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Alt 19.09.2022, 13:02   #1
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Standard 'hechelnde' Fische/Welse in den ersten Stunden des Tages

Hallo Leute,

ob es sich hierbei um eine 'Krankheit' handelt, weiß ich nicht.
Aber ich stell's mal hier rein, weil's doch seltsames Verhalten bzw. Symptome sind.

- Genaue Beschreibung des Problems
Seit einigen Wochen haben v.a. die Welse in den ersten Stunden nach Licht-an eine auffällig hohe Atemfrequenz; es sieht fast ein bisschen aus wie 'Hecheln'.
Abends wirkt die Atemfrequenz normal und entspannt.
Ansonsten machen die Tiere einen insgesamt gesunden Eindruck, haben keinerlei sonstige Symptome, fressen und verhalten sich normal.

Die Funkensalmler sind selten zu sehen (meist in den Pflanzen). Da sie v.a. abends rauskommen, bin ich mir nicht sicher, wie sie nach Licht-an/untertags atmen.

- Maße des Beckens (L x B x H) ?
60 cm / 54 l
Eheim Tageslicht-LED

- Wie lange läuft das Becken?
seit Dezember 2021
Außenfilter Eheim Experience 150, mit Schaumstoff-Vorfilter auf dem Ansaugkorb.

- Wasserwerte (pH-Wert, Nitritwert, KH-Wert, Gesamthärte, Nitratwert und Temperatur)
pH ca. 7
Nitrit nicht nachweisbar (blasser als die blasseste Farbfläche auf dem Vergleichsbogen)
KH ca. 6
GH ca. 15
Temp.: 22 bis 23 Grad

- wie oft und wie viel Wasser wird gewechselt?
wöchentlich 15 l

-wie viel und was genau wird gefüttert?
ein bis zweimal täglich, gelegentlich tagelang nichts (langes Wochenende), im Wechsel verschiedene Welstabletten, Granulat, Lebendfutter (Tubifex, Artemien), Frostfutter, Gemüse.

- welche Symptome zeigt der Fisch?
Siehe oben.
V.a bei den Welsen (Panzerwelse + ein kleiner Antennenwels) fällt in den ersten Stunden nach Licht-an eine sehr hohe Kiemenatemfrequenz auf.

Interessanterweise holen alle Welse nur extrem selten an der Wasseroberfläche Luft.

- sind andere Tiere auch betroffen?
-- ?

- gab es evtl. vor kurzem ähnliche Probleme, bzw. andere Krankheiten, Todesfälle, etc?
Bis vor ca. zwei Monaten sind gelegentlich einzelne Panzerwelse innerhalb von 1 bis 3 Tagen nach TWW gestorben; möglicherweise an einer Art Gasblasenkrankheit. Seit ich das Wechselwasser vor dem TWW immer mindestens 10 bis 12 Stunden abstehen lasse, ist aber kein Panzerwels mehr gestorben.

- wurde evtl schon mit Medikamenten behandelt, wenn ja, mit was und wie lange?
---
(im Becken befinden sich von Anfang an getrocknete Erlenzapfen; mal ein paar mehr, mal ein paar weniger)


- welchen Erfolg brachte die Behandlung (falls bereits eine erfolgt ist)?
---

- wurden in letzter Zeit neue Fische eingesetzt, wenn ja, sind die neuen Fische oder der Altbestand betroffen?
---

- wurde sonst etwas gravierendes am Becken, bzw. der Technik verändert (zb Filter getauscht, Bodengrund gewechselt, neuer Dünger oder andere "chemische" Mittelchen (zb um Wasserwerte zu verändern) verwendet, etc.)?
Möglicherweise(!) fällt der Beginn der auffälligen Atemfrequenz zeitlich in etwa mit der Vermehrung des Sumatrafarns im Becken zusammen. Aber ob das 'gravierend' ist?

