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Alt 21.03.2019, 10:56   #21
dumdi65
 
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Moin.

Nun die restlichen Labyrinther.

Die Gattung Anabas, Kletterfische, besteht aus 2 Arten, Anabas cobojius/Ganges Kletterfisch und Anabas testudineus/Kletterfisch. Beide Arten werden über 18 cm groß und brauchen dementsprechend Becken ab 150 cm Länge und mindestens 50 cm Tiefe. Zudem wandern sie gerne von einer Wasserstelle zur andern, machen also ihrem Namen von daher alle ehre. Eine Vergesellschaftung mit kleinen Fischen ist nicht möglich, es sind Raubfische.

Die Gattung Belontia, Insel Makropoden, besteht auch aus 2 Arten, Belontia hasselti/Wabenschwanz-Makropode und Belontia signata/Ceylon-Makropode. Die Endgröße dieser Fische liegt bei 12 - 20 cm. Aufgrund ihres aggresiven Verhaltens sollte ein Artbecken mit einer Mindestlänge von 120 cm bevorzugt werden.

Die Gattung Ctenops besteht nur aus der Art Ctenops nobilis/Spitzkopfgurami. Über diese Fische ist noch nicht sehr viel bekannt Gesichert ist nur die Tatsache das es Maulbrüter sind. Bei der Nahrung ist man sich noch nicht sicher ob es Nahrungsspezialisten sind.

Die Gattung Helostoma besteht nur aus einer Art, Helostoma temminckii/Küssender Gurami. Mit einer Endgröße von 25 cm wird er für normale Becken zu groß, empfohlen werden Becken ab 200 cm Länge. Gefressen wird alles und die Art ist in der Fortpflanzung sehr produktiv, bis zu 10000 Eier pro Laichakt.

Die Gattung Luciocephalus, Hechtköpfe, besteht aus 2 Arten, Luciocephalus aura/Diamant Hechtkopf und Luciocephalus pulcher/Brauner Hechtkopf. Diese Maulbrüter sind Jäger und werden mit 15 bzw. 20 cm auch recht groß. Sie lieben warmes Wasser ab 27 Grad.

Die Gattung Malpulutta besteht nur aus der Art kretseri/Marmorierter Spitzschwanzgurami. Die Art kommt nur in Sri Lanka vor und ist dort geschützt, es gilt ein Ausfuhrverbot von Wildfängen.

Zur Gattung Osphronemus bleibt zu sagen, das sie aufgrund ihrer Größe von 50 cm aufwärts nicht für gängige Aquariengrößen geeignet sind, es sind in ihrer Heimat Speisefische. Die 4 Arten heißen Osphronemus exodon/Elefanten Gurami, Osphronemus goramy/Riesengurami, Osphronemus laticlavius/Roter Riesengurami und Osphronemus septemfasciatus/Siebenstreifen-Riesengurami

Die Gattung Parasphaerichthys besteht aus 2 Arten, Parasphaerichthys lineatus/Burmesischer Längsstreifen-Zwerggurami und Parasphaerichthys ocellatus/Burmesischer Schokoladengurami. bei der ersten Art vermutet man das es Schaumnestlaicher sind, bei der zweiten das es Maulbrüter sind. Beide Arten bleiben klein, um die 3 cm, lieben Alkalisches Wasser. Viel ist über beide nicht bekannt.

Beide Arten der Gattung Pseudosphromenus, P. cupanus/Schwarzer Spitzschwanzmakropode und p.dayi/Roter Spitzschwanzmakropode, sind ruhige,fast scheue Zeitgenossen die sich gut mit kleinen ruhigen Fischen veergesellschaften lassen. Obwohl es Schaumnestlaicher sind lassen sie sich in Becken mit leichter Strömung gut pflegen und nachzüchen.

Das wars jetzt erst mal von mir. Ich hoffe mit dieser Auflistung zum Teil offene Fragen beantwortet und zum anderen euch auch diese Fische ein bißchen näher gebracht zu haben.

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Alt 21.03.2019, 12:22   #22
carpenoctemtom
 
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Zum küssenden Gurami ne kleine (lach) Ergänzung. Sie werden sehr alt, mein Paar wurde 15 Jahre, ca. 24cm. Wenn man das bedenkt und entsprechend plant, kann man durch aus mit 1m Becken beginnen.
Sie sind dann in immer größere Barschbecken umgezogen. Und haben sich auch immer gut behaupten können. Nach 8 Jahren und ausgewachsenen sind sie dann mit einem Jack Dempsey-Paar in 1,50m gezogen. Bei mir hat das wunderbar geklappt. Sie sind zusammen ohne echten Stress alt geworden.
Das war vielleicht auch nur Glück. Was ich zu den Küssern nur ergänzen wollte. In dem 80ern waren sie ja Modefische. Küsser sind Anschaffungen fürs Leben, plant man entsprechend, aber sehr dankbare und interessante Pfleglinge...

