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Alt 22.07.2016, 12:28   #1
Hans T
 
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Hallo,

seit vier Tagen bin ich stolzer Besitzer von vier Nädelchen, zwei Weibchen und zwei Männchen. Das ist die kleinste Gruppe, die man in einem Artenbecken halten sollte. Es ist von Vorteil, wenn das Aquarium erstmal nicht zu groß ist um eine hohe Futterdichte zu erzielen. Also sitzen sie jetzt in dem 54 l Becken, in dem vorher noch zwei übrig gebliebenen Ramirezi-Männchen saßen, die ich natürlich umgesetzt habe.

Zur Vorbereitung des Einzugs habe ich einige große Pflanzen entfernt und dafür Cryptocoryne eingesetzt so wie eine größere Spathyphillum, die aber noch unter Wasser wächst und einige Ableger davon in den Ecken. Alles grundgereinigt, ungefähr zweieinhalb Komplettwasserwechsel gemacht, die Heizung ausgestöpselt und damit waren die Vorbereitungen beendet. Die Temperaturen sollten zwischen 20° und 24° sein, das ist im Moment ein bisschen schwierig wegen der Witterung. Etwas höhere Temperaturen scheinen sie auch nicht zu beeindrucken, aber es verkürzt die Lebensdauer. Also habe ich gestern dreimal eine Giesskanne ausgetauscht um wenigstens auf 25° runterzukommen. Das Wasser sollte einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 haben, sie vertragen Wasserhärten von 2-18° dGH. Noch genaueres dazu muss ich noch in Erfahrung bringen. Der Boden sollte sandig und mulmfrei sein, deswegen versuche ich wie gehabt, den Bodengrund maximal auf zwei Zentimeter zu halten. Die Pflanzen in meinen anderen Becken müssen sich mit dem gleichen Bodengrund rumärgern und haben deshalb schon seitlich gewachsene Wurzeln. Ich benutze dicke Glasmurmeln als Anwachshilfe, falls sich mal einer gefragt hat, warum in meinen Aquarien immer dicke Glasmurmeln liegen. Helles Licht im Aquarium ist von Vorteil, damit die Nädelchen besser jagen können, sie sehen eher schlecht. Im Moment habe ich 16 Stunden lang das Licht an. Damit bei dem Wetter die Hitze abgehalten wird, habe ich eine 6 mm dicke passende Plexiglasscheibe zusätzlich unter die Lampe gelegt.

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Die Fische können bis zu 20 cm lang werden, im Moment sind die Weibchen ca. 7 bis 8 cm lang, die Männchen 2, 3 Zentimeter kleiner. Die Weibchen sind die Grünen, die Männchen rötlich-braun. Microphis deocata sind lebendgebährend, das Männchen trägt die Eier 2 - 3 Wochen in einer Bauchtasche, nach dem Schlupf sind die Jungfische ungefähr 15 mm groß und müssen sofort mit gutem Kleinst-Lebendfutter versorgt werden.

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Die Zucchini liegt für die Schnecken drin, aber auch die Cyclops setzen sich dort drauf und werden gerne geerntet.
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Die Nadeln fressen ausschließlich Lebendfutter, leider keinerlei Nematoden. Man vermutet, es könnte ein Schutzmechanismus für den Nachwuchs sein. Ich habe ja schon bei meiner Ramirezi-Zucht Erfahrungen mit Kleinst-Lebendfutter gesammelt, aber eigentlich war das auch damals schon eine Vorbereitung auf Süsswassernadeln, die schon lange meine Traumfische sind. Das ich jetzt auch noch ausgerechnet Microphis deocata bekommen habe, die ich schon als unerreichbar abgeschrieben habe, ist umso besser. Die Züchterin kenne ich schon eine Weile, ich wußte aber gar nicht, dass sie die hat. Sie erwähnte es ganz nebenbei und als jetzt Jungfische abzugeben waren, bin ich in die engere Wahl gekommen. Ich fühle mich irgendwie belohnt

