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Alt 30.01.2019, 12:39   #1
dumdi65
 
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Standard Vergesellschaftung von Labyrinthfischen

Hallo.

Die Vergesellschaftung von Labyrinthfischen ist nicht immer einfach. Im allgemeinen mögen sie es eher ruhig im Aquarium. Auch bevorzugen sie es wenn das Becken zwischen 30% und 60% bepflanzt ist. Schwimmpflanzen dürfen auch nicht fehlen.

Was sie keinesfalls mögen sind unruhige Fische wie Lebendgebärende, viele Welsarten und auch viele Barben und Salmler fallen da durch das Raster. Entweder weil sie wie gesagt zu unruhig sind, oder weil sie ständig in die Reviere der Labyrinther einbrechen.

Manchmal ist auch ein Artbecken oder Einzelhaltung die einzige Möglichkeit Labyrinther zu pflegen. z.B. die afrikanischen Buschfische eignen sich eher für ein sehr üppig bepflanztes Artbecken, Bepflanzung bis 80%. Sie sind gute Lauerjäger die es aber ruhig lieben. Bei der Einzelhaltung wäre der Hochzucht Betta splendens der bekannteste Vertretter. Diese Hochzuchten sind so Stressanfällig das die meisten Exemplare am besten alleine gehalten werden sollten, obwohl es da auch auf den Charakter des Betta ankommt. Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Paarweise oder Haremshaltung mit einem ruhigen Beifisch trifft auf die meisten Labyrinthfische als beste Option zu. Parosphromenus, der Prachtgurami, hält man am besten als Paar mit kleinen Boraras als Beifisch. Dieser nimmt ihnen etwas die Scheu. Auch die Maulbrütenden Betta Arten kann man so am besten halten, obwohl bei ihnen auch manchmal Haremshaltung möglich ist.

Sphaerichthys, Schokoladenguramis, kann man von der Paar- bis zur Gruppenhaltung mit Beifisch, z.B. Boraras, halten.

Die kleinen Arten Trichogaster, Zwerfadenfische und Honigguramis, eignen sich in erster Linie zur Paarhaltung. Nur in ausreichend großen Becken kann man 2 Männchen pflegen, denn sie sind sehr Revierbildend. Dazu sollte man sich auch nicht durch ihre geringe Größe dazu hinreißen lassen zu denken es wäre ein Fisch der ruhig ist und sich anderen unterordnet, sie können ein ganzes Becken dominieren.

Die größer werdenden Trichopodus, Fadenfische, sind da eher ruhigere Zeitgenossen. Aber auch bei Ihnen ist die Paarhaltung zu empfehlen. Ein ruhiger Beifisch fördert ihr Wohlbefinden. Bei ausreichend großen Becken funktioniert auch Haremshaltung. Nur der Trichopodus trichopterus, der Blaue Fadenfisch, ist hier als eher ruppiger Zeitgenosse zu nennen zu dem man nur robustere Fische setzen sollte.

Blieben noch die Makropoden. Paarhaltung ist hier das mittel der Wahl. Meist sind sie sehr gute Lauerjäger die man nicht mit jedem Fisch Vergesselschaften kann. Auch große Garnelen sind bei ihnen nicht zu empfehlen. Die Gefahr das sie diese ständig angehen ist zu groß.

Eins noch zum Schluß: Corydoras sind für Schaumnestbauende und Revierbildende Labyrinther nicht als Beifisch geeignet. Corys dringen ständig in Reviere ein, ob nun am Boden, aber auch an der Wasseroberfläche, denn sie sind Darmatmer.

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Alt 12.03.2019, 16:28   #2
dumdi65
 
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Hallo.

Heute möchte ich nochmals auf das für und wieder der Haltung von Corydoras, Panzerwelse, und Anabantiformes, KLETTERFISCHARTIGE oder auch Labyrinthfische , eingehen. Anabantiformesgehören zu den Barschverwandten.

Mir ist bewußt das viele Aquarianer die Fische nur pflegen wollen und nicht züchten. Und trotzdem darf man bei der Haltung von Labyrinthfischen nicht außer acht lassen das sie in der regel Paarweise zu halten sind und vor allem revierbildend sind.

Und trotzdem gibt es Ausnahmen die die Regel bestätigen das es trotzdem geht. Als Beispiele gelten da Trichopodus trichopterus, der blaue Fadenfisch plus seine Farbvarianten, Trichogaster chuna, der Honiggurami und seine Farbvarianten, und Trichogaster lalius, der Zwerfadenfisch und seine Farbvarianten. Alle 3 Arten haben gemeinsam, das sie im Gegensatz zu den anderen Fadenfischen, nicht so scheu sind und sich nicht so zurückziehen wenn sie 'ständig' gestört werden. Sie können aber auch sehr ruppig werden gegenüber Fischen die sie beim Schaumnestbau stören. Schaumnester werden bei hohem Wohlfühlfaktor regelmäßig gebaut.

