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Alt 12.06.2016, 14:43   #1
Schneckinger
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Standard Wie teuer ist das Hobby Aquaristik eigentlich?

Wie teuer ist das Hobby Aquaristik eigentlich?

Hi miteinander!
Mal wieder eine kleine Abhandlung Jetzt gibt’s (schneckingertypisch) mal wieder etwas mehr (hoffentlich nicht zu viel) Lesestoff

Einleitung

Regelmässig taucht (gerade bei Anfängern/Einsteigern) die Frage auf:
„Wie teuer ist ein Aquarium in Anschaffung und Betrieb?“
Selbstverständlich lässt sich dass nicht für alle Aquariengrößen und -Designs allgemein beantworten.

Aquaristik kann mit Geduld und Verstand betrieben, SEHR günstig sein. Andererseits sind beim Preis -je nach Technik, Design und Besatz- die Grenzen nach oben völlig offen.

Dieser Thread richtet sich in erster Linie an Einsteiger oder an Gäste, die nur mal im Forum vorbeischauen. Aber vielleicht bringt er ja auch manchen erfahrenen Aquarianer auf neue Gedanken

Ich versuche das mal an einem Standard-Rechteck-Becken mit ca. 112l zu demonstrieren. Beginnend mit der günstigsten Lösung und dann langsam (finanziell, technisch und besatzmässig) aufsteigend. Insgesamt geht es hier wieder prinzipiell um Süßwasseraquaristik.
-Weil ich von Meerwasseraquaristik null Ahnung habe!
-Weil die Meewasseraquaristik sich in ganz anderen finanziellen Sphären bewegt.

So, jetzt geht es richtig los:

Anschaffungskosten

A.
Für alle, die kein Problem damit haben, mit „gebrauchtem“ zu arbeiten!


1.
Das (fast) umsonst Aquarium:


Becken:

Hier ist Ebay (und vergleichbare Kleinanzeigenportale) oder Euer örtliches Anzeigenblättchen sowie die schwarzen Bretter der Supermärkte Euer bester Freund. Ich hab gerade mal nachgeschaut: Im Umkreis von 50km meines Wohnortes werden drei 60cm/54l und zwei 80cm 112l Aquarien als zu verschenken angeboten. Wer also (Auto)mobil ist, braucht für derartige (Standard-)Becken kein Geld auszugeben. Höchstens das Benzingeld wäre zu rechnen.

Bodengrund:
-Kiesgrube, Sandgrube. Wenn noch kommerziell betrieben, unbedingt nachfragen ob Ihr euch die 2-3 Eimer benötigten Kies/Sand holen dürft, sonst kann es Ärger geben. Persönlich musste ich dafür noch nie bezahlen.
-Alternativ: Meeres oder Seestrand, Bachufer...

Deko:
-Steine: Siehe oben, bzw. einfach mal beim Spazieren gehen (vor Allem an Bächen, Flüssen, Meer) die Augen offen halten. Aber vorsichtig: Wenn ihr eher weiches und saures Wasser habt/braucht, sind kalkhaltige Steine eher ungeeignet.
-Holz, Wurzeln, Blätter: Auch hier bietet die heimische Natur reichlich tolles und gut geeignetes Material. Zu dem Thema habe ich hier im Forum bereits vor längerer Zeit zwei Artikel veröffentlicht:

http://www.zierfischforum.info/allge...bhandlung.html

http://www.zierfischforum.info/aquar...bhandlung.html

Pflanzen:
Einfach wieder heimische Gewässer absuchen. Vorwiegend eignen sich stehende oder sehr langsam fließende Gewässer. Pflanzen aus schnell fließenden Bächen kommen im Aquarium meist nicht zurecht. Bitte aufpassen, dass Ihr nicht in Naturschutzgebieten/geschützte Pflanzen plündert. Im Zweifelsfall beim Grundstücksbesitzer und/oder der unteren Naturschutzbehörde nachfragen.

Und wieder in die Kleinanzeigen/den Forumsmarktplatz schauen. Dort werden immer wieder Pflanzen gegen Porto/Abholung angeboten. Und es gibt einige Pflanzen, die in einem derartigem techniklosen Becken zurechtkommen (Z.B. Anubias, Javafarn, diverse Moose, manche Cryptocorynen, Echinodoren...)