Da meine Nädelchen noch sehr klein sind, füttere ich dreimal täglich Rettichtierchen, rote Cyclops in großen Mengen und die bei mir parasitär wachsenden Cyclops spec., die zufällig wohl auch ihr absolutes Lieblingsfutter sind. Ein Männchen ist besonders klein, den habe ich dann erstmal eine Dusche mit Rettichtierchen verpasst, die vorher in Selco s. presso gebadet haben. Eine Artemien-Box habe ich auch aufgestellt, das sind bisher aber eher unerhebliche Mengen. Von den roten Cyclops habe ich vier große Schüsseln, die auf der Fensterbank stehen und sehr ertragreich sind. Trotzdem werde ich heute sicherheitshalber, da ich noch ein beleuchtetes Regalfach übrig habe, eine 9 l Wanne mit diesen Cyclops ansetzen. Seitdem ich weiß, dass der Parasit ein Cyclops spec. ist und begehrtes Lebendfutter, habe ich den beim Wasserwechsel eingesammelt und in ein 2 l Glas gegeben und ein Glas zusätzlich für einen Zuchtversuch. Ich bin sehr froh, dass sie auch Bachflohkrebse fressen, aber dafür müssen sie noch etwas wachsen Mittlerweile habe ich zwei Bachflohkrebsbecken, in denen wachsen auch Cyclops spec.

Ich habe für Euch ein Video gedreht. Dort könnt ihr sehen, was passiert, wenn sie ihr Lieblingsfutter Cyclops spec. bekommen, die gerne auf Blattoberflächen rumrennen und nicht gerne wie andere Cyclops freischwimmen. Sie können also super von den Blättern abgeerntet werden.

https://www.youtube.com/watch?v=YcVuuq7Q53g

Ich hoffe, das gefällt Euch, ich werde Euch auf dem Laufenden halten, wenn es was zu berichten gibt.

Viele Grüße
Hans

Falls sich jetzt jemand für die Nädelchen interessiert, hier ein besonders schönes Video. Vielleicht versteht man dann besser, dass ich die sensationell finde.

https://www.youtube.com/watch?v=vW-HJbWHVOA


Geändert von Hans T (22.07.2016 um 12:33 Uhr)
Hans T ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2016, 13:27   #2
GuppyFadenfisch
 
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Moin
Tolle Tiere hast du da!
Lg
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Alt 22.07.2016, 13:28   #3
Thommy_Fisch
 
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Hallo Hans,

danke für den beeindruckenden Bericht. Schreibe bitte weiter, wenn sich was tut. Ich lese deine Berichte gerne.

Viele Grüße

Thomas
Thommy_Fisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2016, 16:16   #4
Sonnentänzerin
 
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Hallo Hans

Ich finde sie ebenfalls sensationell!
Schon länger.

Aber wie ich lesen darf, ist die Vorbereitung und die Fütterung eben doch speziell.

Super, dass du das alles so genau beschrieben hast, damit ja niemand auf die Idee kommt, sich solche Tiere einfach aus Verzückung mitzunehmen, und DANN erst zu lesen.

Vielen Dank für diesen Bericht

Gruß Sonne
Sonnentänzerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2016, 19:33   #5
Hans T
 
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Hallo zusammen,

danke für Euren Zuspruch. Als ich die Nadeln das erste Mal gesehen habe, war das auch lediglich auf Bildern. Auch da war ich schon sehr interessiert, aber gleichzeitig waren sie für mich so fantastisch, dass ich gedacht habe, es gibt keine Möglichkeit, die überhaupt mal zu Gesicht zu bekommen. Also habe ich länger intensiv mit dem Lebendfutter vor mich hingewurschtelt, in der Hoffnung, dass ich vielleicht eine einfacher zu bekommende Art mal mit Glück kriegen würde. Ich hatte das mit den Nädelchen im Laufe der Jahre auch aus meinem Gedächtnis gestrichen um mir selber keine falschen Hoffnungen zu machen, auch weil sie sehr anspruchsvoll in der Fütterung sind (es wäre auch zu einfach, wenn sie Würmchen bzw. Artemia langfristig als adäquates Futter akzeptieren würden). Wenn die kommen wollen, dann tun sie's auch.

Ich meld' mich mit weiteren Berichten
Hans
Hans T ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.07.2016, 20:35   #6
NebelGeîst
 
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Hallo Hans,

Glückwunsch zu deinen Neuzugängen!
Kurt Mak hatte ja auch einige Süßwassernadeln gezüchtet, auch wenn er leider nicht mehr aktiv ist. Kennst du seine Seite schon?
http://www.zierfischzucht-mack.de/index.php?id=176

Wo bekommst du denn das S.presso her? Gibts ja normal nur in großen Gebinden, die nach Öffnung in wenigen Wochen verbraucht werden müssten (obwohl 200mg Ethoxyquin pro kg enthalten sind, was immens ist, wenn man bedenkt, dass der Grenzwert in Tierfutter eigentlich 150mg sind. Aber ist ja auch kein Futtermittel in dem Sinne).. Oder ist deine Zucht so groß? Wobei, selbst im NKM konnte so ne Dose nicht annähernd verbraucht werden, obwohl täglich frisch angesetzte Artemien damit angereichert wurden.. In einem Seepferdchenshop gabs mal kleine Mengen, aber das wurde iwie eingestellt..
NebelGeîst ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2016, 10:07   #7
Hans T
 
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http://geiger-aquaristik.de/

Hallo P.,

ja, die Seite von Kurt Mack kannte ich schon, trotzdem danke für den Link.

