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Alt 29.09.2015, 11:54   #1
Babyfisch06
 
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Standard Hilfe, spontane Geschlechtsumwandlung

Hallo Ihr Lieben,

unser Becken läuft seit einigen Monaten jetzt (endlich) stabil.

Prompt haben wir ein neues Problem. Wer unsere Geschichte mitverfolgt hat weiß, dass wir eine Restbestand von 2 Mollydamen haben. Diese kriegen wir trotz aller Bemühungen einfach nicht in gute Hände abgegeben -nicht mal über Ebay-Kleinanzeigen .

Vor 1 Woche nun habe ich gesehen, dass das jüngere (bisher-Weibchen) unter dem Bauch ein Schwänzchen bekommen hat dh. zum Männlein mutiert ist. Sie hat körperlich zudem in kürzester Zeit enorm ausgebaut und legt Manieren an den Tag wir ihr verstorbener Vater (sie ist ein Silbermolly-Blackmolly-Mix). Dass so etwas vorkommen kann habe ich schon gehört, aber bei einem Bestand von "nur" 2 Fischen noch nicht.

Da wir definitiv keine neuen Mollys wollen -zudem sind die beiden Fische mind. Halb-Geschwister- wollte ich einmal um Rat fragen was Ihr hier tun würdet.

LG Babyfisch und Mami
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Alt 29.09.2015, 13:05   #2
Schneckinger
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Hallo Ihr zwei,

lebendgebärende Zahnkarpfen und Geschlechtsumwandlung ist ein interessantes Thema, mit dem man Tante Google so richtig zum rotieren bringen kann, so viele Meinungen gibt es dazu.

Hier mal mein persönlicher Wissens/Erfahrungsstand:

Bei vielen Lebendgebärenden Zahnkarpfen (speziell Schwertträgern, Xiphophorus helleri) gibt es Männchen mit verschiedenen Entwicklungstypen:

1.
Ausgesprochene Frühmännchen:
Diese zeigen schon sehr früh, bei extrem geringer Körpergröße, alle männlichen Geschlechtsmerkmale (wenn auch oft nicht sehr ausgeprägt). Sie sind sexuell sehr früh voll aktiv und uneingeschränkt fruchtbar.

2.
Die "Normalen":
Das sind die "Otto"-Normalverbraucher, die ihren volllen männlichen Schmuck erst mit 2/3 der Endgröße anlegen. Wenn man genauer hinschaut kann man aber auch schon sehr viel früher das Gonopodium (Das Schwänzchen, zu dem sich bei den Kerlen die Afterflosse entwickelt) erkennen.

3.
Ausgesprochene Spätmännchen:
Das sind Tiere, die bis zur vollen Erwachsenengröße wie Weibchen aussehen und diesen Habitus oft auch mehrere Jahre lang behalten. Und dann entwickeln sie "plötzlich" ein Gonopodium und bei Schwertträgern meist auch ein wunderbares Schwert.

Diese "Geschlechtumwandlung" ist meiner Meinung nach aber nur eine scheinbare. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Weibchen, dass schon Junge bekommen hatte, diese Veränderung durchgemacht hat. Immer waren es Tiere, die zwar wie Weibchen aussahen, sich auch so verhielten, aber bis dato "unfruchtbar" waren.

Typ 1 erhält man offensichtlich bei sehr intensiver und (zu) warmer Aufzucht. Manchmal auch Dampfzucht genannt.
Typ 2 ist einfach der Normalfall ;-)
Typ 3 tritt anscheinend besonders häufig in größeren Fischgruppen mit schon vorhandenen, sehr dominanten Männchen auf. Die unterlegenen Männchen tarnen sich als Weibchen, um nicht vom dominanten Männchen angegangen zu werden.

Genau das könnte bei Dir passiert sein. Vielleicht hat sich Dein so plötzlich "umgewandeltes" Tier die ganze Zeit vor seinem dominanten Papa "versteckt". Jetzt wo er der einzige Kerl im Becken ist, traut er sich dann plötzlich aus der Deckung.
Da bekommt man manchmal extrem große, wunderschöne Männchen.