Technik:
Auch wenn es so Mancher nicht glauben wird. Bei passendem Besatz und Standort des Beckens ist absolut null Technik nötig!

Standort:

-Wenn Pflanzenwuchs gewünscht ist, sollte das Becken möglichst nah an einem Fenster stehen. Bei mir haben Ost- bzw. Südost Fenster immer am Besten funktioniert. An Südfenstern wird es im Sommer häufig zu heiß. Nord und Westfenster bekommen oft zu wenig Licht.
-Fällt die Temperatur des Beckens nicht dauerhaft unter 18°C ist durchaus ein Besatz mit einer ganzen Reihe von subtropischen Fischen möglich.

Unter“schrank“:
Als Aquarienmöbel eigenen sich neben Spezialschränken in diesem Bereich auch viele stabile Standardmöbel. Aber bitte bedenken: ein 80cm Standardbecken wiegt „fertig“ zwischen 110 und 150 Kilo. Die normale Fensterbank bräuchte also wahrscheinlich zumindest eine Verstärkung. In vielen Fällen dürfte gelten: Wenn sich der Hausherr auf das Aquarien“Möbel“ stellen/setzen kann, ohne das es zu knirschen beginnt, sollte es auch das Becken aushalten. Bei schlankeren Hausherren einfach die Hausherrin dazusetzen

-Filterung:

Bei mäßigem Besatz und REGELmäßigem Wasserwechsel nicht nötig

Besatzvorschläge für ein derartiges Becken:

Allgemein:
Prinzipiell ist es meist leichter in derartigen Becken subtropische Arten zu halten als heimische Tiere. Den Gästen aus dem Süden eine gewisse Mindesttemperatur zu bieten ist meist kein Problem. Aber bei den „Einheimischen“ eine Höchsttemperatur (Sommer!) nicht zu überschreiten, ist wesentlich schwieriger. Dazu kommt der hohe Sauerstoffbedarf der meisten heimischen Fischarten, die grössenmäßig in ein solches Aquarium passen.

Fische (Beispiele):
-Ein Pärchen Paradiesfische (Macropodus opercularis ODER
-Eine Gruppe Guppys (Poecilia reticulata) oder Endlerguppys (Poecillia wingei) ODER
-2-4 Paare Zwergschwarzbarsche (Ellassoma evergladei) ODER
-Brauner Antennenwels (Ancistrus spec.) ODER
-1 Trüppchen Kardinalfische (Tanichthys albonubes)
-...

Schnecken:

-Posthornschnecken
-Blasenschnecken
-Indische Turmdeckelschnecken
-...

Garnelen:
-Vor allem alle Farbformen von Neocaridinia davidii (Redfire und co) sowie
-Amanogarnelen (Caridinia multidentata)
-...

Übrigens alles Arten, die man mit etwas Geduld relativ günstig von privaten Züchtern (Kleinanzeigen, Foren) bekommen kann.

Wichtig ist bei einem derartigen, techniklosen Becken, sich mit dem Besatz zurückzuhalten, damit das Wasser nicht zu sehr belastet wird. Typischerweise werden solche Becken Artaquarien sein. Wobei beispielsweise EIN Antennenwels eine gute Ergänzung zu eher oberflächenorientierten Fischen sein kann.

(vor allem Zwerg-)Garnelen und und Schnecken funktionieren sowohl allein, als auch in (manchen) Kombinationen mit Fischen.

Finanzieller Aufwand:


Anschaffung:
So könnte man mit minimalem finanziellem Aufwand (5€ Benzingeld, 5-15€ für den Fischbesatz) in das tolle Hobby Aquaristik „einsteigen“.

Betrieb:
Nur Fischfutter und das Wechselwasser für einen wöchentlichen Wasserwechsel. Wer selber tümpelt kann sogar an einen erheblichen Teil seines Futters umsonst kommen.

