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Alt 12.11.2016, 19:09   #1
Schneckinger
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Standard Der Kardinalfisch (Tanichtys albonubes): Eine (fast) vergessene kleine Schönheit

Eine (fast) vergessene kleine Schönheit:
Der Kardinalfisch (Tanichtys albonubes)


A.Einleitung

-Warum eine Vorstellung eines Allerweltsfisches?
Gerade in der letzten Zeit kommen ja immer wieder tolle „neue“ Fische in den Aquarienhandel. Leider geraten dabei einige der alten Bekannten immer mehr in Vergessenheit. Und das völlig zu unrecht. Ein typisches Beispiel für diese Verschollenen ist der Kardinalfisch (Tanichthys albonubes). Dieser Fisch wurde schon 1938 nach Deutschland eingeführt und war jahrzehntelang einer der beliebtesten Aquarienfische überhaupt. Die älteren Aquarianer unter uns kennen ihn praktisch alle. Viele sind sogar mit ihm in die Aquaristik eingestiegen. Unter den jüngeren Aquarianern ist er kaum bekannt und läuft meist höchstens unter „ja die gibt es ja auch noch“.

Da auch für mich der Kardinalfisch meine erste Fischart war, die ich ernsthaft gehalten habe und ich jetzt -nach über 40 Jahren- wieder zu ihm zurückgekehrt bin, möchte ich ihn hier einmal vorstellen. Und zwar genauso ausführlich wie die letzten aktuellen „Sensationen“ ;-) Vielleicht kann ich so ja einige, die ihn bisher gar nicht kannten, für dieses kleine Juwel begeistern. Und/oder ihn einigen alten Hasen wieder ins Gedächtnis rufen ;-)


B.Die „technischen Daten“ in Kurzform:

Abb.1:Ein Grüppchen Kardinäle an der Futterstelle:
Click the image to open in full size.

Name:
Tanychtys albonubes (Kardinalfisch, früher auch gern „Arbeiterneon“ genannt)

Herkunft:
Vermutlich aus kleineren Bächen in den Hügeln rund um Honkong. In der Natur (leider) wahrscheinlich ausgestorben. Heutige Aquarienkardinäle sind alle Nachzuchten. In neueren Veröffentlichungen findet man gelegentlich Berichte über Bestände in weiterer Entfernung vom ursprünglichem Fanggebiet. Wäre ja sehr schön. Bei so einem kleinen Fisch ist es ja auch leicht vorstellbar, dass lokal begrenzte Wildbestände „übersehen“ wurden.

Größe:
Häufig werden sie in der Literatur nur mit 3-4 cm angegeben. Nach meiner Erfahrung können gesunde Tiere durchaus 5 cm erreichen (Männchen und Weibchen). Ich hatte/habe auch Ausnahme-Tiere mit 6cm. Tendenziell wachsen eher kühl gehaltene Tiere zwar langsamer, erreichen dafür aber mehr Endlänge.

Geschlechtsunterschiede:
Die Weibchen sind deutlich fülliger und im Normalkleid etwas blasser. Im Balzkleid unterscheiden sich die Geschlechter ganz deutlich.

Erforderliche Wasserwerte:
Kardinalfische sind extrem anpassungsfähig und daher in einer extrem breiten Spanne von Wasserwerten haltbar.

GH +KH:
Kein extremes Weichwasser unter 5° Nach oben geht praktisch alles, solange das Wasser noch flüssig ist ;-)

PH:
Von knapp unter 6 bis über 8 möglich. Werte um 7 finde ich optimal.

Temperatur:
Kardinäle mögen es tendenziell eher kühl. Werte über 23°C würde ich auf Dauer vermeiden. Kurzfristig ertragen sie aber auch Temperaturen nahe der 30°C, wenn der Sauerstoffgehalt des Wassers stimmt. Nach unten sind sie fast noch anpassungsfähiger. 16-18°C sind kein Problem. Selbst Temperaturen um/unter 10°C werden nach meiner Erfahrung vorübergehend gut vertragen.
Im Internet findet man sogar immer wieder Berichte über erfolgreiche Freilandüberwinterungen von Kardinälen in unseren Breiten.