Was ich vergaß, Küsser sind Verletzungskämpfer. Ich hatte versucht, zwei Paare zu vergesellschaften, das endete für das eine Paar leider tödlich. Das “niedliche“ Küssen sind Rangkämpfe. Im Jugendalter nett anzuschauen, wenn sie älter werden auf Dauer tödlich. Sind halt Barschartige. Das es damals mit den Jacks funzte, war vermutlich eher Zufall. Heute würde ich sie nur paarweise mit max. großen Welsen vergesellschaften.

Auch die Pärchen rangeln küssend, ohne sich aber zu verletzen. Aber sowohl die Weiber, wie die Kerle dulden auf Dauer keine artgleiche Konkurrenz. Auch kleinere Gruppenfische funzen auf Dauer nicht.

Man liest immer, das sie ein geselliger Gruppenfisch wären. Das war bei mir wie gesagt nicht so. Vielleicht kommt es daher, das sie sehr jung so gepflegt werden können, oder dann Becken sogar deutlich über 2m bräuchten. Ich hatte übrigens die wildfarbene grünlich/silberne Variante.

Da sie Freilaicher sind, braucht man sich um eine Jungenflut nicht zu sorgen, fängt man die bis zu 10.000 Larven nicht raus, werden sie nach spätestens 1 Woche eh weggefressen...

Und da ich grad dabei bin, die Zucht ist sehr einfach.
Ich kann die Zucht aber nicht empfehlen, da die Babys sehr schnell wachsen und aus 10.000 Larven schnell 100+ Jungtiere werden, die man i.d.R. aber nicht so einfach los wird und auch Platzmäßig schnell mehr wollen.
Man darf nicht vergessen, dass sie in ihrer Heimat Speisefische von ca. 1Kg sind.

Die Tiere sind, bis auf Beckengröße im Erwachsenenalter, sehr anspruchslos. 25°C reichen, Wasserwerte sind relativ egal. Fressen tun sie alles was ins Maul paßt, selbst Flocken reichen. Einrichtung nach eigenem Gusto, ich würde aber zu robusten Pflanzen raten., da sie sehr gerne mit ihrem Kußmund Algen abweiden.

So, jetzt wurde es doch ein sehr langer und ausführlicher Erfahrungsbericht...

Tom


Geändert von carpenoctemtom (21.03.2019 um 14:31 Uhr) Grund: Aus kurz mach ausführlich... ;)
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Alt 21.03.2019, 20:48   #23
Otocinclus2
 
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Zitat:
Zitat von dumdi65 Beitrag anzeigen
Die Gattung Belontia, Insel Makropoden, besteht auch aus 2 Arten, Belontia hasselti/Wabenschwanz-Makropode und Belontia signata/Ceylon-Makropode. Die Endgröße dieser Fische liegt bei 12 - 20 cm. Aufgrund ihres aggresiven Verhaltens sollte ein Artbecken mit einer Mindestlänge von 120 cm bevorzugt werden.
Zu diesen beiden Makropoden gibt es jeweils informative "Steckbriefe" von der IGL:
http://www.igl-home.de/labyrinthfisc...hasseltii.html
http://www.igl-home.de/labyrinthfisc...a-signata.html

Zitat:
Zitat von dumdi65 Beitrag anzeigen
Die Gattung Ctenops besteht nur aus der Art Ctenops nobilis/Spitzkopfgurami. Über diese Fische ist noch nicht sehr viel bekannt Gesichert ist nur die Tatsache das es Maulbrüter sind. Bei der Nahrung ist man sich noch nicht sicher ob es Nahrungsspezialisten sind.
Über den Spitzkopfgurami (der auch zu den Schokoladenguramis gezählt wird) weiß Frank Schäfer etwas wirklich außergewöhnliches zu berichten - nämlich dass die Tiere den ständigen Anblick von Artgenossen nicht dauerhaft ertragen!
https://www.aqualog.de/blog/ctenops-...blicke-toeten/


Zitat:
"Es ist nicht so, dass sich Spitzkopfguramis gegenseitig bei Kämpfen verletzen würden, sondern sie ertragen den ständigen Anblick von Artgenossen nicht. Ähnlich wie die meisten Chamäleons im Terrarium oder die Tupajas, auch Spitzhörnchen genannt – als Beispiel für Säugetiere – in Gehegen, sterben Spitzkopfguramis an Nierenversagen, wenn sie ständig Artgenossen sehen müssen. Das geht nicht von heute auf morgen, das dauert mehrere Wochen, aber von da an wird man immer wieder äußerlich unverletzte Exemplare tot im Aquarium vorfinden."

