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Alt 22.05.2019, 10:32   #1
dumdi65
 
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Standard Huminstoffe- und säuren, das vorkommen im Wasser und warum sind sie wichtig

Hallo.

Wir haben hier ja schon öfter hier über den Sinn und Unsinn der Huminstoffe geschrieben.

Nur soviel Vorweg, ich bin wie ihr wisst weder Chemiker noch Biologe. Ich werde mich hier nicht in wissenschaftlichen Aussagen verrennen, sondern immer wieder Seiten verlinken wo man sich einlesen kann. Ich werde nur das wiedergeben so wie ich es verstanden habe inklusive eigener Erfahrungen.

Nach vielen Recherchen, und noch mehr lesen von wissenschaftlichen Berichten, kann ich mit ruhigem Gewissen sagen das Huminstoffe in jeder Art Wasser, also auch im Wasser der Arktis, Antarktis und Seen wie dem Malawi- und Tangajikasee, vorkommen. Die Konzentration der Huminstoffe sind dabei wesentlich höher wie in unseren Aquarien. Das kommt unter anderem auch daher das Huminstoffe- und säuren im Leitungswasser unerwünscht sind weil sie mit den Metallleitungen reagieren.

Und damit sind wir beim eigentlichen Problem das sich uns Aquarianern eröffnet: Wie bekomme ich Huminstoffe in mein Aquarium, und wie verhindere ich dabei eine 'braune Brühe'?

Ich möchte diesen Thread hier nicht als 'meinen' ansehen, denn ich habe die Hoffnung das hier einige sich rege beteiligen, ob nun in vorm von fragen oder eigenen Erfahrungen ist da für mich zweitrangig. Also haut rein in die Tasten.

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Alt 22.05.2019, 15:00   #2
firefox1
 
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Hallo,

Aquaowner hat mit Carsten Logemann vom Garnelenhaus über das Thema gesprochen.
Für die Interessierten hier der Link:
https://www.youtube.com/watch?v=wSg3F2nG9Bw

VG, ff1

Danke: (1)
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Alt 22.05.2019, 18:27   #3
David Teichfloh
 
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Hi,

als "Schwarzwasserler" hab ich mich mit diesen komischen Huminstoffen etwas befaßt. Aber so richtig schlau bin ich nicht daraus geworden. Was sind das eigentlich?
Verstanden habe ich:
- es sind für Wasserwesen wichtig Stoffe
- sie bestehen aus langkettigen, organischen Säuren(?)

Wie bekomme ich sie ins Wasser?
- es gibt organische Stoffe, in den sie in mehr oder weniger konzentrierter Form vorliegen. Beim "wässern" geben sie sie ab
- bekannt sind Torf, Hölzer, Erlenzapfen und die Blätter und/oder Rinde bestimmter Bäume. z.B. SMB
-> aber: da ist immer Farbe dabei

Farbe: die eigentlich Färbung wird nicht durch die Huminstoffe, sondern durch ihre Zerfallsprodukte (z.B.: Flufalsäuren?) hervor gerufen. Oder eben durch richtige Farbe...
Interessant ist: laut der Literatur kann man die Farbe wieder herausfiltern, ohne die Huminstoffe ebenfalls "weg" zu filtern. Habs aber nie probiert - ich will es ja "braun" haben.
- Es gibt SMB-Extrakt, welches nur wenig bis garnicht färben soll

Was ich interessant finde: die Huminstoffe wirken bereits in geringen Konzentrationen. Gut für die Fische - weniger gut für die meisten Krankheitserreger.

Danke: (2)
David Teichfloh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.05.2019, 19:04   #4
Otocinclus2
 
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Hallo Balu,


ein interessantes Thema.

Hier ist ein auch für Laien wie mich () gut verständlicher, aber gleichwohl fundierter Artikel von Ing. Jindrich Novák: Huminstoffe in der Aquaristik - und was weiter?
http://www.amagro.com/content/file_o...r_novak_de.pdf

In diesem Artikel weist der Autor darauf hin, dass die Anwendung von Pflanzenextrakten in der Aquaristik empirisch, also aufgrund von Erfahrungswerten, erfolgt, und nicht als Ergebnis ausgereifter wissenschaftlicher Erkenntnisse.


Auf dieser Seite:
http://www.glasgarten-aquarium.de/li...umin_plus.html
wird zwar zunächst ein Produkt beworben, aber etwas weiter unten werden ebenfalls sehr umfangreiche und verständliche Ausführungen zu den verschiedenen Huminstoffen gemacht. Und auch hier wird darauf hingewiesen, das vieles noch gar nicht erforscht ist. (Was sind Huminstoffe eigentlich und woher stammen sie?)


Zitat:
Zitat von David Teichfloh Beitrag anzeigen

Was ich interessant finde: die Huminstoffe wirken bereits in geringen Konzentrationen. Gut für die Fische - weniger gut für die meisten Krankheitserreger.
Das wird auch auf der zweiten von mir verlinkten Seite ausdrücklich so bestätigt.

Zitat:
"Ein anderer sowohl für die Aquaristik als auch die kommerzielle Haltung relevante Funktion erfüllen Huminstoffe durch ihre keimreduzierende Wirkung. Pilze der Gattung Saprolegnia etwa werden in ihrer Entwicklung deutlich verlangsamt, indem ihr Myzelwachstum gehemmt wird, und das auch schon bei sehr geringen Konzentrationen an Huminstoffen."