Wasserqualität:
Kardinäle lieben sehr sauberes Wasser mit hoher Sauerstoffsättigung. Kräftige Strömung wird gerne genommen. Schließlich stammen sie aus Bergbächen. Aber aufgrund ihrer sehr hohen Anpassungsfähigkeit kommen sie auch in strömungslosen/technikfreien Becken zurecht. Dann ist es aber sehr wichtig auf eine hohe WasserGÜTE zu achten.

Futter:
Vorwiegend carnivor. Gemüse im engeren Sinne haben sie bei mir nie angenommen. Sie lieben es aber Aufwuchs nach Kleinstlebewesen abzusuchen. Dabei wird sicher ein gewisser Anteil pflanzliches mit aufgenommen.

Mindestbeckengröße:

Bei einem Standardrechteckbecken sollten 80cm Länge das Minimum sein, auch wenn in den üblichen Internetdatenbanken oft 54l als Untergrenze empfohlen werden. Kardinäle sind extrem schwimmfreudig.

Individuenanzahl:
Kardinäle sind ausgesprochene Gruppentiere. 10 Stück sollten das absolute Minimum sein. Je mehr desto besser!


C.Wie sollte ein Aquarium für Kardinäle eingerichtet sein?

Platz:
T.albonubes sollte vor allem ausreichen Platz geboten werden. Diese kleinen Kerlchen sind ausgezeichnete, geradezu rasante Schwimmer, die es genießen in der Strömung zu surfen. In Wikipedia und Co wird häufig behauptet, dass sie aus stark verkrauteten, LANGSAM fließenden Gewässern stammen. In meinem großen Becken (siehe Link am Schluss) bevorzugen sie aber eindeutig die Bereiche mit mittlerer bis starker Strömung. Natürlich ruhen sie sie sich auch gerne einmal in ruhigeren Ecken aus ;-)

Bepflanzung:
Da Kardinäle recht schwimmfreudig sind, darf das Becken nicht zu verkrautet sein. Offene Bereiche zum gruppen-/schwarmweisen Herumtoben sind unbedingt notwendig. Trotzdem sollte es auch einige Bereiche mit dichten, feinfiedrigen Pflanzenbeständen geben. Hier können sich unterlegene Tiere zurückziehen und Jungfische nutzen derartige Dickichte als Kinderstube. Ausserdem legen die Weibchen auch ihre Eier bevorzugt in sehr feinen Pflanzen ab.

Gliederung:
Dennoch brauchen Kardinäle eine vielfältige Beckengliederung/Strukturierung. Die Männchen bilden temporäre „Balzreviere, die sie (teils heftig) gegen Konkurrenten verteidigen. Auch die Weibchen werden oft ähnlich stark getrieben, wie bei den Lebendgebärenden Zahnkarpfen. Einige große Solitärpflanzen Und/oder Steinaufbauten und Wurzeln erleichtern es derartige Reviere abzugrenzen und sich auch mal gegenseitig aus dem Weg zu gehen

Abbildung 2 (Mit freundlicher Genehmigung von Angelika): Wenn sich zwei Kardinalmännchen um EIN Balzrevier streiten, zeigen sie ihre schönsten Farben!

Click the image to open in full size.
Bepflanzung

Da ist eigentlich fast alles möglich, was gefällt, solange es zu den Temperaturansprüchen passt. Es sollte halt zumindest ein Teil der Pflanzen sehr feinfiedrig sein, um Jungtieren Deckung zu bieten und die Eiablage zu erleichtern. Diese Anforderungen können aber auf verschiedenste Weise erfüllt werden: Feine Wurzeln von Schwimmpflanzen (Muschelblume!) sind da genauso gut geeignet wie Moospolster oder beispielsweise eine Cabomba carolina. Selbst Fadenalgenpolster können her gute Dienste leisten.

Bodengrund:

Die Struktur des Bodengrunds ist den Kardinälen weitestgehend egal. Er wird zwar gelegentlich aufgesucht, wenn es dort besonders leckeres Futter gibt, aber insgesamt halten sie sich in der mittleren Beckenregion auf. Also freie Gestaltungsmöglichkeit für den Aquarianer ;-) Er sollte bloß nicht zu hell sein. Siehe auch beim Unterpunkt Beleuchtung.

