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Alt 10.02.2019, 15:48   #31
Otocinclus2
 
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Standard Leergefischt - sind Afrikas Seen noch zu retten?

Im Post #27 hatte ich ja schon u.a.auf den Malawisee und die dortige Überfischung hingewiesen. Aber da scheint es jetzt Hoffnung auf Besserung zu geben:


In diesem knapp halbstündigem Beitrag in der ZDF-Mediathek wird über den Versuch von Dr. Marina Gebert und Dr. Bernd Ueberschär berichtet, eine Zucht des Chambo (Oreochromis lidole) aufzubauen:


https://www.zdf.de/dokumentation/pla...etten-100.html


Bleibt zu hoffen, dass dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein wird.


Gruß
Otocinclus2

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Alt 10.02.2019, 16:19   #32
carpenoctemtom
 
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Standard

Das Problem in allen Grabenbruchseen (Malawi, Tanganijka und Victoria) sind die kommerziellen, großen Fangflotten. Diese kommen oft aus ganz anderen Ländern und wollen nur ausbeuten.
Allerdings ist der Versuch mit dem Chambo wirklich hervor zu heben. Da er dort (Malawisee) tatsächlich endemisch ist. Und eben nicht mit Neozoen versucht wird, etwas zu kitten.
So lange sich aber an der kommerziellen Fischerei in den dortigen Seen nichts ändert, bleibts für die Einheimischen nur Augenwischerei...
Tom

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Alt 06.03.2019, 18:35   #33
Otocinclus2
 
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Standard Rückgang der Aale - Der Parasit im Parasit

Der Europäische Flussaal (Anguilla anguilla) wird bekanntlich immer seltener.


Bereits seit den 1960er Jahren stellen die Wissenschaftler einen mittlerweile dramatischen Rückgang der Populationen fest.


Der Bestand der Glasaale (also die aus der Sargassosee kommenden Jungaale) beträgt nur noch 1% - verglichen mit 1970!
https://www.nationalpark-wattenmeer.de/node/1348
Zitat:
"Die Bestandssituation des Aals ist sehr kritisch. Das heutige Glasaalaufkommen entspricht 1 % der Höchstwerte Ende der 1970er Jahre und 3 - 5 % des langjährigen Mittels."

Die Gründe hierfür sind vielfältig.


So wurde durch wasserbauliche Maßnahmen den Jungaalen das Einwandern in ihre ursprünglichen Habitate erschwert oder gar unmöglich gemacht. Ebenso die Rückwanderung der adulten Aale in die Sargassosee, wo sie ablaichen.


Ein wohl noch schwerwiegenderer Grund für den Rückgang ist der illegale Fang und der Schmuggel von Glasaalen nach Ostasien, und hier vor allem nach China. Dort gelten sie als Delikatesse, für die derart horrende Preise gezahlt werden, dass sich der Schmuggel mit ihnen noch mehr lohnt, als der mit Drogen oder Waffen.
https://www.nau.ch/news/schweiz/baby...okain-65480340


Es gibt aber noch einen weiteren gravierenden Grund, den die Wissenschaftler bis vor einiger Zeit noch gar nicht auf dem Schirm hatten, weil er erst vor Kurzem entdeckt wurde:
Der Parasit Anguillicoloides crassus (Schwimmblasenwurm).


Derzeit sind rund 50 - 90 % der Europäischen Flussaale von diesem Parasit befallen. Er schwächt die adulten Tiere so sehr, dass viele von ihnen die Laichgewässer (Sargassosee) nicht mehr erreichen können.


Maßgeblich für diese hohe Infektionsrate ist ein invasiver Fisch: Die Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus, Syn.: Apollonia melanostomus).

Und dabei ist die Grundel, die von Aalen gefressen wird, noch nicht einmal selbst an diesem Parasiten erkrankt, dient aber gleichwohl als Zwischenwirt.