2.
Nur minimal teurer:
ein Hamburger Mattenfilter (HMF) dazu.


Schon mit einer (einfachen) Filterung ist es möglich den Besatz deutlich zu erhöhen. Das Becken läuft dann häufig auch stabiler und verzeiht auch einmal leichter (kleine) Fehler. Was ja gerade bei Anfängern eine Rolle spielen dürfte.

Eine der einfachsten und wartungsärmsten Filterlösungen ist ein Hamburger Mattenfilter in Eckbauweise als Eigenbau. Wie ein solcher Filter ausschaut/gebaut wird lässt sich natürlich leicht googeln. Aber ich habe die Konstruktion auch hier:
http://www.zierfischforum.info/becke...s-beckens.html
Post 3
in einem meiner Threads beschrieben. Bei vernünftigem/mäßigem Besatz kann ein derartiger HMF jahrelang ohne Wartung laufen.

Als Antrieb für den HMF eignen sich bei dieser Beckengröße sowohl ein (Tschechischer) Luftheber als auch günstige Zimmerspringbrunnenpumpen aus dem Baumarkt. Wenn man das Material komplett kaufen muss, lässt sich ein derartiger HMF dennoch leicht für unter 25€ realisieren.

Dann wären z.B. problemlos (ohne weitere Technik) z.B. folgende Besatzkombinationen möglich:
Wieder nur als Beispiele. Da ist noch viel mehr machbar!

Oben:
-Ein Paar Makropoden
Mitte:
-Eine Gruppe Kardinalfische
Unten:
Eine Gruppe Panzerwelse einer Art, die auch mit etwas niedrigeren Temperaturen auskommt. Wie z.B. Metallpanzerwelse (C.aenaeus) oder Leopardpanzerwelse ( Corydoras paleatus)
oder

Oben/Mitte:
-Platys
-Unten:
Panzerwelse oder/und ein Antennenwels
oder

Oben:
Guppys
Mitte:

Neonsalmler (Paracheirodon innesi)
Unten:
Welse wie oben.

Wirbellose wären als Besatzergänzung wie bei Variante 1 möglich.

Aber bitte aufpassen! Das Becken nicht überbesetzen. Weder was die Individuenanzahl angeht, noch die Artenzahl. Ich besetze derartige Becken MAXIMAL mit drei verschiedenen Fischarten auf einmal. Meist weniger.

Finanzieller Aufwand.
Anschaffung:
Zusätzlich zu Variante 1 Material für den HMF (ca.10-15€) und eine Zimmerspringbrunnenpumpe als Antrieb. Gibt es im Baumarkt in passender Größe je nach Besatz für 10-20€.
Laufende Kosten:
Stromkosten für die Pumpe. Übliche Pumpen in dieser Leistungsklasse brauchen ca. 2-4 Watt.

3.
Noch etwas aufwändiger

Becken mit HMF und Regelheizer.

Hier müsste eigentlich gar nichts geändert werden. Nur ein Regelheizer mit ca. 50-90 Watt dazu ( ca. 10-15 Euro im Fachhandel). Diesen auf 23-25°C einstellen und schon kommt eine Vielzahl von Fischen in den Bereich des Möglichen, die es nicht verträgt, wenn die Temperatur auch nur zeitweise unter derartige Werte fällt.

Aber bitte jetzt von der steigenden Anzahl der Möglichkeiten nicht zu Überbesatz verleiten lassen. Je wärmer das Beckenwasser, desto höher die Stoffwechselleistung der Fische. Im warmen Wasser fressen sie mehr und sche....n auch mehr. Tendenziell verträgt ein kühles Aquarium einen höheren Besatz als ein wärmeres.

Zusätzliche Kosten
Anschaffung:

der Heizer: 10-15€
Laufende Kosten:
Stromkosten für Heizer Und Pumpe. Die Stromkosten für den Heizer sollte man nicht unterschätzen. Je nach der Temperaturdifferenz zwischen Becken und Zimmer läuft der Heizer ca. zwischen 20 und 60% der Stunden des Tages. Da beginnt der Stromzähler schon sichtbar (wenn auch nicht dramatisch) zu ticken.

Die Heizkosten lassen sich übrigens schon mit einer simplen Abdeckscheibe, die auch die Wasserverdunstung reduziert, dramatisch senken.