Wenn Ihr keine neuen Mollys wollt, ist die einzige Möglichkeit, die beiden zügig zu trennen, wenn es nicht schon zu spät ist ;-) Vor Inzucht brauchst Du übrigens keine Angst zu haben. Alle Zuchtformen unserer Aquarienfische (inkl. der verschiedenen Farbmollyschläge) sind durch intensve Inzucht entstanden. Da macht eine zusätzliche Bruder-Schwester-Affäre gar nichts ;-)

Nur aus Interesse:
Vielleicht kannst Du ja mal ein paar Bilder des "Geschlechtumwandlers" einstellen, auf dem seine Afterflosse/das Gonopodium zu erkennen ist. dann können wir mitmachen beim "sexen" des Fisches ;-)

Tschüß,
Schneckinger

Geändert von Schneckinger (29.09.2015 um 20:11 Uhr)
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Alt 29.09.2015, 18:36   #3
Zwergfadenfisch
 
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Zitat:
Zitat von Schneckinger Beitrag anzeigen
Hallo Ihr zwei,

lebendgebärende Zahnkarpfen und Geschlechtsumwandlung ist ein interessantes Thema, mit dem man Tante Google so richtig zum rotieren bringen kann, so viele Meinungen gibt es dazu.

Hier mal mein persönlicher Wissens/Erfahrungsstand:

Bei vielen Lebendgebärenden Zahnkarpfen (speziell Schwertträgern, Xiphophorus helleri) gibt es Männchen mit verschiedenen Entwicklungstypen:

1.
Ausgesprochene Frühmännchen:
Diese zeigen schon sehr früh, bei extrem geringer Körpergröße, alle männlichen Geschlechtsmerkmale (wenn auch oft nicht sehr ausgeprägt). Sie sind sexuell sehr früh voll aktiv und uneingeschränkt fruchtbar.

2.
Die "Normalen":
Das sind die "Otto"-Normalverbraucher, die ihren volllen männlichen Schmuck erst mit 2/3 der Endgröße anlegen. Wenn man genauer hinschaut kann man aber auch schon sehr viel früher das Gonopodium (Das Schwänzchen, zu dem sich bei den Kerlen die Afterflosse entwickelt) erkennen.

3.
Ausgesprochene Spätmännchen:
Das sind Tiere, die bis zur vollen Erwachsenengröße wie Weibchen aussehen und diesen Habitus oft auch mehrere Jahre lang behalten. Und dann entwickeln sie "plötzlich" ein Gonopodium und bei Schwertträgern meist auch ein wunderbares Schwert.

Diese "Geschlechtumwandlung" ist meiner Meinung nach aber nur eine scheinbare. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Weibchen, dass schon Junge bekommen hatte, diese Veränderung durchgemacht hat. Immer waren es Tiere, die zwar wie Weibchen aussahen, sich auch so verhielten, aber bis dato "unfruchtbar" waren.

Typ 1 erhält man offensichtlich bei sehr intensiver und (zu) warmer Aufzucht. Manchmal auch Dampfzucht genannt.
Typ 2 ist einfach der Normalfall ;-)
Typ 3 tritt anscheinend besonders häufig in größeren Fischgruppen mit schon vorhandenen, sehr dominanten Männchen auf. Die unterlegenen Männchen tarnen sich als Weibchen, um nicht vom dominanten Männchen angegangen zu werden.

Genau das könnte bei Dir passiert sein. Vielleicht hat sich Dein so plötzlich "umgewandeltes" Tier die ganze Zeit vor seinem dominanten Papa "versteckt". Jetzt wo er der einzige Kerl im Becken ist, traut er sich dann plötzlich aus der Deckung.
Da bekommt man manchmal extrem große, wunderschöne Männchen.

Wenn Ihr keine neuen Mollys wollt, ist die einzige Möglichkeit, die beiden zügig zu trennen, wenn es nicht schon zu spät ist ;-) Vor Inzucht brauchst Du übrigens keine Angst zu haben. Alle Zuchtformen unserer Aquarienfische (inkl. der verschiedenen Farbmollyschläge) sind durch intensve Inzucht entstanden. Da macht eine zusätzliche Bruder-Schwester-Affäre gar nichts ;-)

Nur aus Interesse:
Vielleicht kannst Du ja mal ein paar Bilder des "Geschlechtumwandlers" einstellen, auf dem seine Afterflosse/das Gonopodium zu erkennen ist. dann können wir mitmachen beim "sexen" des Fisches ;-)

Tschüß,
Schneckinger

Wow , das ist ein Text der mir ja bisher vollkommen neu war in der Fisch Welt. .

Großes Dankeschön für die Info .

Geändert von Schneckinger (29.09.2015 um 20:14 Uhr)
Zwergfadenfisch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.09.2015, 19:28   #4
funnyfisch
 
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Jens, kleiner Fehler im ersten Satz unter. 3. ��
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Alt 29.09.2015, 20:05   #5
Danilight
 
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Hallo,

das was Schneckinger beschreibt könnte auch auf meine Guppys zutreffen. Da die sich bei mir so stark vermehrten, wollte ich den Nachwuchs unbedingt getrennt halten. 6 Wochen lang war ich überzeugt, von 70 Babys sind nur 7 Männchen.