Wer sich bei der Einrichtung des Beckens einen mittelschnell fließenden Bach/Kleinfluß mit dichtbewachsenen Ufern und einem eher freien zentralen Bereich vorstellt, der wird bald auf viele Ideen für ein Beckenlayout kommen, in dem sich Kardinäle wohlfühlen können


D.Technik

Die große Stärke der Kardinälchen. Aufgrund ihrer (relativen) Anspruchslosigkeit lassen sie sich sogar in komplett techniklosen Becken bei Zimmertemperatur problemlos halten. Dann braucht man aber relativ große Becken mir eher geringem Besatz. In einem Becken mit üblichem Besatz würde ich immer für eine kräftige

Filterung
sorgen. Gefilterte Becken sind (gerade für Anfänger) leichter stabil zu halten und verzeihen eher mal einen kleinen Fehler/Nachlässigkeit. Außerdem lieben die Kardinäle nach meiner Erfahrung eine gewisse Strömung. Siehe oben.

Beleuchtung:
Die Fische selbst brauchen nur eine minimale Beleuchtung. Bzw. normales Tageslicht in einem Innenraum genügt ihnen schon. Mehr Licht ist nur für die Bepflanzung notwendig. Übrigens kommen die Farben der Kardinäle in leicht gedämpften Licht sowieso am Besten zur Geltung. Daher würde ich immer für einen gewissen Bewuchs der Wasseroberfläche sorgen und auch der Bodengrund sollte nicht zu hell sein. Wie viele andere Fische auch lieben es Kardinälchen eher schummrig.

Heizung/Kühlung:
Bei einem normalen Indoorbecken definitiv nicht notwendig. Siehe Unterpunkt Temperaturansprüche. Wichtiger ist es, bei der Standortwahl des Beckens darauf zu achten, dass die Wassertemperatur nicht längerfristig deutlich über 25°C steigt. Lässt sich das einmal nicht vermeiden, sollte man mit vermehrter Oberflächenbewegung/Sprudelstein dafür sorgen, dass zumindest die Sauerstoffsättigung des Wassers optimal ist.

Eine gewisse Schwankung der Temperatur zwischen Tag und Nacht (Nachts deutlich kühler) und zwischen den Jahreszeiten (Kühle Winter"ruhe") tut den Tieren ausgesprochen gut, ist aber nicht überlebensnotwendig.

Wasseraufbereitung/Medikamente/Düngung:

Irgendwelche chemischen Mittelchen zur Wasseraufbereitung sind bei diesen robusten Kerlchen (wie bei den meisten anderen Fischen auch) völlig fehl am Platz und höchstens schädlich. Übliche aquariengeeignete Dünger werden normal vertragen, genau wie eine CO2-Anlage. Wobei beides (Insbesondere CO2) ja im „Kaltwasser“ eher selten eingesetzt wird.
Medikamente werden grundsätzlich gut vertragen. Allerdings sollte man sie -bei halbwegs artgerechter Haltung- (Temperatur!) so gut wie nie brauchen.

E.Pflege

Wasserwechsel
So anpassungsfähig T. Albonubes in vielerlei Hinsicht auch sein mag. Eins mag er überhaupt nicht:
Miese Wasserqualität. Darum würde ich in einem normal besetztem Wohnungsaquarium dringend zu einem regelmäßigem wöchentlichem Wasserwechsel von mindestens 30% raten. Besser wären 50-60%


Fütterung:
Kardinälchen lassen sich problemlos über längere Zeit mit Standardtrockenfutter (Flocken oder Granulat) aus der Dose am Leben halten. Optimale Größe, Färbung und Vitalität dürfte man aber nur mit einer abwechslungsreichen, fleischbetonten Diät erreichen. Kardinäle sind echte, kleine Raubfische und freuen sich über jede Art von Lebendfutter. Auch die gängigen Frostfuttersorten werden gerne genommen. Insgesamt darf das Futter aber nicht zu grob sein. Kardinäle haben ein (für ihre Größe) relativ kleines Maul. Rote Mückenlarven können da (je nach Sortierung) schon zu groß sein. Viele vergleichbar große Salmler beispielsweise fressen deutlich größere Futterbrocken.
Dafür holen sich die kleinen Kerlchen ihr Futter überall ab. Leckeres Futter wird sowohl im freien Wasser erjagt als auch von der Wasseroberfläche gepflückt oder vom Bodengrund aufgeklaubt.