4.
Für Pflanzenfreunde:
zusätzlich eine künstliche Beleuchtung


Eine zusätzliche künstliche Beleuchtung ermöglicht die Pflege einer Vielzahl weiterer subtropischer/tropischer Pflanzen. Hier kann man dann aber schon richtig Geld ausgeben.

-Wer Glück hat, der hat zu seinem günstigen Kleinanzeigenbecken auch noch eine funktionierende Abdeckleuchte dazubekommen. Diese laufen meist mit Standard Leuchtröhren (T5, knapp 60cm 24W; oder T8, knapp 60cm 18W)), die man in jedem Supermarkt/Baumarkt bekommt. Mit Leuchten in Standard „Tageslichtweiß“ oder „Warmweiß“ dürften die meisten Einsteiger richtig liegen.
Die Röhren verbrauchen ca 20 Watt, der Preis für die Röhren liegt im einstelligem €-Bereich. Als zusätzlichen (oft, aber nicht immer erwünschten) Effekt kann man noch einplanen, dass die Beleuchtung das Becken auch etwas heizt. Der Heizer also entsprechend weniger laufen muss.

-Eine sehr günstige Lösung für Selberbauer sind in meinen Augen LED-Strahler für den Aussenbereich. Diese sind wasserdicht und langlebig. Für ein Becken der Größe, über die wir hier reden, reichen Strahler mit 20 Watt völlig um „Standard“pflanzen der Aquaristik zu pflegen. Ich verwende derartige Strahler über meinen meisten Becken. Siehe auch meine Beckenvorstellungen.

-Im LED-Berich gibt es natürlich eine Vielzahl von High-Tech-Lösungen. Sowohl für Selberbauer, als auch für Fertigkäufer. Aber da würden wir finanziell relativ schnell abheben

B.
Für den Aquarianer, der alles neu haben möchte.

Vorteile

- Garantie!
-Becken ist mit allen Einrichtungsgegenständen (im allgemeinen) sofort und an einem Ort verfügbar.

1.Die „Baumarktlösung“

Hier sind für den Einsteiger wahrscheinlich meist die Komplett-Startersets am günstigsten.
80cm Standardbecken mit Abdeckleuchte, Filter und Heizung (sowie meist ein bischen -mehr oder weniger sinnvolles- Kleinzubehör) sind im Fachhandel immer wieder für deutlich unter 100€ zu bekommen. Im Baumarkt wird es vielleicht noch etwas günstiger. Auch wenn mancher Fachmann bei derartigen Billiglösungen aufstöhnt:
Für die Pflege einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren ist diese Standardtechnik völlig ausreichend.

Als sehr günstiger Bodengrund eignen sich beispielsweise (unbehandelter) Kinderspielsand oder (meine Lieblingslösung) Poolfiltersand.
Bei den Pflanzen würde ich weiterhin Privatanbieter auf Foren/Marktplätzen/Börsen empfehlen. Dort bekommt man (meist) mindestens die Qualität wie im Handel und das meist zu deutlich günstigeren Preisen.

Bei nicht zu „exotischem“ Besatz sollte sich auch ein derartiges Becken komplett eingerichtet und besetzt für weit unter 150€ realisieren lassen. + den Unterschrank/die Unterkonstruktin.

2.Die Fachhandelslösung:


Auch im Fachhandel werden immer wieder einfache „No-Name“-Komplettsets angeboten. Dann aber meist 20-30% teurer als im Baumarkt. Ohne wirklichen Qualitätsgewinn.

Anders sieht es bei den Sets namhafter Markenhersteller aus:

Juwel, Eheim, Tetra... und wie sie alle heissen. Hier bekommt man Kombis, bei denen Becken und Unterschrank in einem Guß „designt“ sind. Meist passt auch die Technik gut zu Beckengröße und Form. „Standardbesatz“ vorausgesetzt. Allerdings gibt man für solche Sets dann auf jeden Fall höhere dreistellige Euronensummen aus. Es kann auch schnell 4-stellig werden.