Täglich hab ich die Jungfische im Aufzuchtsbecken untersucht, kein Hinweis auf das Gonopodium. Vor 2 Wochen stellte ich fest, es sind mind. 17 Männchen. In der letzten Woche wurden daraus 34

Bei 2-3 war ich mir sicher, dass es sich um Mädels handelt, da sie scheinbar einen Trächtigkeitsfleck hatten, der sich dann als beginnende Einfärbung raus stellte.

War zwar eine knifflige Geschichte, aber wenigstens hab ich was über meine Guppys gelernt
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Alt 30.09.2015, 12:36   #6
Amazon
 
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Hai!

Ich war ja sooo gespannt, was Ihr schreibt ;-)

Da wird wohl durch das dominierende Männchen (exogener Umweltstimmulus) auch die Entwicklung der Gonaden des Spätmännchens verzögert, wie bei anderen (Fisch)Arten durch sonstige Umwelteinflüsse.

Vielleicht ist das (fischig) für Neugierige interessant:

„durch den Besitz eines Reviers wird die Gonadenentwicklung gefördert“ (Gonaden d. i. Keimdrüsen) Territorialität s. Seite 21

http://www.uli-reyer.ch/index_htm_fi...281975a%29.pdf

http://www.gv-solas.de/fileadmin/use...ion_schulz.pdf


Boah Dani, du Ärmste – obwohl eigentlich ein schöner Erfolg!

Liebe Grüße
Ahörnchen
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Alt 30.09.2015, 13:03   #7
merlins
 
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Hallo,

da hätte ich noch eine mögliche Erklärung.
Zitat aus E.J.Noga - Fish Diseases and Disorders
"
PROBLEM 89 Nutritional Deficiency
....
Some manufacturers reportedly add testosterone to their commercial aquarium feeds, since this enhances the color of many fish by stimulating breeding coloration.
However, testosterone can have a major influence on sexual development. Exposure to high testosterone levels may cause sex reversal (from female to male) or sterility of some fish.
"

MfG
Dana
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Alt 30.09.2015, 13:35   #8
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Re-Huhu!

Wobei "Geschlechtsumkehr" nur für die Weibchen gilt, die zuvor eindeutig fertil waren, also selbst Jungtiere geworfen hatten. Da hat die Wissenschaft sichtlich Probleme mit dem Nachweis also Beweisen. Hörensagen... konnte nicht verifiziert werden, da keine weiteren Berichte...

Auch Mangel- und Fehlernährung gehört zum externen Umweltstimmulus und kann wie anderes die Entwicklung der Keimdrüsen lange beeinflussen.

Liebe Grüße
Ahörnchen
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Alt 30.09.2015, 15:48   #9
merlins
 
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Huhu Ahörnchen,

da hat aber jemand E. J. Noga nicht gegooglet, ts,ts,ts.
Er mag nicht Gott sein und auch er kann sich mal irren, oder in einigen Jahren dank neuer Erkenntnisse überholt sein, aber Hörensagen.... na....

Es gibt übrigens wissenschaftliche Studien zum Thema, ob viele oder wenige, k.A.. Habe im laufe der Jahren mindestens 2 recht ausführliche Studien zum Thema, eher zufällig und über ganz andere Suchen gefunden und aus Neugierde gelesen. Da ging es eben um Weibchen, die vorher eindeutig fertil waren und die Auswirkung von verschiedenen hormonhaltigen Substanzen. Habe die Links nicht gespeichert (kann ja auch nicht alles speichern ) und aus E.J. Noga zitiert, weil das mein "Hauptgebetsbuch" ist, ich es immer zur Hand habe und in diesem Fall sogar wusste, in welchem Kapitel ich es gelesen habe.
Außerdem habe ich so meine Zweifel, ob und wenn ja, wieviele Forumleser Links anklicken und sich zich Seiten durchlesen. Was schätzt du? Ich würde so .. hm... 10% sagen, aber nur weil gerade die Sonne scheint und ich vor Optimismus strotze.

LG
Dana
merlins ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.2015, 17:15   #10
Danilight
 
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Hallo Ahörnchen,

ich tippe auch auf die dominanten Frühstarter als Ursache. Ich war heilfroh, dass sich die vermeintlichen Weibchen als Männchen herausgestellt haben. Ich hatte nämlich jemanden, der gerne 20 Männchen haben wollte. Mit über 60 Weibchen hätte ich Probleme gehabt, da genügend von unterzubringen.
Danilight ist offline   Mit Zitat antworten
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