Vergesellschaftung:

Kardinäle sind einerseits recht widerstandsfähig und lassen sich nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen. Andererseits belästigen sie dennoch andere Fische kaum. Sie neigen auch -im Gegensatz zu vielen anderen Schwarmfischen dieser Größe- überhaupt nicht zu solchen Unarten wie Flossenzupfen/Schneckenfühlerbeissen. Meine Kardinäle leben zur Zeit mit einigen sehr großen Apfelschnecken zusammen. Die Schnecken fahren ihre ewig langen Fühler völlig ungehemmt aus. Ein sicheres Zeichen, dass sie so gut wie nie belästigt werden. Daher lassen sich Kardinäle mit sehr vielen Tieren vergesellschaften, solange die Einrichtung jeweils beiden Partnern „taugt“. In meinem aktuellen Becken überleben (und vermehren sich sogar) sogar Redfire Garnelen problemlos. Natürlich solltet man die Kardinäle nicht mit Fischen zusammenhalten, die sie aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten als „Futtertiere“ ansehen würden.

F.Vermehrung/Zucht

Abb.3: ein Weibchen mit schönem Laichansatz:
Click the image to open in full size.

Kardinälchen dürften zu den eierlegenden Fischen gehören, die sich mit am einfachsten nachzüchten lassen. Ideal für Einsteiger, die sich auch einmal an eierlegenden Fischarten versuchen wollen und nicht nur an Guppy und Co. Einziges Problem: Kardinäle fressen begeistert ihre eigenen Eier und auch den Jungfischen wird eifrigst nachgestellt. Zwar werden auch im Elternbecken bei passender Einrichtung (selten) ein paar Jungfische durchkommen. Aber mit minimalem Aufwand lässt sich der „Ertrag“ deutlich steigern.

Grundsätzlich laichen die Tiere unter Zimmaquarienbedingungen das ganze Jahr über und fast täglich. Zumindest sollten in einer Gruppe halbwegs artgerechter Größe fast immer ein-mehrere laichbereite Weibchen vorhanden sein. Die Kerle wollen sowieso immer ;-) Abgelaicht wird hauptsächlich am frühen Vormittag. Zur „Rettung“ des Nachwuchses sind in erster Linie zwei Methoden empfehlenswert:

1.Separierung nur der Eier:
-Einfach in das Elternbecken ein optimales -aber mobiles!- Laichsubstrat einbringen. Das kann ein Mop sein, ein Knödel Filterwatte oder eine ordentliche Portion Javamos. Auch die schon erwähnten Wurzelbüschel großer Schwimmpflanzen leisten hier hervorragende Dienste.
-Am späten Vormittag/mittags das Laichsubstrat entnehmen und in ein komplett kahles Minibecken überführen. Ideal ist ein 10-25l- Glasrechteckbecken. Notfalls tut es auch ein (sauberer) 10l Kunststoffeimer. Als Einrichtung ist Wasser ;-) und evt. ein Sprudelstein zur Belüftung völlig ausreichend.
-Jetzt heißt es warten, bis die Kleinen schlüpfen. Bei Zimmertemperatur sollte das ca. 4-7 Tage dauern.
-Als Aufzuchtfutter für die (extrem winzigen) Jungfische eignet sich grundsätzlich das gleiche Futter wie für die Alttiere. Für faule Aquarianer bietet sich feinstes Flockenfutter wie z.B. Sera Micron an. Aber auch sämtliche tierischen Futtersorten, die die Alttiere fressen, sind geeignet. Natürlich muss derartiges Futter dann vorher (wirklich staubfein!) zerkleinert werden. Hier sind Pürierstab oder Moulinette die Freunde des Aquarianers. Wer es professioneller betreiben will, startet für die ganz kleinen einen Infusorienansatz und zieht für die Halbstarken dann Artemia, Microwürmchen und Co ;-)

2.“Externes“ Ablaichen
Hier richtet man ein Aufzucht-Becken wie in Methode 1 beschrieben her. Auch hier reicht wieder Wasser und ein Sprudelstein. Dazu bringt man wieder ein Laichsubstrat ein.
Jetzt am Abend die geplanten Elterntiere dazusetzen. Bei solch kleinen Aufzuchtbecken bietet sich meist ein Zuchtansatz von 2 Männchen mit 2-4 Weibchen an. Am nächsten Tag dann die Zuchttiere wieder spätvormittags/mittags zurücksetzen. Mit etwas Glück haben sie bereits reichlich Eier hinterlassen.
Der Rest läuft dann wie bei Beispiel 1 ;-)


Abb.4: Die Jungtiere sind winzig. Dieser ist schon ca.5-10 Tage alt. Ein Kästchen hat 5mm (Rechenheft).
Click the image to open in full size.