3.Für den Individualisten:

Wer ungewöhnliche Sondermaße oder spacige Formen haben möchte, ist sicher beim Aquarienbauer am Besten aufgehoben. Dort bekommt man Aquarien in allen Größen und Formen, meist auch mit dazu passenden Unterschränken und Abdeckleuchten. Ganz nach Kundenwunsch. Allerdings auch zu gesalzenen Preisen. Individualität und Sonderwünsche sind (berechtigterweise) teuer.
Derartige Traumbecken waren für mich persönlich bisher noch nie in interessant bzw. in Reichweite

Laufende Betriebskosten

- Im techniklosen
Becken gibt es logischerweise keinen Stromverbrauch
- Wasserkosten las
sen sich bei einem Wasserwechsel von 30-50% 1x die Woche bei dieser Beckengröße vernachlässigen.
- Versicherungskosten fallen normalerweise keine zusätzlichen an. Becken bis ca. 250l lassen sich meist problemlos in eine übliche Hausratsversicherung einschließen -ohne Prämienerhöhung. Hier ist aber ein Blick in den Versicherungsvertrag oder ein Anruf bei Versicherungsvertreter sicher sinnvoll.

Je mehr Technik
dazu kommt, desto höher die
Stromkosten.

Als Faustregel kann man sagen:
1 Watt dauernde (24h, jeden Tag) Leistungsaufnahme kostet ungefähr 1€ pro Jahr

Filter :
Läuft 24h am Tag durch. Also Pro Watt 1€ Pro Jahr

Beleuchtung:
Läuft typischerweise ca. 12h am Tag: also pro Watt ca. 0,50€ pro Jahr


Heizung:
Je nachdem, wie warm das Wasser sein soll und wie groß die Temperaturdifferenz Aquarienwasser/Raumtemperatur ist sehr unterschiedlich. Ich gehe jetzt mal von ca. einem Drittel effektiver Heizzeit aus. Da wäre dann ca. 0,30€ pro Watt und Jahr.

Gehen wir mal von einem voll ausgerüsteten Becken mit mittlerer Ausstattung aus:

Innenfilter mit ca. 25 Watt: 25€ im Jahr
Beleuchtung 2xT8 Röhre a 18 Watt: 18€ im Jahr
Heizung: 100 Watt: nochmal ca. 30€ im Jahr

Gesamt: 75(-100)€ Stromkosten im Jahr.

Futterkosten:
Einer der variabelsten Punkte. Wenn man nur die Kosten in € rechnet und nicht Mühe und Zeitaufwand, dann kann man die Mehrzahl an Aquarienfischen praktisch
kostenlos versorgen:
Durch:
- selber Tümpeln von Lebendfutter
- Sammeln von Laub und Wildkräutern
- Verfüttern von Gemüse- und Fischresten, die in der Küche anfallen
- Anlegen eigener Futtertierzuchten.

Aber auch mit „Fertigfutter“ muss man nicht die Welt ausgeben. Eine übliche Dose Standardflockenfutter kostet deutlich unter 10€ und sollte in einem Becken dieser Größe mindestens 2 Monate reichen.

Teurer wird es dann bei Tieren, die Lebend- Frostfutter zwingend brauchen, wenn man nicht selber tümpeln will. Aber auch hier kostet bei uns eine Tafel Frostfutter zwischen 2 und 3€. Wenn man sie nur als Ergänzung zu Flocken nutzt (ca. eine Tafel im Monat) bleiben die Kosten also auch im Rahmen.

Möglichkeiten die Aquaristik richtig teuer zu machen

Neben Designbecken gibt es auch noch weitere Kostentreiber:
- Co2-Düngung (Anschaffungskosten und Nachfüllkosten der Druckgasflasche)
- UV-Klärer (Anschaffungskosten und Stromverbrauch)
- Aufwändige LED-Beleuchtung
- Super-Premium-Spezialfutter
- Aufwändige Düngesysteme
- Wassertestkoffer (Anschaffungskosten und laufende Kosten beim Nachfüllen)

All diese Dinge können durchaus sinnvoll sein (Pflege spezieller Pflanzen und Tiere, Aquascaping...), vor allem wenn man „fortgeschrittene“ Projekte plant. Für den Einsteiger sind sie im Allgemeinen komplett überflüssig.

