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Alt 28.01.2018, 19:28   #1
Hans T
 
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Standard Enneacampus ansorgii - Noch eine kleine Süßwassernadel

Hallo zusammen,

heißersehnt und endlich eingetroffen: Letzten Donnerstag konnte ich mir sechs Tiere von 5 bis 6 cm Größe abholen. Enneacampus ansorgii kommen aus Westafrika und leben dort sowohl in schnell- als auch in langsam fließenden Gewässern, im Aquarium sollte die Temperatur 24° bis 26° betragen. Sie sitzen jetzt in meinem kleinen Becken, das vorher die Doryichthys martensii bevölkerten. Natürlich habe ich es vorher komplett neu aufgestellt. Ich halte sie, wie auch die Microphis deocata, in vollentsalztem und mit Mineralsalz auf 1300 µs aufgehärtetem Wasser.

Sie ernähren sich hauptsächlich von Copepoden, ich kann sie also mit meinen verschiedenen Cyclopsarten gut füttern. Sie bekommen aber auch mit Selco s. presso angereicherte Artemia, damit haben sie sich direkt nach ihrem Eintreffen auch erst einmal vollgestopft. Aber auch die Minicyclops wurden sofort angenommen, bei denen wurden sie richtig agil, obwohl sie sonst eher träge sind und sich gerne in den Wurzeln der Anubien verstecken. Man muss lange hingucken um sie zu entdecken Das hat aber den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu den Microphis beim Fotografieren auch mal still halten.

Sie sind wunderschön bunt, der Bauch ist feuerrot, genau wie die vorwitzige Schnauze. An der Seitenlinie tragen sie eine Punktreihe in blaumetallic. Bereits am zweiten Tag fingen sie an zu tanzen, sie werden also schon ihre Balzfärbung haben. Unterscheiden kann ich Männchen und Weibchen allerdings nicht, für mich sehen sie bis jetzt alle gleich aus. Wie bei allen Nadeln tragen die Männchen die Eier aus, die sie von den Weibchen übergeben bekommen.

Hier schon mal die ersten Bilder direkt nach dem Einsetzen (danach haben sie sich leider immer im Dunkeln unter den Blättern herumgetrieben, da muss ich mir zum Ausleuchten noch was einfallen lassen)

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Das erste Tänzchen gibt's auch in bewegten Bildern:
https://www.youtube.com/watch?v=3vvh...ature=youtu.be

Viele Grüße
Hans

Falls jemand aus einem anderen Teil Deutschlands zufällig Cyclops züchtet und bereit wäre, welche abzugeben, würde ich mich freuen, wenn er sich bei mir meldet. Bei drei zu fütternden Nadelarten versuche ich, das Repertoire an Futtertieren zu vergrößern.

Hans T ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2018, 13:20   #2
Hans T
 
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Standard

Hallo zusammen,
die ansorgii haben sich gut eingelebt und ich erwische sie sehr oft beim Balzen, auch abends. Eine Nadel hatte aber wohl doch ein kleines Problem. Sie liegen oft still herum, manchmal bleibt sogar ein Artemien-Ei an ihnen hängen. Diese Eier glänzen etwas metallisch, wenn man sehr genau hinsieht, kann man sie identifizieren. Bei einer Nadel klebte oben am Rücken eine kleine weiße Kugel, jetzt war ich mir erst nicht sicher, ob das nur eine Anhaftung ist, daher habe ich einen Tag abgewartet. Am nächsten Tag war sie aber immer noch da, es war sogar eine weitere Kugel aufgetaucht, also konnte es kein Artemia-Ei oder ähnliches sein, das hätte das Nädelchen längst abgestreift. Daher war klar: höchstwahrscheinlich ein Pilz.

https://youtu.be/itNHjtDNpds

Also habe ich mit Mycopur behandelt, allerdings nur mit knapp der Hälfte der Dosierung, um erst einmal zu beobachten, ob und wie sie darauf reagieren. Eine Reaktion ist bei ihnen ohnehin schwer festzustellen, da sie sich nicht viel bewegen. Sie schienen es aber gut zu vertragen. Aufgrund meiner Erfahrung wußte ich, dass auch eine geringe Dosierung oft schon ausreichen kann und ich habe es über Nacht dabei belassen. Am nächsten Tag habe ich stundenlang mit der Lupe vor dem Becken gestanden, bis ich sicher sein konnte, alle sechs gesehen zu haben. Keine Nadel hatte mehr diesen weißen Punkt, daher habe ich auch nicht nachdosiert, am nächsten Tag wieder genau geguckt und, weil der Punkt nicht mehr zu sehen war, auch dann kein weiteres Mycopur ins Wasser gegeben. Am vierten Tag habe ich dann einen 60%igen Wasserwechsel gemacht, seitdem ist das Problem auch nicht wieder aufgetreten.

Offensichtlich sind es Gewohnheitstiere, die drei ersten Bilder sind alle von unterschiedlichen Tagen
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Diese Schnecke kam zufällig zusammen mit den Nadeln in die Tüte

Click the image to open in full size.

