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Alt 30.05.2020, 17:27   #1
NebelGeîst
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Standard Garnelen für extrem saures Wasser?

Hi,


ich hab das Thema schon im Wirbellotsen erstellt, da aber scheinbar niemand eine Idee hat, versuch ich es hier noch mal.

Gibt es Garnelen (die man auch ohne weiteres kaufen/von privat bekommen kann), die mit extremem Schwarzwasser klar kommen? Ich rede von einem pH-Wert vergleichbar mit Essig.. Also 3 bis 3,5..
Schnecken fallen da selbstredend raus, deren Gehäuse wäre in kürzester Zeit weg, sofern sie das überhaupt überleben würden.
Glaser importiert sie gelegentlich, jene faszinierenden Minifische, die aus solchem Wasser stammen, nun wundere ich mich, ob sich selbst Wirbellose als Beibesatz verbieten und wenn ja, ob das die Sache mit der Stabilität vereinfacht oder erschwert...
Ein Schaubecken würde sowas ja ohnehin nicht, denn auch fast alle Pflanzen sagen da großzügig 'Nein danke'.
Vielleicht hat ja aber jemand eine Idee bzgl. wirbellosen Destruenten und Putzhelfern?
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Alt 30.05.2020, 18:05   #2
carpenoctemtom
 
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Standard

Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass Neocaridina an niedrigste pH-Werte angepaßt werden können, auch die Art die Maik (DEUMB) in seinem Palludarium versucht hat, soll wohl damit klar kommen.
Aber ob das in Deinem Essig funzen würde, wage ich fast zu bezweifeln, da ja auch die Panzer der Garnelen den weg der Schneckengehäuse gehen würde. Google hat nichts gefunden...
Tom

Geändert von carpenoctemtom (30.05.2020 um 18:07 Uhr)
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Alt 30.05.2020, 19:25   #3
NebelGeîst
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Naja, das Chitin ist ja schon einigermaßen säurefest, lediglich in starken Säuren würde es zersetzt werden. Essig ist ja eine recht stark verdünnte schwache Säure (in der Regel um die 5% Essigsäure). Daher würde ich mir da noch keine Gedanken machen. Nur hängt die Überlebensfähigkeit ja nicht nur davon ab.
Sofern es keine Belege gäbe dass Neocaridina davidi oder Caridina pareparensis parvidentata in so saurem Wasser überleben (und sich wohl fühlen) können, würde ich die ausschließen. Besonders erstere machen ja bei manchen Haltern in sehr weichen Wasser eher Probleme als ich hartem.
Dem Gefühl nach würde ich bei den wilden Caridinaarten, die der Bienengarnele nahe stehen, eher erwarten fündig zuwerden. Aber wissen tu ich da leider auch nichts.
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Alt 30.05.2020, 19:53   #4
dumdi65
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Also von Sulawesigarnelen würde ich definitiv die Finger weg lassen, schließlich kommen die eher bei pH Werten >7 vor. Neocaridina fühlen sich mit Karbonathärte wohler wie ohne.

Meine Caridina cf. cantonensis Golden Tiger und die Paracaridina Blue Bee halte ich beide bei pH 4,8 . 5,1. Allerdings ist der Leitwert durch Aufsalzen auf 210 - 250µS. Tiefer habe ich es noch nicht versucht. Versuchstiere hätte ich aber für dich.

Welche kleinen Fische meinst du den? Paros?
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Alt 30.05.2020, 20:19   #5
NebelGeîst
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Die Sulawesi-Inlandsgarnele kommt nicht aus dem Malili-Seensystem wie die Kardinalsgarnele oder die Blaufüßer, sie ist da eher anspruchslos. Aber ich denke halt nicht, dass sie so tolerant nach unten sind.

Es geht um unbestimmte Tiere aus der Gattung Paedocypris, die den kleinsten bekannten Fisch (und das ehemals kleine bekannte Wirbeltier) stellt, P. genetica, mit 7 bis 8 mm ausgewachsen. Schon als P. genetica beschrieben wurde, war ich fasziniert. Und Roy, der die SaltyShrimp-Salze konzipiert hatte, hatte auch welche gehalten, beschrieb sie auch bei 'höheren' pH-Werten als recht stabil. Allerdings gilt es bei den seltenen Fischen auch, sie nicht nur zu verheizen, sondern möglichst auch nach zu züchten. Die seltenen Biotope, in denen sie vorkommen, werden ja auch nicht mehr, sondern weniger.
Daher, wenn ich schon mit dem Gedanken spiele, orientiere ich mich an Habitatbedingungen, egal wie schwierig sie sein mögen.