Das besonders Tückische: Normalerweise werden viele der Schwimmblasenwürmer vom Immunsystem der Zwischenwirte, zu denen auch Ruderfußkrebse oder kleine Fische gehören, abgetötet, so dass sie das bevorzugte Ziel, nämlich den Aal, gar nicht erst lebend erreichen. In der Schwarzmundgrundel allerdins stecken die Larven des Schwimmblasenwurms in einem anderen Parasiten, nämlich in Kratzwürmern - und in denen, gewissermassen wie in einem Matrjoschka-Püppchen versteckt, sind sie vor dem Immunsystem der Grundel sicher und gelangen so in den Aal.
Zitat:
In der Schwarzmundgrundel fanden die Wissenschaftler die mögliche Lösung, warum die Parasiten doch auf die Aale gelangen können. Dieser etwa 20 Zentimeter lange, graue und häufig schwarz gefleckte Fisch stammt ursprünglich vom Kaspischen Meer. Vor wenigen Jahren kam er in Wassertanks von Schiffen in zahlreiche deutsche Flüsse, wo er sich rasant vermehrte und zur Nahrungsquelle für andere Fische wie Barsche, Hechte oder eben Aale wurde.
„Als wir im Rahmen einer Studie Kratzwürmer aus einer Grundel isolierten, befreiten sich aus diesen nach einiger Zeit winzige lebende Larven des Schwimmblasenwurms“, erläutert Wissenschaftler Sebastian Emde, der an dem Projekt mitarbeitet: „Um diesem Phänomen des ,Parasiten im Parasiten‘ nachzugehen, führten wir eine Stichprobe mit 60 Grundeln aus dem Rhein durch.“ Das Ergebnis habe die Forscher überrascht: Insgesamt wies jede dritte Grundel Kratzwurmzysten auf, die mit dem Parasiten Anguillicoloides infiziert waren.
Im Gegensatz zu anderen Fisch-Zwischenwirten traten die Schädlinge bei den Grundeln ausschließlich innerhalb der Zysten, nicht aber in der Leibeshöhle oder der Schwimmblase der Fische aus. „Eine kluge Überlebenstaktitk“ erklärt Sven Klimpel: „So versteckt sich der Parasit vor dem Immunsystem des Wirtes und hat eine bessere Chance, den erforderlichen Endwirt Aal zu erreichen.“


So wird also die Schwarzmundgrundel, die als invasiver Fisch die Nahrungspallette des Aals bereichert hat, für diesen zum tödlichen Mahl!


Ist hier nachzulesen:
https://www.fr.de/wissen/parasit-frisst-11161787.html


Gruß
Otocinclus2

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Alt 09.02.2020, 22:22   #34
dumdi65
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Der Europäische Flussaal vom Aussterben bedroht? Laut diesem Artikel auf jeden Fall

https://www.bund-sh.de/tiere-pflanzen/aale/

Somit bestätigt sich der Artikel von Oto
dumdi65 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.02.2020, 17:00   #35
JonnyB
 
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Hallo zusammen,


eine Organisation darf in diesem Thema nicht fehlen:


http://www.goodeidworkinggroup.com/


Die Goodeid Working Group ist eine internationale Arbeitsgemeinschaft, die sich in vielfältiger Weise mit der Dokumentation, dem Schutz und der Pflege von Goodeiden in Natur und Aquaristik befasst.

Danke: (1)
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Alt 04.08.2020, 18:56   #36
dumdi65
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Hallo.

Heute etwas zum Wüstenkärpfling.

Nicht alle bis heute bekannten Arten des Wüstenkärpflings gibt es noch in der freien Natur. Aber vom Rest sind die meisten in ihrem Bestand bedroht.

Nachzulesen hier

https://www.aqualog.de/blog/wuestenkaerpflinge/

https://www.zootier-lexikon.org/inde...cae&Itemid=702
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Alt 28.09.2020, 22:25   #37
Neon123
 
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Hallo,

Ich kann aus eigener Erfahrung berichten. Als Kind bzw. Jugendlicher habe ich mit Kaltwasseraquarien begonnen. Zumeist habe ich in den Aquarien Moderlieschen oder junge Karauschen gepflegt. Ich erinnere mich auch an Schleie, Elritzen und Flussneunaugen. Als ich mich auf Fische aus Teichen und Seen beschränkt habe waren auch Erfolge zu verzeichnen. Wer einmal einen Schwarm Moderlieschen gesehen hat denkt bestimmt nicht daran das die Tiere aus einheimischen Gewässer stammen.

Ich komme aus den Harz und in der Gegend gibt es viele Teiche und Tümpel. Die Selke und ihre kleinen Nebenarme waren einmal reich an Arten.

Moderlieschen in kleinen Teichen und Tümpel sind kaum noch zu finden. Vor 40 Jahren war das ein "Massenfisch". Elritzen und Flußneunaugen sind meines Wissens vollständig verschwunden. Kleine Nebenarme der Selke sind verschwunden und mit ihnen einige Arten die dort einmal heimisch waren. Viele hat die Landwirtschaft erledigt bzw. die immer schlechter werdende Wasserqualität (Elritze, Moderlieschen) hat den Rest besorgt.