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Seitdem sind sie sehr aktiv, manchmal balzen sie zu viert oder sogar alle auf einmal. Mittlerweile sind sie 7-8 cm groß, bis zu Ihrer endgültigen Größe von ca. 15 cm ist es also noch etwas hin. Sie fressen auch die Wasserflöhe, natürlich besonders gerne, wenn sie noch klein sind. Sie bekommen mindestens dreimal täglich Artemia und auch von den großen Cyclops. Ob sich in Sachen Ei-Übergabe schon etwas getan hat, ist sehr schwer zu erkennen. Manche sehen zwar etwas dicker aus, ich kann aber nicht sagen, ist das ein Weibchen, das Eier ausbildet oder ein Männchen, das schon Eier übernommen hat. Es wird sich zeigen...

https://youtu.be/CVvgQK3mgeI

https://youtu.be/lOSZcNpnDLY

Liebe Grüße
Hans

Hans T ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 11.02.2018, 16:22   #3
Schneckinger
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Hi Hans,

die Schnecke ist eindeutig eine Asolene spixi (getigerte Apfelschnecke). Genaueres zu dieser Art hier:
https://www.zierfischforum.info/aqua...otothread.html
Der Nadelbericht ist wie immer klasse und super bebildert. Herzlichen Dank für Deine Mühe!

Tschüß,
Schneckinger

Geändert von Schneckinger (11.02.2018 um 21:11 Uhr)
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Alt 11.02.2018, 18:16   #4
Hans T
 
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Hallo Schneckinger,

das habe ich mir schon gedacht, jetzt habe ich schon zwei Apfelschneckenarten
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Alt 11.11.2018, 19:08   #5
Hans T
 
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Standard Enneacampus- ansorgii nachzüchten

Hallo zusammen,

nach langer Zeit mal wieder ein Beitrag von mir zu den Enneacampus ansorgii.

Meine Hoffnung auf Nachwuchs vom Frühjahr hat sich leider nicht erfüllt, alle Würfe der ersten Gruppe von 6 Tieren waren nicht lebensfähig. Zu der Gruppe gehörte nur ein Männchen (das kennt man ja schon) und dieses Männchen ist dann überraschend gestorben, ohne dass ich irgendeine Ursache finden konnte. Die Weibchen haben einige Zeit lang noch verzweifelt nach einem Männchen gesucht, mit Balzen war es dann erst einmal vorbei.

Zwei Wochen hat es gedauert, dann hatte ich Gott sei Dank fünf neue aufgetrieben. Sie waren mit 5 - 6 cm auch schon im geschlechtsreifen Alter.

Diesen Film wollte ich eigentlich schon viel früher zeigen, aber mir wurde angezeigt, dass das Hochladen nicht klappt, weil er angeblich zu umfangreich ist. Umso größer war meine Überraschung, als ich letztens auf YouTube war und er war als Entwurf gespeichert.

https://youtu.be/DYOOmaY5CPI

Schon am nächsten Morgen konnte ich eine sensationell dynamische Balz sehen (für diesen Fisch). Das Balzen ging dann weiter, aber diese Intensität und Dauer hat es bei keiner folgenden Balz erreicht. Irgendwie hatte ich das auch so erwartet, dass die erste Balz besonders intensiv wird und diese Intensität dann langsam abebbt, entweder weil die (hoffentlich in der Mehrzahl vorhandenen) Männchen von den überreifen Damen schon mit Eiern bestückt wurden oder weil dies das erste Kennenlernen war und mit zunehmender Vertrautheit nicht mehr so wild gebalzt wird.

Rein rechnerisch könnte es sein, dass dies die Balz ist, bei der wahrscheinlich die Männchen Eier bekommen haben.

https://youtu.be/PsM_L4uBPB8

Das Ergebnis des Ganzen konnte ich Dienstag bestaunen. Am sehr frühen Nachmittag konnte ich die ersten Jungfische im 80 l Becken sehen. Bei der ersten Zählung waren es acht, abends war ich dann schon bei 14 und zu meiner Überraschung ging es am nächsten Tag weiter, nach der letzten Zählung sind es heute mindestens 21 Stück! Sie sind sehr schwer zu zählen, am besten funktioniert es, wenn ich abends im Dunkeln eine kleine Taschenlampe aufs Aquarium stelle damit die Futtertiere sich dort versammeln. Nach ca. 1/2 Stunde sind alle Jungfische im Licht und man kann versuchen eine genauere Zählung vorzunehmen. Manchmal gesellt sich auch am Boden ein Alttier dazu und futtert mit.Die kleinen Fische betreiben das die ganze Nacht.

https://youtu.be/R3gR_0b7ZZg

Click the image to open in full size.

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Glücklicherweise habe ich mir schon vorher von verschiedenen Stellen Ansätze von Rettichtierchen besorgt und diese in mittlerweile 6 Gläsern hochgezogen. Die reichere ich täglich an. Einmal ganz früh morgens und dann noch einmal gegen Mittag, man muss sehr aufpassen, dass dies nicht zu viel wird in den kleinen Gläsern. Ich füttere sie mit Brennnessel-Tee als Dauerfutter und abends gebe ich noch eine Nadelspitze Kondensmilch hinzu, um den Ertrag noch zu steigern. Die Oberfläche aller Gläser sauge ich mit einer Pipette ab und füttere damit 5 bis 6 mal täglich die Jungfische. Dabei stelle ich die Pumpe natürlich ganz ab und verteil das Futter mit der Pipette an der Oberfläche dort, wo sich die Fische aufhalten. Heute habe ich es erstmals etwas reduziert und nur noch drei Mal reingegeben, da ich gesehen habe, dass einige doch schon sehr kleine Artemien fressen. Für die Artemien benutze ich dekapsulierte Eier und setze davon täglich 6 Flaschen an. Natürlich reichere ich die Artemien vorher an und füttere sie auch nach dem Schlüpfen.

Es sieht so aus, als ob diesmal alle Jungtiere fit sind und ich eine Menge Nachwuchs habe. Ich werde hier natürlich weiter darüber berichten

Viele Grüße
Hans

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