Uns am allerteuersten ist immer Ungeduld!

Fazit

Aquaristik wird nie ein ausgesprochenes Billighobby werden (fände ich auch nicht wirklich gut). Aber wer bereit ist selber Zeit und Mühe zu investieren, kann mit erstaunlich wenig Geldaufwand schöne Unterwasserwelten zu sich nach Hause holen.

Am teuersten ist in der Aquaristik Ungeduld und Bequemlickeit!

- Wer bereit ist auch einmal ein-zwei Monate die Kleinanzeigen zu durchforsten, der macht das Schnäppchen beim Aquarienkauf.
Wer sich Mittags entscheidet und Nachmittags gleich kaufen will, der zahlt halt drauf.

- Wer mit wenigen Pflanzen anfängt und ihnen Zeit gibt zu wachsen spart. Wer gleich alles mit „perfekten „ großen Pflanzen einrichten will, der muss dafür halt bezahlen.

-Gleiches gilt bei so manchem Fisch und vielen Wirbellosen: wer sein Becken wirklich passend einrichtet und sie gut versorgt, der kann mit einer kleinen Gruppe starten und seinen Bestand mit eigenem Nachwuchs aufstocken.

-Richtig Geld sparen kann man auch mit Tümpeln und eigenen Futtertierzuchten. Zwischen ca. März und Oktober kaufe ich praktisch kein Futter im Handel, sondern versorge mich fast nur aus Tümpeln, Bächen und Regentonne sowie Wiese und Garten.
In den Restmonaten gibt es immer noch einen gewissen Anteil selbst „erjagtes“ Futter, sowie selber eingefrorene „Beuteüberschüsse“. Auch im Winter kommt bei mir max. ein Drittel des Futters aus dem Handel.

Den Zeitaufwand für Tümpeln, Gemüseschnippeln und Futtertierzuchten sehe ich übrigens nicht als Zeit“verlust“ im eigentlichen Sinne. Sondern als einen (auch) schönen Teil meines Hobbys.

Selbstverständlich steigen die Kosten mit Größe und Anzahl der Becken, sowie mit zunehmender technischer Ausstattung. Nach oben hat der Kostenrahmen keine Begrenzung, wie fast überall.
Aber wer bereit ist Aquaristik mit Geduld, Hirn und Eigeninitiative zu betreiben, der kann zu insgesamt eher geringen Kosten über viele Jahre Freude an diesem tollen Hobby haben.

Ich habe hier als Beispiel das 112l Standardbecken gewählt, weil es eine der häufigsten Aquariengrößen ist. Prinzipiell lassen sich aber alle diese Ausführungen auch auf andere Beckengrößen übertragen. Gerade im Bereich der „Groß“becken ab 500l ist es immer wieder erstaunlich, was für Schätze auf dem Gebrauchtmarkt günstigst verkauft werden.

Kleine Abschlussbemerkung

Ich bin ein echter Geizkragen bei Stromverbrauch, Beckenanschaffung, Futter und Einrichtung. Für schöne Tiere und Pflanzen in erster Qualität aus guter Hand gebe ich aber gerne etwas mehr aus. Ich finde es nicht richtig, wenn lebende Tiere in Sonderangebotsaktionen verheizt werden. Langfristig gesehen sind die Kosten für Besatz und Bepflanzung ja doch die geringsten Kostentreiber. Zumal bei vernünftig betriebener Aquaristik vor allem Fische oft viele Jahre leben, bzw. der Bestand sich durch Vermehrung selbst erhält.

So das wars jetzt (endlich)

Fragen/Ergänzungen/Kritik?

Immer her damit! Dazu ist der Thread da!

Tschüß,
Schneckinger

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Alt 12.06.2016, 20:28   #2
Katrin17
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Hallo!

Hier findet ihr den Original-Thread, dort seid ihr auch herzlich zum mitschreiben eingeladen:

http://www.zierfischforum.info/allge...igentlich.html

Grüße Katrin

Geändert von Katrin17 (12.06.2016 um 20:32 Uhr)
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