Und hierein Passus, der darauf hinweist, warum Huminstoffe (vermutlich) für das Überleben von Tieren im eigentlich gar nicht so lebensfreundlichen Schwarzwasser wichtig sind:

"Wie sich an Wasserflöhen (Moina) gezeigt hat, werden Huminstoff behandelte Tiere auch resistenter gegen stark schwankende Salzgehalte des Wassers. Fische aus Schwarzwasser müssen aus sehr mineralstoffarmen Gewässern noch Ionen aufnehmen, ein Vorgang der mit sehr viel Energieverbrauch einhergeht. Man vermutet, dass Huminstoffe die sich an den Kiemen anlagern, die Aufnahme von lebenswichtigen Elementen erleichtern, und damit die eingesparte Energie woanders investiert werden kann (z.B. in Körperwachstum, Eientwicklung, Immunsystem). Huminstoffe helfen damit schlussendlich, dass Tiere auch in Lebensräumen gedeihen können, die ansonsten recht lebensfeindlich sind (starke Schwankungen der Wasserchemie, ionenarmes Wasser)."

Gruß
Otocinclus2

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Alt 22.05.2019, 19:57   #5
dumdi65
 
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Hallo.

Bevor ich loslege, hier eine Webside die sich allgemein mit Huminstoffen und Tieren, und vor allem der Wirkungsweise bei Tieren beschäftigt.

https://www.humintech.com/de/tierhal...insaeuren.html

Warum sollen diese Wirkstoffe nicht auch bei uns wirken?
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Alt 22.05.2019, 20:23   #6
dumdi65
 
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So wie ich die Sache verstanden habe, entstehen Huminstoffe beim nicht vollendeten Zersetzungsprozess von tierischen und pflanzlichen Stoffen unter Mitwirkung von Mikroorganismen. Bei diesem unterbrochenem Prozess, ich gehe mal von Sauerstoffmangel als Grund aus, wird das Stadium der Braunkohle nicht erreicht. Dieser Prozess passiert unter anderem bei der Entstehung eines Moors, was dann im entstehen von Torf erst einmal endet. Was aber bei diesem Prozess auf jeden Fall entsteht sind Humin- und Fluvosäuren.

Soweit die Kurzfassung wie ich sie verstanden habe

Danke: (1)
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Alt 22.05.2019, 22:29   #7
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Hier noch eine Diplomarbeit von Britta Engel zur Untersuchung der Huminsäure.

https://www.uni-bielefeld.de/chemie/...htm#Huminstoff

Danke: (1)
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Alt 24.05.2019, 22:27   #8
dumdi65
 
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Hallo.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: wie kann eine Säure vorteilhaft für Lebewesen sein, für die Huminstoffe gilt die gleiche Frage?

Die einfache Antwort: die Huminsäure erzeugt eine positive Stressreaktion.

Bei Fischen sorgt sie dafür das z.B. die Schleimhäute sich schneller erneuern und regenerieren. Es werden aber auch die Abwehrkräfte gestärkt, weil wichtige Bestandteile in der Nahrung besser verstoffwechselt werden und dadurch dem ganzen Fisch schneller und in größerer Menge zur Verfügung stehen.

Außerdem ist wissenschaftlich bewiesen das Huminstoffe und Huminsäuren Antibakteriell und Antivirell sind. Auch auf das Stressverhalten der Fische wirken sie positiv, um es so auszudrücken: die Fische sind gechillt.

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Alt 24.05.2019, 22:42   #9
dumdi65
 
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Eigene Erfahrungen sind:

Ein Kardinalfisch hatte einen weißlichen Flaum am Kopf, wahrscheinlich irgendein Pilz. Da er schon in mit Huminstoffen angereichertem Wasser schwamm, habe ich einfach noch einen Sud mit Torf angesetzt. Ein 5 Liter Eimer mit 4 Liter Regenwasser gefüllt, cirka einen Liter Torf dazugeben, in den Deckel 2 Löcher gemacht, eins für den Luftschlauch von der Luftpumpe das andere zum entlüften. Nach 5 Stunden hatte ich einen dunklen Sud mit einem pH von 3,9. Diesen Sud filterte ich und gab ihn zusammen mit Seemandelbaumblättern und ca. 30 Erlenzapfen ins Becken. Es dauerte zwar knapp 3 Wochen bis am Kopf des Fisches nichts mehr erkennbar war, aber es kamen auch keine Medikamente zum Einsatz.

Meine Paracaridina Blue Bee bekam ich erst richtig zum vermehren als ich deren Wasser auf Schwarzwasser umstellte.

Hat hier auch noch jemand positive Erfahrungen gesammelt?

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Alt 27.05.2019, 15:09   #10
dumdi65
 
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Hallo.

Auf jeden Fall muss man aber eines gerade bei Schwarzwasser besonders beachten. Die Huminsäuren wirken extrem mehr bei dem weichen Wasser wie in den anderen Wasserarten. Denn Torf hat die Eigenschaft das Wasser noch weicher zu machen.

Man muss wirklich aufpassen wenn man Fische aus normalem Leitungswasser in Weichwasser mit niedrigem pH Wert setzt. Durch den sehr niedrigen Salzgehalt würden die Fische einfach ertrinken ,da sie mehr Wasser durch ihren Körper filtern müssen um an die wenigen gelösten Salze im Wasser zu kommen. Ein Eingewöhnen über mehrere Tage sollte da schon die Regel sein.

dumdi65 ist gerade online   Mit Zitat antworten
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