Vor und Nachteile der Methoden:

Bei Beispiel 1
Vorteile: Minimaler Aufwand, null Stress für die Elterntiere.
Nachteile: Nicht sehr effektiv. Meist werden viele Eier schon vor der Entnahme von unbeteiligten Fischen „verwertet“. Man kann die Elterntiere nicht gezielt selektieren.

Bei Beispiel 2
Vorteile: Effektiver. Selbst bei so einem kleinen Ansatz kann es dreistellige Nachwuchszahlen geben. Man kann die Elterntiere gezielt selektieren, indem man sich die „perfektesten“ Exemplare aussucht.
Nachteile: Mehr Stress für die Elterntiere: 2x Umsetzen, kurzer Aufenthalt im kahlen Aufzuchtbecken. Ich hatte allerdings bei diesen Aktionen noch nie Verluste.

Ausführlicher habe ich einige Nachzuchtversuche hier:
http://www.zierfischforum.info/aquar...rassent%FCmpel
dokumentiert.

Und Hier:
http://www.zierfischforum.info/becke...f-840l-10.html
könnt Ihr sehen, wo meine Kardinäle zur Zeit leben ;-)

In Diesen beiden Threads gibt es auch einiges an zusätzlichen Bildern, vor allem von den Jungtieren.

Zuchtformen:

Wie bei allen "Aquarien"fischen, die schon länger in Gefangenschaft gehalten werden und sich eher leicht züchten lassen, gibt es auch von T. albonubes diverse Zuchtformen. Da gibt es Teilalbinos=Goldene Kardinäle und auch komplett weiße Albinos mit roten Augen. Und natürlich diverse, teils recht extreme Schleierformen. Meiner Meinung nach kann man einen so schönen Fisch mit derartigen Bemühungen nur verschlimmbessern.
Bei den Farbzuchtformen sage ich dennoch: Wem es gefällt, warum nicht. Diese Tiere sind im allgemeinen ähnlich robust wie die "Wild"form. Bei Schleierflossen ist für mich persönlich allerdings eine Grenze erreicht. Vor allen, wenn die Flossen so lang werden, dass sie die Schwimmfähigkeit behindern.

F. Abschluss und Danke ;-)

Wie immer am Schluß an Danke an alle, die bis hier gelesen haben ;-) Ich hoffe ich konnte bei einigen (erneut?) das Interesse für diese wunderschönen kleinen Fische wecken. Die alten Hasen, für die das alles Selbstverständlichkeiten sind, mögen mir meine Ausführlichkeit verzeihen und einfach zu interessanteren Threads wechseln ;-)

Fragen, Kritik, Anregungen und Ergänzungen sind jederzeit gerne gesehen. Besonders, wenn Ihr schöne Kardinalfotos habt, dürft Ihr sie hier sehr gerne einstellen. Meine eigenen fotografischen Fähigkeiten sind leider sehr limitiert :-(

Tschüß,
Schneckinger




Geändert von Schneckinger (18.11.2016 um 19:53 Uhr)
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Alt 12.11.2016, 20:45   #2
GuppyFadenfisch
 
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Moin
Ganz Tolle und Informative Abhandlung.
Einfach Toll!!
Lg

PS Mal aus Interesse, Wie lange hast du dafür gebraucht.
GuppyFadenfisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.11.2016, 20:52   #3
Schneckinger
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Hi Guppy,

Danke für das Lob ;-)
Wie lange? Schwer zu sagen. Längere Artikel, bei denen ich evt. ein bischen recherchiere, formatiere und Fotos eingliedere, dauern bei mir immer mehrere Tage oder auch mal 2-3 Wochen. Da wird dann die Roffassung unter Openoffice offline erstellt. Manchmal sogar der erste Entwurf auf Papier mit Kuli (eine veraltete Technik, die Du wahrscheinlich gar nicht mehr kennst). Und ich feile dann immer mal wieder dran, wenn ich etwas Zeit übrig habe. Meist spät abends, wenn der Rest der Family schon pennt und mich nicht mehr nervt!
Dann erst landet die fast-fertig-Version im Forum und wird nochmal durchgecheckt/nachformatiert. Leider vertragen sich meine Office-Version und die Forensoftware nicht immer 100%ig ;-)

Es dauert also insgesamt recht lange (siehe mein Nick). aber es macht mir auch Spass so etwas zusammenzuschreiben. Dafür hänge ich fast nie vor der Glotze ;-)


Tschüß,
Schneckinger

Geändert von Schneckinger (12.11.2016 um 21:22 Uhr)
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Alt 13.11.2016, 19:23   #4
Holger74
 
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Hallo Schneckinger

Ein sehr schöner Bericht. Gerade in Zeiten höherer Energiekosten spart ein Aquarianer hier auch Heizkosten.