Ich bin Mitte 60 und habe an die 50 Jahre die Veränderungen verfolgen können. Es ist ein Jammer was alles verschwunden ist. Über Fische wie Stichlinge reden wir erst gar nicht. Der ist selten geworden. Wer einmal Stichlingsmännchen bei der Balz gesehen hat vergisst tropische Fische. Aber es soll ja noch einige Bäche geben wo der Fisch zu finden ist.

Habe ich noch einen Fisch vergessen? Schlammpeitzger habe ich noch mit der Hand gefangen. Über den Verbleib dieser Art kann ich nichts sagen da der Bach in dem ich ihn gefangen habe schon lange zugeschüttet ist.

Es ist wirklich schlimm was um uns geschieht und eine generelle Veränderung kann ich nicht entdecken.

Gruß Jürgen

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Alt 28.09.2020, 22:44   #38
carpenoctemtom
 
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Wenn Du balzende Stichlinge sehen willst, es gibt bei Clausthal noch Teiche, wo man sie gut schnorcheln kann...
Tom
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Alt 26.10.2020, 21:14   #39
Reinlinser
 
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Hallo,
ich finde es verblüffend, wie sehr sich manche Menschen davon überzeugt sind, sie würden zum Erhalt einer Art beitragen, und damit etwas Gutes tun, indem sie Fische halten.
Dabei ist Aquaristik doch letztendlich Egoismus des Fischhalters. Man hält Fische, weil man sie schon bzw. interessant findet.

Was eine Art davon haben soll, dass sie in Aquarien dahinvegetieren kann, während sie in der freien Natur ausgestorben ist, ist mir wirklich nicht klar. Vielleicht hat dazu jemand eine passende Aussage? Vielleicht habe ich ja tatsächlich etwas übersehen.....
Reinlinser ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.10.2020, 22:18   #40
Gast1
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Zitat:
Zitat von Reinlinser Beitrag anzeigen
ich finde es verblüffend, wie sehr sich manche Menschen davon überzeugt sind, sie würden zum Erhalt einer Art beitragen, und damit etwas Gutes tun, indem sie Fische halten.
Dabei ist Aquaristik doch letztendlich Egoismus des Fischhalters. Man hält Fische, weil man sie schon bzw. interessant findet.
Ich sehe das etwas anders.
Wieso soll Aquaristik Egoismus des Fischhalters sein? Sicher hält der Aquarianer die Fische weil er es möchte, vermutlich weil sie im gefallen, keine Frage.

Der Duden definiert Egoismus so: „Haltung, die gekennzeichnet ist durch das Streben nach Erlangung von Vorteilen für die eigene Person, nach Erfüllung der die eigene Person betreffenden Wünsche ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer; Selbstsucht, Ichsucht, Eigenliebe“

Vorteile für die eigene Person des Aquarianers will ich noch glauben, schließlich bedient die Haltung dessen Interessen. Aber ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer? Ich setze bei einem Aquarianer voraus, dass er die Tiere so hält, dass sie sich wohlfühlen, dass er ihnen optimale Bedingungen bietet.

Damit kann man aus meiner Sicht Egoismus als Haltungsgrund nicht unterstellen.

Zitat:
Zitat von Reinlinser Beitrag anzeigen
Was eine Art davon haben soll, dass sie in Aquarien dahinvegetieren kann, während sie in der freien Natur ausgestorben ist, ist mir wirklich nicht klar. Vielleicht hat dazu jemand eine passende Aussage? Vielleicht habe ich ja tatsächlich etwas übersehen.....
Nach meiner Auffassung verallgemeinerst Du hier sehr stark.

Alleine der Begriff „dahinvegetieren“ passt nach meinem Dafürhalten nicht. Wie schon oben geschrieben, setze ich bei einem Aquarianer voraus, dass er seine Tiere unter den bestmöglichen Bedingungen hält (schwarze Schafe und Fehler in der Haltung nehme davon jetzt mal aus).

Durch den Erhalt von in freier Wildbahn ausgestorbenen Arten (wird u.a. auch in Zoos und Gen-Banken mit diesem Ziel gehandhabt) in Gefangenschaft, kann diese Art nach einer Renaturierung wieder ausgewildert werden und damit einen (winzigen) Beitrag leisten, eine gesunde Umwelt wieder herzustellen. Ideal wäre dafür natürlich eine abgestimmte und koordinierte Haltung, vergleichbar mit Zuchtbüchern zur Arterhaltung in Zoos. Für eine erfolgreiche Wiederauswilderung ausgestorbener Arten gibt es zumindest bei Säugetieren Beispiele, wie z.B. den Wisent in Europa. Warum sollte das nicht auch bei Fischen mit Hilfe der Aquaristik funktionieren?

Meine Darlegungen sollen nur meine Sicht der Dinge und keine Belehrung sein.

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