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Alt 05.11.2014, 17:18   #1
Skakkraks
 
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Standard Pelvicachromis pulcher

Wissenschaftlicher Name und Gattung?
Pelvicachromis pulcher

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Deutscher Name: (aktueller dt. Name des Tieres)
Purpurprachtbuntbarsch, Königscichlide
Herkunft: (z.B. Habitat, natürliches Vorkommen, natürl. Lebensraum)
P.pulcher kommt in Nigeria und Kamerun in Flüssen und stehenden Gewässern vor. Dort halten sie sich bevorzugt in dichtbewachsenen Uferbereichen und in der Nähe von ins Wasser gefallenen Ästen auf.
Zur Nahrungssuche begeben sie sich auch in stärker fließende Gewässerabschnitte, kehren von dort jedoch meist rasch in ruhigere Zonen zurück.
Dieser Fisch hat ein relativ großes Verbreitungsgebiet, welches mit sehr unterschiedlichen Wasserwerten aufwartet.
Deshalb verträgt der Purpurprachtbuntbarsch auch eine große Bandbreite an Wasserwerten.
Sowohl sehr weiches, saures, als auch mittelhartes, leicht alkalisches Wasser werden toleriert.In letzterem ist sogar die Aufzucht möglich.
Erreichbares Alter: (z.B. Monate oder Jahre durchschnittlich)
-bis zu 10 Jahre
Erreichbare Größe: (in cm)
M 10cm / W 8cm
Persönlicher Haltungs- und Zuchterfolg:
Ich halte seit einiger Zeit ein Paar auf 80x35x45 cm zusammen mit einigen Platys und Amanogarnelen, bei 23-27 Grad Celsisus, pH-Wert 7,4, KH 8

Oftmals ist zu lesen dass die Tiere in der Fortpflanzungszeit und insbesondere während der Brutpflege extrem aggressiv auf andere Fische reagieren.
Meiner Meinung nach kann man dieses eher unerwünschte Verhalten dadurch sehr abmildern, dass man viele Versteckmöglichkeiten anbietet.
Die Tiere sind bodenorientiert. Großblättrige Pflanzen, wie buschige Variationen von Anubias barteri, diverse Wasserfreunde, Holzwurzeln, viele Kokosnusshälften und Tonröhren geben den Tieren Sicherheit und bieten Mitbewohnern Sichtschutz.
So halten sich Angriffe wirklich in Grenzen.

Es wäre in solch einem relativ kleinen Becken aber nicht angebracht noch andere Bodenbewohner zu beherbergen.Die Fische sollten einen Sandboden im Becken haben um ihr natürliches Verhalten ausleben zu können.

Eigentlich ist es nicht unbedingt erforderlich besondere Vorbereitungen zur Zucht zu treffen, denn Pelvicachromis pulcher ist sehr vermehrungsfreudig.
Nachfolgend gebe ich aber gerne einige Tipps, wie man das Ganze beschleunigen oder seinen Fischen diesbezüglich auch einfach nur etwas Gutes tun kann.
Meistens bildet sich aus 2 verschiedengeschlechtlichen Tieren ein Paar.Wenn man die Möglichkeit hat, ist es natürlich schöner man lässt es sich aus einer Jungfischgruppe selbst finden.

Königscichliden sind Höhlenbrüter.
Bei mir besonders beliebt sind Tonrören von 15 cm Länge und 3 cm Durchmesser.
Es sollten am besten mindestens 3 Höhlen angeboten werden.
Durch Fütterung mit Lebend- und gehaltvollem Frostfutter fördert man die Entwicklung eines Laichansatzes beim Weibchen.
Zusätzlich kann man die Temperatur auf ca. 27 Grad erhöhen.
Die Laichbereitschaft erkennt man an dem prall gefüllten, purpur-leuchtendem Bauchbereich des Weibchens, welches sich nun oft gekrümmt und zitternd vor dem Männchen positioniert um dieses ebenfalls in Laichstimmung zu bringen.
Ist es soweit antwortet es mit Kopfzucken.

Bei mir folgte nun eine Phase der Unterkunftsfindung.
Beide Geschlechter zeigten durch Führungsschwimmen an, welche Höhle sie jeweils bevorzugten.Sie wollte eine Kokosnuss, er präferierte eine Tonröhre.
Es zog sich über drei Tage dass einer der Beiden seinen Partner bis zur Höhle führte und hineinschwamm, während der/die Angebetete 5 cm davor einige Zeit verharrte und diese beäugte.
Gefolgt wurde dem Partner während dieser Zeit in die Höhle allerdings nie.

Eines Tages setzte sich das Weibchen durch und er ließ sich doch für die Kokosnuss begeistern.Sie hatte zwischenzeitlich einiges an Sand ausgehoben und vor dem Ausgang abgeladen.

Die ca. 100 Eier wurden an die Decke der Höhle geheftet und vom Männchen befruchtet.
In den darauffolgenden 3-4 Tagen kam das Weibchen selten aus der Behausung, es schien aber immer darauf bedacht dass das Männchen sich nicht allzuweit davon entfernte.
Denn sobald es dieses tat, schwamm sie schnell hinterher stieß ihm in die Flanke und wurde daraufhin von ihm zurück eskortiert.
Besonders lange stand er dann aber nie in der Nähe der Höhle.

Nach Ablauf des o.g. Zeitraums bemerkte ich eine Verhaltensänderung.
Das Männchen verlagerte seine Aktivitäten merklich in unmittelbare Nähe des Unterschlupfes, und am Boden derselben konnte man mit Hilfe einer Taschenlampe sehen dass die Schlüpflinge dort eifrig ihre rudimentären Schwimmfähigkeiten zu verbessern versuchten.

Das Weibchen, welches während der gesamten Brutpflegezeit sehr wenig frisst und eindeutig den größten Anteil an der Brutpflege hat, bettete die Larven nur mehrmals pro Tag um.
An einem Tag mit 10 Stunden Beleuchtungszeit konnte ich das fünfmal beobachten.
Das Männchen war nun auch wesentlich aktiver bei der Sache und verteidigte vehement jede noch so subtile Annäherung seitens "Feindfischen" durch Scheinangriffe.
Durch die vielen Versteckmöglichkeiten kam es dabei aber nie zu ernsten Auseinandersetzungen.

Nach ca. 5 weiteren Tagen sah ich die Jungfische dann mit beiden Eltern zunächst noch recht bodennah, aber schon im Verlaufe des selben Tages auch schon viel freier durch das Aquarium schwimmen.
Gefüttert werden können sie mit Artemianauplien, Essigälchen, Rädertierchen, aber auch mit Staubfutter oder fein zerriebenem Flockenfutter.

Nachtrag: Die Jungtiere werden geduldet bis sie ca. 3-4 cm groß sind.


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Ich kann diese Fische nur jedem empfehlen.
Es sind interessante, hübsche und anspruchslose Pfleglinge.

Geändert von Skakkraks (06.11.2014 um 11:46 Uhr)
Skakkraks ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2014, 20:45   #2
aquastar
 
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Schöner Beitrag hätte hier auch noch Bilder meiner Tiere:Click the image to open in full size.
aquastar ist offline   Mit Zitat antworten
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