LG
Holger74 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.11.2016, 19:34   #5
Birka
 
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Zitat:
Zitat von Holger74 Beitrag anzeigen
Hallo Schneckinger

Ein sehr schöner Bericht. Gerade in Zeiten höherer Energiekosten spart ein Aquarianer hier auch Heizkosten.

LG

Genau - dass ist doch ein PLÄDOYER für die Kardinäle
Birka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.11.2016, 19:45   #6
Nordlicht1
 
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Hallo Schneckinger,

vielen Dank für den tollen Bericht. Ich pflege seit 3 Monaten 10 von diesen wunderschönen Tieren im 180l Becken mit Makropoden und Panzerwelsen (Paleatus).
Kann nur bestätigen, dass sie frisches kühles Wasser mögen und gern in der Filterströmung surfen, auch dass sie sehr schwimmfreudig sind.

Ich habe gestern ein paar wie ich finde schöne Bilder von ihnen machen können.

Gruß
Angelika
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg DSC_00332.jpg (31,8 KB, 43x aufgerufen)
Dateityp: jpg DSC_034100.jpg (44,3 KB, 128x aufgerufen)

Danke: (1)
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Alt 13.11.2016, 20:07   #7
Schneckinger
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Hi miteinander,

Danke nochmal für Lob und "Dankes" ;-)

Ganz tolle Bilder hast Du da gemacht Angelika. Genau das will ich ständig aufnehmen und schaffe es nicht:
Zwei Kardinalmännchen im Revier/Kommentkampf. Da zeigen sie ihre schönsten Farben. Leider halten sie dann aber (naturgemäß) auch nicht still. Ich bekomme sie dabei nie scharf :-)
Hab ich wohl zu dicke Finger dazu.
Bitte knipse unbedingt weiter Kardinäle und stell sie hier ein!

Tschüß,
Neidinger
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Alt 13.11.2016, 21:47   #8
jope06
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Hi,

Zitat:
GH +KH:
Kein extremes Weichwasser unter 5° Nach oben geht praktisch alles, solange das Wasser noch flüssig ist ;-)

PH:
Von knapp unter 6 bis über 8 möglich. Werte um 7 finde ich optimal.
Die beiden Angaben widersprechen sich. Für einen pH von 6 braucht man schon fast karbonatfreies Wasser.
Auch das Optimum dürfte eher bei pH 7,5 liegen.

gruß jo
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Alt 14.11.2016, 13:02   #9
Holger74
 
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Hallo Schneckinger

Bedeutet dies das man die Fische auch in einem ungeheizten Raum ohne Heizung im Becken pflegen kann?

LG
Holger
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Alt 14.11.2016, 13:44   #10
Schneckinger
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Hi Holger,

bei einer problemlosen Temperaturtoleranz von 13-23°C völlig problemlos. Es sollte halt nicht DAUERHAFT wärmer als 23°C sein. Und unterhalb von ca 13°C (manchmal auch 10°) geht es ihnen ja auch nicht schlecht. Sie werden nur etwas inaktiver und stellen alle Balz- und Revierkampfaktivitäten ein. Winterruhe halt.

In einem normalen Wohnraum mit Temperaturen zwischen 18 und 22°C fühlen sie sich also pudelwohl. Einr gewisse Nachtabsenkung der Temperatur ist sogar vorteilhaft. Sollte das Becken im Schlafzimmer stehen und Du sehr viel mit offenem Fenster schlafen, werden sie halt erst im Frühjahr wieder ernstlich mit der Balz beginnen ;-)

Ähnlich in einem frostfreien Kellerraum. So lange es nicht dauerhaft unter 10°C geht, nach meiner persönlichen Erfahrung überhaupt kein Problem. Nach diversen Berichten (s.o.) vertragen sie sogar noch niedrigere Temperaturen.

Tschüß,
Schneckinger
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