Was bei diesen 3 Arten wiederum gegen eine Vergesellschaftung mit Corydoras spricht, sie mögen keine Strömung, die Corys schon. Von daher wird die Haltung beider Arten immer ein Kompromiss bleiben.

Fortsetzung folgt


Geändert von dumdi65 (12.03.2019 um 16:30 Uhr)
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Alt 12.03.2019, 19:22   #3
dumdi65
 
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Hallo.

Nun zu den restlichen Fadenfischen, außen vor lasse ich den eher selten gepflegten Trichopodus pectoralis, den Schaufelfadenfisch. Dieser bevorzugt mineralreiches und leicht alkalisches Wasser.

Da wären zum einen der Trichopodus leerii, bekannt als der Mosaikfadenfisch, und Trichopodus microlepis, der Mondschein-Fadenfisch. Bei den kleineren Arten wären das Colisa Bejeus, Gestreifter Fadenfisch, Colisa fasciata, Gebänderter Fadenfisch, Colisa labiosa, dicklippiger Fadenfisch.

Diese 5 Fadenfische haben alles eines gemeinsam, sie sind sehr scheu und lieben Becken die bis zu 80% recht dicht bepflanzt sind. Strömung sollte im günstigsten Fall nicht vorhanden sein.

Um diese 5 schön beobachten zu können empfiehlt sich eine Haltung im Artbecken oder mit zierlichen Bärblingen und Salmlern. Diese können das Wohlbefinden der Fadenfische derart steigern das sie einen Teil ihrer scheu ablegen und schon fast zutraulich werden.

Somit sollte sich die Frage nach einer Vergesellschaftung mit Corys von alleine erledigt haben.

Als nächstes kommen dann die Makropoden an die Reihe

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Alt 16.03.2019, 10:48   #4
dumdi65
 
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Moin.

Die Macropoden sind die älteste Wissenschaftlich beschriebene Gattung der sogenannten Zierfische.

Ihr Vorkommen erstreckt sich von Nord-China über Japan bis ins tropische Zentral Vietnam.

Die meisten Macropoden sind recht aggresiv und von daher nicht problemlos mit jeder anderen Zierfischart zu Vergesellschaften.

Macropodus honkonggensis/Hongkong Makropode, Macropodus ocellatus/Rundschwanzmakropode, Macropodus opercularis/Paradiesfisch, Macropodus spechti/Schwarze Makropode sind die bekanntesten Vertretter dieser Art. Alle 4 eignen sich nicht Grundsätzlich zur Vergesellschaftung mit Corys. Als wichtigster Punkt hier ist anzuführen das sie in der Natur in Temperaturzonen anzutreffen sind die von Winter, knapp unter 10 Grad plus, bis Sommer, 30 Grad plus, starken Schwankungen unterliegen und sie diese für ihr Wohlbefinden auch im Aquarium brauchen.

Eine Strömungsarme Pflege wird von ihnen ebenso bevorzugt wie eine starke Bepflanzung. Auch ihr aggresives Verhalten könnte für viele Corys zum Problem werden. Gerade Fische mit bunten und großen Flossen werden gerne attakiert und die Flossen werden dabei beschädigt. Also auch bei Makropoden gibt es Argumente gegen die Vergesselschaftung mit Corys.

In der nächsten Folge geht es dann um Bettas

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Alt 17.03.2019, 10:29   #5
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Guten Morgen.

Heute geht es wie angekündigt um die Gatung Betta.

Mit über 80 wissenschaftlich beschriebenen und unbeschriebenen Arten stellen sie die größte Gattung unter den Labyrinthern. Diese kann man in 2 Hauptruppen aufteilen, zum einen die Schaumnestbauer, bekanntester Vertreter ist hier der Betta splendens, zum anderen die Maulbrüter, die bekanntesten Vertreter dürften Betta Albimarginata/ Weißsaumkampffisch und Betta simplex/Krabi-Kampffisch sein.

Zuerst die Schaumnestbauer.

Entgegen der Landläufigen Meinung bauen nicht alle Arten ihre Schaumnester an der Wasseroberfläche, es gibt auch Kampffische die Schaumnester in der Beckenmitte unter großen Blättern oder in Bodennähe unter Wurzeln oder in Höhlen bauen. Ergo nutzen Schaumnestbauende Kampfische, je nach Art, alle Beckenregionen.

Was sie neben dem Schaumnest noch gemeinsam haben ist, sie mögen es Strömungsarm, viele Wurzeln und dicht bepflanzt. Auch bevorzugen sie zumeist saueres, weiches und Huminstoffreiches Wasser.

