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Alt 13.04.2016, 14:38   #1
Algerich
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Standard Caridina leitungswassertauglich züchten?

Hallo,

mir geht schön länger immer mal wieder eine Idee im Kopf herum, über die ich mich gern unterhalten würde.

Ich meine mich zu erinnern, dass die Anforderung gerade der vielfältigen Bienengarnelen an "Bienenwasser" in den Anfängen der Garnelenzucht noch nicht so ausgeprägt waren wie heute und dass die Züchtung der Hochzuchten in Becken mit aktivem Bodengrund vorgenommen wurde, so dass erst dadurch die besonderen Anforderungen an die Wasserqualität entstanden sind.

Wenn das so ist, sollte es dann nicht möglich sein, quasi durch Rückzüchtung in härterem Wasser eine leitungswassertaugliche Bienengarnele heranzuziehen? Das Farbspiel von Roten und Schwarzen Bienengarnelen könnte manches Gesellschaftsbecken bereichern und da wäre es sicher eine Vereinfachung, wenn man ohne spieziell gepanschtes Wasser auskäme.

Ist das eine ganz und gar abwegige Vorstellung?

Gruß!

Algerich
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Alt 13.04.2016, 15:21   #2
Heikow
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Zitat:
Zitat von Algerich Beitrag anzeigen
Wenn das so ist, sollte es dann nicht möglich sein, quasi durch Rückzüchtung in härterem Wasser eine leitungswassertaugliche Bienengarnele heranzuziehen?
Ganz einfach ist das nicht und man hat einiges an Rückschlägen, bevor man etwas voran kommt. Meinen Stamm hatte ich bis auf KH8, also mein Leitungswasser, hoch gepuscht. Das hat mich Nerven und viel Zeit gekostet und ich hab viele viele, vor allem junge, Garnelen dabei gehimmelt. Ich hab da drei Jahre für gebraucht.

Und dann, nachdem der Stamm so über locker ein halbes Jahr gut funktionierte, brach er zusammen und starb binnen weniger Wochen dann aus, ohne dass ich Einfluss darauf gehabt hätte.

Mein Fazit: Geht, aber man hat einiges an Hindernissen zu meistern und es dauert viele Generationen.

LG

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Alt 13.04.2016, 15:41   #3
Rinkikäfer
 
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Hallo Algerich,

man muss das wohl differenzierter sehen. Ich bin zwar erst vor anderthalb Jahren mit der Aquaristik gestartet, aber ich habe mittlerweile ein paar Erfahrungen mit Garnelen gesammelt.

Wir haben hier bei PH 6,8 KH-Wert 4
GH 5 in einem Becken Neocaridina aus dem Handel vor Ort und im anderen Caridina von einem Privatzüchter aus dem Nachbarort, der sie auf Leitungswasser zieht und mit seinen Garnelen sogar den Handel beliefert. Beidesmal mit guter Vermehrung, die roten Tigergarnelen komplett ohne Ausfall und im anderen Becken schiebe ich die anfänglichen vier Ausfälle auf behandelte Pflanzen und Medikamente, denn sie sind nicht direkt nach dem Einsetzen gestorben.

Eine weniger gute Erfahrung habe ich mit Neocaridina, die ich von hartem auf unser Wasser umgewöhnen musste. Wir haben stundenlang mit der Tröpfchenmethode ausgeglichen bis der Leitwert angeglichen war. Sie sind auch nicht sofort hopsgegangen aber jetzt nach einem halben Jahr sind nur noch zwei von zehn übrig. Entweder hat langfristig die Gewöhnung nicht geklappt oder es lag an den gruseligen Helenaschnecken.

Also finde ich nicht, dass man pauschal sagen kann Neocaridina brauchen hartes Wasser und Caridina brauchen aufgesalzenes Osmosewasser.

Liebe Grüße
Annette


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Geändert von Rinkikäfer (13.04.2016 um 15:43 Uhr)
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Alt 13.04.2016, 17:00   #4
bonsai70
 
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Hallo,

Da ich Bienengarnelen in nicht aufbereitetem Leitungswasser halte, glaube ich schon das sowas wie eine Rückzüchtung möglich ist.

Da mir die kleinen rot-weissen Burschen am Besten gefielen, habe ich einfach im letzten Jahr (unvernünftigerweise?) 10 gekauft und in das bereits eingelaufene, ehemalige Fadenfisch-Aufzuchtbecken getan.
Allerdings stammten diese 10 von jemandem, der sie ebenfalls in Leitungswasser hält, welches vom selben Wasserwerk stammt.
In den ersten drei Wochen musste ich leider 3 Ausfälle beklagen und ich hatte das Versuchsprojekt bereits abgehakt. Doch mit einem Mal fingen die Bienen an, sich zu vermehren.

Aus den ursprünglichen Ministamm ist inzwischen eine Truppe von mehr als 70 Garnelen geworden, Tendenz steigend.
Ich messe keine Wasserwerte, doch laut Wasserversorger kommt bei uns das Wasser mit

Gh 12,1
Kh 8,5
pH 7,6

aus der Leitung.


Angehängte Grafiken
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Alt 13.04.2016, 17:39   #5
Algerich
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Danke für die bisherigen Wortmeldungen.