Ethoxyquin ist nur in sehr hohen Dosen leberschädlich, da es von den Fischen aber nicht direkt, sondern nur über die Futtertiere aufgenommen wird, sind die Dosen hier eher homöopatisch. Außerdem ist es ja nicht für Fische, die als Lebensmittel dienen. Ich hab' mir im Netz schon 'nen Wolf gesucht nach einer Analyse von S. presso, finde aber keine. Ich werde da noch mal bei meiner Bezugsquelle nachhaken.

Das S. presso beziehe ich im Rahmen einer Sammelbestellung in einer 50 g Dose über das Grundelforum, es ist 18 Monate haltbar. Die 50 g in der Zeit zu verbrauchen dürfte eigentlich auch privat kein Thema sein. Ich reichere damit nicht nur Artemien, sondern auch Cyclops und Rettichtierchen an. Man braucht sich nur im Grundelforum anmelden und kann sich dann auf eine Bestellliste eintragen, es gibt dort nicht nur S. presso, sondern auch S. parkle. S. parkle ist allerdings ein Futtermittel für Filtrierer und nicht, wie Du schon gesagt hast, ein Ergänzungsmittel wie S. presso. Kann natürlich manchmal ein bisschen dauern, bis eine genügende Menge (500 g) für die Bestellung bei Geiger zusammen ist.

Ich bin durch meine Liebe zu Seepferdchen bei den Süsswassernadeln gelandet

Viele Grüße
Hans
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Alt 23.07.2016, 10:35   #8
Rinkikäfer
 
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Hallo Hans,

die Nadeln sind so entzückend, ich bin auch schon verliebt und irgendwann möchte ich auch mal welche halten. Vorerst verfolge ich aber lieber deine und andere Berichte. Danke dafür!

Liebe Grüße
Annette

Gesendet von meinem SM-G800F mit Tapatalk
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Alt 23.07.2016, 11:02   #9
helmut e
 
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Morgen Hans
Nach Eingewöhnung sollten sie an "Krebsähnliches" Frostfutter gehen.
Zumindest bei mir gingen sie an Mysis und ausgewachsene Artemia ran.
Bin schon mal gespannt wie es bei dir weitergeht.
Viel Glück
helmut
helmut e ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2016, 14:30   #10
Hans T
 
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Hallo Annette,

wenn alles nach meinen Vorstellungen läuft, wird's hoffentlich auch irgendwann eigenen Nachwuchs geben. Ich werde auf jeden Fall detailliert berichten. Vielleicht bist Du bis dahin ja soweit...

Hallo Helmut

im Idealfall hat man Jungtiere, für die kommt das ja nicht in Frage, da ist man schon gezwungen, sie mit Lebendfutter zu versorgen. Ich konnte bisher auch noch keine verbindlichen Angaben zur Lebenserwartung der Nädelchen finden, sie scheinen meist vorzeitig an Krankheiten oder sonstigen Umständen gestorben zu sein, daher gehe ich lieber auf Nummer sicher und füttere sie ausschließlich mit Lebendfutter, auch wenn sie ausgewachsen sind. Bei TK-Produkten ist es auch schwierig, die zu überreden, das S. presso aufzunehmen. Deshalb habe ich das TK-Futter unterschlagen um Missverständnissen vorzubeugen.

Jetzt ist es ja so, dass man sowieso ziemlich viel Futter geben muss. Wenn ich morgens ins Zimmer komme, sind bei den Nädelchen immer noch genügend Cyclops übrig, die muss ich also nicht sofort versorgen. Alle anderen Becken kriegen morgens zuerst eine Portion TK-Artemia, aber nur vielleicht 10 Stück pro Person, vor meinem Frühstück bin ich noch nicht in der Lage, überall Lebendfutter anzubieten. Später kriegen sie dann ihr richtiges Frühstück

Liebe Grüße
Hans

Wie alt sind Deine Nadeln denn damals geworden? Ich mach mal eine kleine Umfrage nur für mich, man findet nicht so oft jemand, der die schon hatte.

Danke: (1)

Geändert von Hans T (23.07.2016 um 14:34 Uhr)
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