Hab dabei auch von Bienengarnelen bei pH 4,5 schon gehört, allerdings ist zwischen 4,5 und 3 eben noch ein großer Unterschied, da die pH-Wert-Skala logarithmisch und nicht linear ist. Ein Absenken um den Wert 1 bedeutet, es wird 10 mal so sauer, um den Wert 2 wird es 100 mal so sauer. Mathe ist zulange her und ich hab es eh nicht gemocht, daher versuche ich nicht erst zu rechnen, aber schätze, bei 1,5 wären wir bei um die 60 mal so sauer.
Ich hatte vor 8 Jahren oder so mal ein paar Arten aus der Gattung Paracaridina (die glaub ich zu der Zeit noch Caridina zugeordnet waren?) ins Auge gefasst, da waren auch welche dabei, die mit pH unter 5 kein Problem hatten. Aber hab das nicht mehr auf dem Schirm. Mit unter 4 war aber glaub auch da nichts dabei.
Wenn ich experimentieren sollte, würd ich eher Allerweltsgarnelen nehmen, die Blue Bee wie auch Princess Bee und Co sind ja eher seltener anzutreffen, fände das daher schade.
Aber ich behalt das mal im Hinterkopf, danke.

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Alt 30.05.2020, 20:50   #6
carpenoctemtom
 
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Spannende Idee. Hab mal bei Wiki nachgelesen. Das Projekt würde ich begeistert verfolgen. Wobei da Fotos sicher schwierig wären. Wenn Du da ne Erhaltungszucht probieren willst, würde ich vermutlich auf Garnelen verzichten. Die würden vermutlich Laich und Larven verputzen...
Tom

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Alt 30.05.2020, 20:51   #7
dumdi65
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Von der Gattung Gattung Paedocypris habe ich schon gehört und gelesen. Sehr interessantes Thema.

Bei den Paracaridina verstehe ich deine Bedenken, schließlich gibt es sie nicht ständig und bei jedem Händler. Aber bei den Tigergarnelen kannst dich ruhig melden, da quillt das Becken über bei mir und die sind den Bienengarnelen sehr ähnlich in allem, lassen sich ja auch prima kreutzen die beiden

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Alt 30.05.2020, 21:19   #8
NebelGeîst
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Die Bedenken bzgl. Laich hatte ich auch schon. Sie sind aber vermutlich Dauerlaicher die ständig Eier unterschiedlicher Enwicklungsstadien in sich tragen (also die Weibchen), die Entwicklungsdauer ist nicht so lang und sofern die Garnelen sich überhaupt fortpflanzen, würde ich eher davon ausgehen, dass es weniger schnell geschieht. Ich würde darum die Individuenzahl ohnehin gering halten.
Ich hatte auch überlegt, mit feiner Gaze ein kleines Konstrukt zu basteln und nach Experimenten mitder Überlebensfähigkeit verschiedener Moose ein leicht 'freistehendes' Polster anzubieten, über dass ich, wenn ich die winzigen Eier sehe oder eine Paarung mitbekommen habe, dann das Konstrukt stülpen kann. Das würde Garnelen abhalten (wenn sie nicht schon im Moos sitzen und ich sie übersehe) und dennoch genug Wasser durch strömen lassen um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. In der Hoffnung, dass sie denn auch am Moos ablaichen und nicht an Stengelpflanzen.

Die Fische sind übrigens auch der Grund, warum ich wieder verschiedene Arten von Kleinstlebewesen zur Kultur suche. Die eignen sich zwar auch zur Aufzucht anderer Tiere, aber bei den Paedocypris bewältigen ja selbst die Adulti nur eine begrenzte Zahl von Futterorganismen.
Immerhin, nicht gefressene Essigälchen würden in dem Wasser wohl nicht nur ewig überleben, sondern sich ggf sogar vermehren.
... wobei ich deswegen nicht mal sicher bin, ob ich diese zu füttern versuchen würde, schließlich würden ein, zwei am Tag schon reichen pro Fisch, bei dem erhöhten Fettgehalt.
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Alt 30.05.2020, 21:39   #9
carpenoctemtom
 
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Spannend, Du bist ja gedanklich schon sehr weit. Hast Du schon ne Quelle für die Paedos und was würden sie kosten, rein Interesse halber. Und denkst Du eher Richtung Nano oder größer?
Tom
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Alt 30.05.2020, 21:50   #10
dumdi65
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Anscheinend kann man sie sich bei Aquarium Glaser besorgen lassen. Ist aber ein Großhändler
dumdi65 ist gerade online   Mit Zitat antworten
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