Zitat:
Zitat von dumdi65 Beitrag anzeigen
Die Gattung Malpulutta besteht nur aus der Art kretseri/Marmorierter Spitzschwanzgurami. Die Art kommt nur in Sri Lanka vor und ist dort geschützt, es gilt ein Ausfuhrverbot von Wildfängen.
Dieser Gurami ist leider in seinem natürlichen Habitat bedroht, wie wir hier nachlesen müssen:
https://www.aqualog.de/blog/malpulut...drohtes-juwel/
Erfreulich, dass es von ihnen aber immer wieder mal Nachzuchten gibt:
https://www.aquariumglaser.de/fischa...a_kretseri_de/


Gruß
Otocinclus2

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Alt 23.03.2019, 22:35   #24
dumdi65
 
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Hallo.

Eines wollte ich noch erwähnen, das wäre der Unterschied von Selektiver Zucht, der Evolution und die Anpassung an einen Lebensraum.

Selektive Zucht ermöglicht es Linien zu züchten die gewisse Verhältnisse in Aquarien gut vertragen und sich trotzdem auch noch Fortpflanzen können und ihre Anlagen weitergeben. Die Selektive Zucht hebelt aber die Errungenschaften der Evolution nicht gänzlich aus, sonst wäre diese Zucht ja Evolution im Schnelldurchlauf. Also wird diese Fischart immer auf ihre weise dem Orginal nahe bleiben, nur mit günstigen Eigenschaften für die Aquarienhaltung.

Am besten sieht man das bei Farbzuchten, denn immer wieder wird ein Rückschlag in die eigentliche Farbe der Fische vorkommen. Sollte dies nicht der Fall sein, dann kann man von einer Genmanipulation ausgehen.

Was die Anpassung an einen Lebensraum angeht, können wir an dem Beispiel von Trichopodus leerii, dem Mosaikfadenfisch, sehr gut erkennen. Der Mosaikfadenfisch ist der einzige große Fadenfisch der sich im Schwarzwasser in freier Natur aufhält. Die Begründung ist simpel, denn zum überleben an sich braucht er es nicht. Er ist einfach zu scheu um mit den anderen großen Fadenfischen in normalem Wasser konkurieren zu können, deshalb hat e sich einen Lebensraum gesucht der ihm die Möglichkeit zum überleben bietet die er braucht.

Anders verhält es sich da mit den Parosphromenus Arten. Diese sind sogenannte Wasserspezialisten die sich Evoluionsbedingt an die wiedrigen Lebensbedingungen angepaßt haben. Sie brauchen Schwarzwasser zum überleben und Fortpflanzen.

Diese Unterschiede gibt es auch bei Südamerikanischen Fischarten, doch für diese haben wir hier andere Spezialisten.

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Alt 24.03.2019, 10:54   #25
Skakkraks
 
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Hallo,

bei mir schwimmen drei männliche T. trichopterus mit einem Heros efasciatus, einem Heros notatus und einem Thorichthys maculipinnis zusammen, die auch alle keine Weibchen sind.
Es klappt wunderbar.
Die Fadenfische haben ihre Reviere im oberen, die Buntbarsche im unteren Bereich.
Ab und zu gibt es kleinere Auseinandersetzungen, jedoch harmloser Natur.
Ich habe einmal ein Aquarium, das nur mit ca. 13 cm großen , blauen und gelben Fadenfischen besetzt war, gesehen.
Das wirkte sehr ruhig und anmutig auf mich.
Natürlich funktioniert das nur mit einem leichten Überbesatz und gleichgeschlechtlichen Tieren.
Ich weiß dass vielfach die Paar- oder Haremshaltung empfohlen wird.
Es geht aber auch anders.
Ohne Fortpflanzung gibt es auch ( fast) keinen Grund zu streiten.
Gruß

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Alt 24.03.2019, 11:33   #26
dumdi65
 
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Moin.

Stimmt, ohne Weibchen, oder Männchen, sind die Stesssituationen wesentlich geringer. Auch ist der T. trichopterus besser für die Vergesellschaftung geeignet als viele andere Labyrinther. Er ist von seinem Wesen her wesentlich agiler und wehrhafter als die meisten Labyrinther. Zudem ist es ja auch bei Labyrinthern ähnlich wie bei Barschen, jedes Tier hat sein eigenes Wesen und ist individuell.

Auch sollte man bei all dem nicht vergessen, ein erfahrener Aquarianer sieht wesentlich früher als ein unerfahrener wenn sich Fische nicht wohl fühlen und reagiert dann im normal Fall dementsprechend. Von daher freue ich mich auch über jede funktionierende Kombination die jemand bei sich zu Hause pflegt.
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