Die Berichte von Annette und Heike bestätigen mir zunächst, dass es Caridina-Stämme gibt, die mit wenigstens mittlerer Härte zurecht kommen und sich vermehren lassen.

Zur Klarstellung: ich meine hier eigentlich primär Bienengarnelen oder Hummelgarnelen, also keineswegs alle caridina. Tigergarnelen und c. babaulti habe ich problemlos auch bei 8 Grad KH vermehren können.

Spannend fände ich noch zwei Fragen:

1. Wie verhält sich ein in härterem Wasser gezogener Stamm im vielgepriesenen Bienenwasser? Sind die Tiere dort produktiver?

2. Wenn man - wie im online-Handel ja weitgehend üblich - Tiere bekommt, die generationenlang in Weichwasser gezogen worden sind: welches ist die beste Methode zur Umgewöhnung? Jungtiere einfangen und jede Generation in etwas härterem Wasser weiterziehen, bis die gewünschten Werte erreicht sind?
@Heikow: Vielleicht magst Du über Deine Vorgehensweise berichten?

Gruß!

Algerich
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Alt 13.04.2016, 19:58   #6
Rinkikäfer
 
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Hallo Algerich,

jetzt hab ich die Caridina schon wieder zu sehr verallgemeinert, entschuldige.

Dieser Züchter hat aber außer verschiedenen Tigergarnelen auch Red Bee, Black Bee, Snow White und was weiß ich noch alles, auch verschiedene Neocaridina - alle mit dem gleichen Wasser.

Wahrscheinlich sind seine Bienengarnelen genauso gesund und vermehrungsfreudig. Ich glaube ihm das zumindest. Das war ein sehr netter, aufschlussreicher Kontakt.

Liebe Grüße
Annette

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Alt 13.04.2016, 20:41   #7
Schneewitchen
 
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Hallo Algerich!

Habe am Wochenende bei einem Hobbyzüchter Hummelgarnelen erworben, die er in Leitungswasser mit einem GH um 12 gezogen hat. Der hatte unter anderem auch Red Bee und Black Bee mit dabei. (Die sich wohl auch genetisch bereits in meinen Hummelgarnelen wiederfinden lassen, Stichwort Hybride).

Bei mir leben sie nun allerdings auf weicherem Wasser, da es bei mir so aus der Leitung kommt... Habe über 2 Stunden immer Step by Step Wasser zugegeben, bislang noch keine Ausfälle.

Was ich damit sagen wollte - es scheint Hobbyzüchter zu geben, die Bienengarnelen und co auch in mittelhartem Leitungswasser ziehen. Ein Besuch auf der Aquaristik Börse lohnt sich diesbezüglich immer.

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Alt 14.04.2016, 15:56   #8
Algerich
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Hallo Andrea,

danke für diesen Hinweis. Wobei ich mich gerade frage, weshalb der Onlinehandel keine "hartwassertauglichen Bienen" etc. anbietet. Nach den allgemeinen Gesetzen des Marktes sollte doch ein unbestreitbar vorhandenes Bedürfnis (=Nachfrage) zu einem Angebot führen...

Gruß!

Algerich
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Alt 14.04.2016, 21:00   #9
Schneewitchen
 
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Hallo Algerich!

Ja da gebe ich dir recht, die Nachfrage sollte das Angebot bestimmen.

Denke beim Onlinehandel geht das allerdings nicht ganz so einfach, da deutschlandweit unterschiedliches Leitungswasser aus dem Kran kommt und die Betreiber da wenig Lust auf Reklamationen wie "mir sind alle Tiere nach dem Einsetzten verstorben" haben, oder auch entsprechend schlechte Bewertungen.
Zudem wird es wohl wesentlich ertragreicher sein die Tiere auf aufgesalzenem Osmosewasser zu ziehen, da wären wir dann wieder beim Thema Geld verdienen .

Allerdings werden auch Online Händler oft von privaten Garnelenzüchtern beliefert, habe meine BlackRose Garnelen von einem Herren der seine Tiere auch an RendoShrimp verkauft. Die waren übrigens wirklich top, kein einziger Ausfall und haben sich sofort angefangen zu vermehren.

Bin jetzt auch wirklich gespannt darauf wie sich meine neuen Hybriden einleben auf Leitungswasser und ob ich Glück habe und sie sich fortpflanzen. Denke da werde ich dann in 2-3 Monaten mal von berichten können... Oder im schlimmsten Fall ein Schock Thread über plötzliches Massensterben - was ich nicht hoffen möchte.

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Alt 25.07.2016, 16:40   #10
Schneewitchen
 
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Hallo!

Ich buddel den Thread mal wieder aus.

Hatte mit ja im April 20 Hummelgarnelen zugelegt, die ich in ein 54l Aquarium mit Leitungswasser setzte.

Von diesen 20 Garnelen verstarben 17 Stück. Das war ein schleichender Prozess und zog sich über viele Wochen.

Die übrigen 3 Hummelgarnelen bekamen dann Asyl im 240l Gesellschaftsaquarium in dem auch mehrere Hundert Sakura Garnelen leben.

Heute dann die ganz große Überraschung - Hummelgarnelen Nachwuchs! Da habe ich wirklich nicht dran geglaubt und freue mich umso mehr
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