen Nadeln zu vergesellschaften, aber wenn sie sich eingelebt haben, werde ich die beiden Microphis-Männchen rausnehmen und sie im Artenbecken halten. Dies ist auch nötig, da sie Futterspezialisten sind und genau wie die Microphis nur sehr kleinteiliges Futter fressen. Ich habe im englischsprachigen Raum über Erfahrungen mit unangereicherten Artemien gelesen, die über längere Zeit ausschließlich gefüttert wurden, dabei sind die Fische irgendwann gestorben. Ich glaube also, dass schon eine gewisse Abwechslung da sein muss, wenn man nur mit Artemien arbeiten möchte, müssen sie in jedem Fall angereichert werden, da Artemien nach kurzer Zeit an Nährstoffgehalt verlieren. Bisher haben sie nur mit Selco s. presso angereicherte Artemien gefressen, davon aber sehr viel, sie sind sehr aktiv hinter dem Futter her. Mal sehen, ob das so bleibt oder sie nur Nachholbedarf haben. Ich konnte noch nicht beobachten, dass sie auch große Wasserflöhe fressen. Ich werde sie also erst einmal auch an Wasserflöhe gewöhnen und sehen, was das für einen Langzeiteffekt gibt. Zur besseren Fütterung sollten sie daher auch in einem nicht zu großen Becken gehalten werden, langfristig werde ich sie wohl nicht im 16 l Becken, sondern im 54 l Aquarium halten.

Sie sollten in einer Gruppe von mindestens 6 Tieren gehalten werden, wie alle Nadeln. Ich hoffe, dass sie nach einer Eingewöhnungsphase unter den richtigen Bedingungen (Futter, Wasserhärte, Temperatur vermutlich an die 28°) ihr typisches Balzverhalten zeigen werden. Dies ist nicht so spektakulär wie das der Microphis deocata (das ist auch unter Nadeln einzigartig), aber kurios. Nach dem, was ich gelesen habe, sollen sie dabei kopfnickend, ähnlich wie bei Pferden, nebeneinander herschwimmen. Wenn das passiert, ist es gut möglich, dass aus diesem Haltungsbericht ein Zuchtbericht wird Wie bei allen anderen Nadeln tragen die Männchen die Eier aus, die das Weibchen in ihre Brusttasche legt. Es ist bis jetzt noch nicht erkennbar, welches die Weibchen sind, da diese Nadeln nicht so bunt sind wie z.B. Microphis deocata.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich nur bei 30° hartem Wasser vermehren werden. Es ist zu vermuten, dass sie sich in mit Mineralsalz angereichertem Wasser besser entwickeln und gesünder bleiben, aber auch in reinem Leitungswasser ist es möglich, sie über längere Zeit zu halten. Da sie empfindlich gegen Verletzungen sein sollen, ist es aber in jedem Fall ratsam, das Wasser aufzuhärten, da sich dann nicht so schnell eine tödliche Infektion oder bakterieller Befall bildet.

Jetzt fehlen natürlich noch einige Bilder, hier sind sie:

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Und für alle, die noch nicht genug haben, hier noch das Video zum Text:
https://www.youtube.com/watch?v=6fipRylstVk

Das war's für heute
Liebe Grüße
Hans

Hans T ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.12.2017, 15:17   #2
Hans T
 
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Hallo zusammen,

hier das Feiertags-Update.

Zwei Tage später, länger konnte ich das nicht aushalten, war der sechste auch bei mir. Thomas hatte keine Zeit, also habe ich ihn selber abgeholt. Er hat sich schnell akklimatisiert und sofort gefressen. Weiterhin kann ich nur beobachten, dass die kleinen Wasserflöhe gern gefressen werden, ich gebe aber immer zur Gewöhnung auch größere mit hinein, die werden dann zumindest irgendwann leckeres Schneckenfutter. Die Nadeln fressen nicht permanent, sondern legen dabei auch Ruhephasen ein, in denen sie sich in die Pflanzen hängen. Ich achte darauf, dass immer genug Futtertiere vorhanden sind und lasse es gar nicht erst so weit kommen, dass nur noch wenige davon im Wasser sind und sie sich ihr Futter suchen müssen.

Die Temperatur hatte ich langsam auf 26° bis 27° gestellt, das fanden sie aber nicht so gut, also habe ich die Temperatur wieder auf 25° runtergestellt. Die Angabe von 24° bis 28°, die ich in sehr vielen Beiträgen zu Doryichthys martensii gefunden habe, ist also eine Fehlinformation, 28° ist garantiert viel zu hoch.

Schon am zweiten Tag konnte ich die ersten Ansätze von Balzverhalten feststellen. Erst dachte ich, die schwimmen nebeneinander und schnappen aber schön gleichzeitig nach dem Futter, aber dann ging es doch in sehr heftiges Kopfnicken über, und das Ganze schön im Dickicht der Pflanze. In den nächsten Tagen habe ich sie dann natürlich weiter beobachtet, dieses Verhalten zeigten sie nicht nur morgens, sondern immer wieder über den Tag verteilt. Dabei habe ich dann auf die Gelegenheit gewartet, das aufs Bild zu kriegen. Hier also einige bewegte Bilder:

https://www.youtube.com/watch?v=1v18k0eeiZ0

und natürlich noch einige Fotos
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Liebe Grüße und schöne Feiertage
Hans

Hans T ist offline   Mit Zitat antworten
Sponsor Mitteilung 25.12.2017   #2 (permalink)
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Alt 09.01.2018, 00:26   #3
Otocinclus2
 
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Hallo Hans,

jetzt trage ich sicherlich Eulen nach Athen, aber vielleicht hast du an dem kleinen Artikel aus der DATZ 06/1958 trotzdem ein wenig Spaß.

http://www.datz.de/images/stories/ga...m-Aquarium.pdf


Gruß
Otocinclus2
Otocinclus2 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.01.2018, 19:57   #4
Hans T
 
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Hallo Otocinclus,

schöner Text, den kannte ich noch gar nicht. Die meisten Aussagen kamen mir ziemlich bekannt vor

Viele Grüße
Hans
Hans T ist offline   Mit Zitat antworten
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