Das Aggresionspotential ist unterschiedlich, als besonders aggresive Vertreter gelten hier Betta splendens und Betta smaragdina/Smaragd-Betta. Diese lassen sich auch von farbigen Flossen zum angreifen Verführen, beide werden auch für Betta fights in Asien gezielt gezüchtet und gekreuzt.

Grundsätzlich bleibt aber hier zu sagen das Betta allgemein besser im Artbecken gepflegt werden sollen, denn sie sind Revierbildend und gehen in den meisten Gesellschaftsbecken sang und klanglos unter. Einzig ruhige Zwergbärblinge eignen sich zur Vergesellschaftung.

Nächster Beitrag sind dann die Maulbrütenden Betta

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Alt 17.03.2019, 11:35   #6
Algerich
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Hallo Balu,

danke für diese Serie, die ich mit großem Interesse verfolge. Dass Panzerwelse nicht die idealen Beckengenossen für die Labyrinther sind, wird ja in jedem Beitrag deutlich, aber wie ist das mit weniger aufdringlichen Bodenbewohnern, etwa Dornaugen?
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Alt 17.03.2019, 11:51   #7
dumdi65
 
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Hallo Algerich.

Zu Dornaugen bleibt zu sagen das sie 3 Vorteile gegenüber anderen Bodenbewohnern haben.

1. Sie sind im Grunde Dämmerungsaktiv. Das heißt das sich die Zeiten in denen die Fische aktiv sind meist nicht überschneiden.

2. Die Ansprüche an die Beckengestaltung sind weitestgehend identisch mit denen der Labyrinthfische.

3. Im Gegensatz zu Corys brauchen sie nicht so große Freiflächen zur Futtersuche, was natürlich auch an ihrem Körperbau liegt. Auch sind sie nicht so extrem an die Darmatmung gebunden.

Einzig bei Maulbrüttenden Höhlenschaumnestbauenden Bettas und bei Prachtguramis/Parosphromenus würde ich auf eine Vergesselschaftung mit Dornaugen verzichten. Diese kommen sich dann Grundsätzlich mit ihren Bedürfnissen ins gehege.

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Alt 17.03.2019, 13:35   #8
dumdi65
 
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Nun zu den Maulbrüttenden Betta Arten.

Sie bewohnen die unteren bis mittleren Beckenregionen. Je nach Herkunftsgebiet lieben sie saures bis neutrales Wasser, aber immer solle es recht weich sein. Bedingt durch die Spezialisierung in der Zucht, das Maulbrüten, bevorzugen sie stark verkrautet Becken mit reichlich Wurzeln und verstecken. In der zeit wo die Eier im Maul ausgebrütet werden, wird die Nahrungsaufnahme KOMPLETT EINGESTELLT! Die Fische leben dann Versteckt und der Partner kontrolliert in der Regel in dieser Zeit das Revier.

Die einschlägigen Empfehlungen zur Haltung dieser Arten sind das Artbecken, oder die Haltung mit ruhigen Bärblingen. Auf die Vergesellschaftung mit jeglicher Art von Bodenfischen sollte verzichtet werden.

Für die interessierten Leser sollte ich noch erwähnen das die Schaumnestbauenden Bettas meist die farbenprächtigeren Arten stellen. Dafür 'glänzen' die Maulbrüter mehr mit metallisch glänzenden Schuppen.

Fortsetzung dann mit der Gattung Trichopsis/Zwergguramis


Geändert von dumdi65 (17.03.2019 um 13:37 Uhr)
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Alt 17.03.2019, 15:26   #9
Otocinclus2
 
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Hallo Balu,


da hast du eine schöne Serie hingelegt!
Durch die Unterteilung in einzelne Kapitel schön übersichtlich und vor allem auch nicht mit zu vielen Details überfrachtet. Gerade richtig, um bei Aquarianern, die noch nicht viel mit Labytinthern zu hatten, das Interesse zu wecken.


Gruß
Otocinclus2

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Alt 17.03.2019, 15:38   #10
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Danke Oto.

Interesse zu wecken war aber nur ein Teil meiner Absicht. Etwas Aufklärung über das wie und warum war aber von meiner Sicht aus nötig. Zusätzlich wollte ich auch noch eine kleine Lanze brechen für die gezieltere Vergesellschaftung von Fischen. Sie müssen nicht immer Grundsätzlich aus ein und dem selben Habitat kommen, aber sie sollten zusammen passen, von ihren Bedürfnissen und ihrem Verhalten her. Von daher könnte man so eine Kurzerklärung für jede Zierfischgruppe erstellen. Nach Gattungen untergliedert läßt sich das dann auch leichter verlinken

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