Eigene Beschreibung vom Erkennen der Krankheit bis hin zu deren Auswirkungen und mehr:

V.a bei den Welsen - acht Panzerwelsen (Panda) + einem kleinen Antennenwels, der hier vorübergehend wohnt - fällt seit einigen Wochen in den ersten Stunden nach Licht-an eine sehr hohe Kiemenatemfrequenz auf. Es sieht fast ein bisschen so aus, als würden die Tiere hecheln. Ansonsten verhalten sie sich normal, fressen und gründeln bzw. schwimmen umher.
Richtung Abend sinkt die Atemfrequenz wieder auf normal.
Interessanterweise holen alle Welse nur extrem selten an der Wasseroberfläche Luft, viel seltener, als ich es von PW und Ancistren meiner früheren Becken kenne - weshalb mir ein Sauerstoffmangel als Ursache eher unwahrscheinlich erscheint.

Wirkliche Atemnot bei den PW, die eine Zeitlang nach TWW möglicherweise an einer Variante der Gasblasenkrankheit gestorben waren, sah auch tatsächlich sehr anders aus: Diese (einzelnen) betroffenen Tiere holten bei Verschlechterung der Symptome sehr oft an der Wasseroberfläche Luft, was bei Welsen, die diese Möglichkeit haben, ja auch logisch erscheint.
Seit ich das Wechselwasser vor dem TWW immer mindestens 10 bis 12 Stunden abstehen lasse, ist aber wie gesagt kein Panzerwels mehr gestorben.

Im Becken befindet sich von Anfang an ein Sumatrafarn (https://www.aquarienpflanzen-shop.de...SABEgLjzPD_BwE). Dieser wächst extrem schnell (an einem Trieb bis zu 15 cm pro Tag; ohne CO2-Düngung).

Der Beginn der auffälligen Beschleunigung der Kiemenatmung in den ersten Stunden nach Licht-an fällt, meiner Erinnerung nach, in etwa mit den Tagen zusammen, als ich zwei andere, langsamer wachsende Pflanzen aus dem Becken entfernt und an diese Stellen ebenfalls Ableger vom Sumatrafarn gesetzt habe.
Daher drängt sich mir ein bisschen der Verdacht auf, dass diese Pflanze - mit ihrer extremen Stoffwechselrate - vermutlich nachts auch große Mengen Sauerstoff verbraucht, sodass die O2-Konzentration morgens um Licht-an herum vielleicht erstmal eher niedrig ist.
Andererseits tue ich mir doch wieder schwer, an diese Theorie zu glauben, weil eigentlich die ganze Wasseroberfläche ständig etwas in Bewegung ist und ich den Filterauslauf seit Längerem jetzt immer etwas plätschern lasse (was ich bei noch keinem anderen Becken zuvor jemals gemacht habe; immer ohne jedwede Probleme).

Und bei Sauerstoffmangel oder sonstiger Atemnot könnte Welse doch eigentlich die eingebaute Möglichkeit zur Luftatmung nutzen. Genau dafür haben sie die ja.

So richtig Sinn ergibt das für mich alles nicht, und erlebt habe ich dergleichen auch noch nie zuvor (obwohl ich - on and off - seit frühen Teenagertagen in der Aquaristik unterwegs bin.

Hat von euch jemand mal Ähnliches erlebt?
Ist (euch) bekannt, welchen Anteil der Gasaustausch an der Wasseroberfläche und am Filterauslauf im Vergleich zur O2-/CO2-Atmung der Wasserpflanzen hat - ob es also überhaupt sein kann, dass die Pflanzen nachts einen relevanten Abfall der O2-Konzentration im Wasser verursachen, auch wenn die Wasseroberfläche ständig in Bewegung und keinerlei Kamhaut vorhanden ist, und der Filterauslauf sogar etwas plätschert?
- Wenn ich das so schreibe, klingt das eigentlich nach einer völlig grundlegenden Basisfrage der Aquaristik, und in jedem Fall nach einer sehr interessanten Frage. Da es in meinen bisherigen Becken 'trotz' immer starker Bepflanzung und nur leicht bewegter Wasseroberfläche nie Probleme gab - auch völlig ohne Plätschern am Filterauslass -, hatte ich mir bisher aber tatsächlich noch nie Gedanken darüber gemacht.

Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Geändert von Schnecke13 (19.09.2022 um 13:17 Uhr)
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Alt 19.09.2022, 13:44   #2
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Also für mich hört sich das an als hättest du ein Problem mit einem Wasserparameter, aber nicht mit Nitrit. Es könnte sein das z.B. das Nitrat morgens zu sehr erhöht ist. Denn auch ein Wachstum des Javafarn von 15cm am Tag, , hört sich danach an das da irgendetwas nicht paßt.

Ich würde einfach mal versuchen regelmäßiger zu füttern, aber natürlich dosiert, und entweder 2 mal die Woche Wasserwechsel zu machen oder auf einmal 20 Liter, oder auch 25, zu erhöhen
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Alt 19.09.2022, 14:12   #3
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Hi,
danke für deine Antwort.
Die extrem schnell wachsende Pflanze ist der Sumatrafarn (nicht Javafarn :-) ).
Bei dem ist ein solches Wachstum offenbar normal; der wird ja extra aus diesem Grund auch für neue Becken zur Algenunterdrückug angepriesen.
Und weil der so irre wächts, schmeiße ich natürlich alle paar Tage einiges an Biomasse raus aus dem Becken.

So stark wachsen tut der auch von Anfang an, selbst als noch keine Fische im Becken waren und noch gar nicht gefüttert wurde.
Der einzige Unterschied ist jetzt eben, dass ich von dem seit einigen Wochen drei Pflanzen/Rosetten statt nur einer im Becken habe.
Auch sonst mache ich die letzten Wochen nichts anders als all die Monate zuvor, in denen alle Fische immer eine ganz normale Antemfrequenz hatten. (bis auf die einzelnen PW, die nach TWW eben möglicherweise an einer Variante der Gasblasenkrankheit gestorben sind.)

Füttern tue ich im Prinzip schon sehr regelmäßig; dass ich mal ein paar Tage weg bin, kommt nur alle vier bis sechs Wochen mal vor.

Kann denn Nitrat alleine zu derartigen Symptomen führen, mit dieser Tagesschwankung?

Vielleicht besorge ich mir dann aber doch auch noch mal einen separaten Nitrattest; schon rein interessehalber.
Auf den Stäbchen-Schnelltests war der Wert bisher immer im grünen Bereich.

Geändert von Schnecke13 (19.09.2022 um 14:52 Uhr) Grund: Ergänzung Teststäbchen und Biomasse-Entfernung
Schnecke13 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.09.2022, 15:30   #4
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Hi,
(Ergänzung)

Wenn die Welse nicht die Darmatmung nutzen, ist es wahrscheinlich wirklich kein Sauerstoffmangel.
sondern:
- > kann Nitrit sein - aber auch Ammoniak bzw. Ammonit!
-> ph-Wert nachmessen (früh), sollte unter 8 sein, kann sich (bei Licht) rasch ändern
-> Fütterung(menge) überprüfen
-> wenn du hast: Sprudelstein einsetzen (gern auch mit Schaltuhr, nachts)

LG
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Alt 20.09.2022, 11:36   #5
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Hi, und danke euch.

Also das Nitrit ist wie gesagt im Tröpfchentest (von JBL) nicht nachweisbar/blasser als der blasseste Farbkreis.

Das Nitrat ist zumindest auf dem Stäbchentest von JBL völlig weiß/nicht nachweisbar. (beides vier Tage nach dem letzten TWW).
Die Stäbchentests werden ja oft kritisiert wegen angeblich (zu) geringer Genauigkeit. Was ich dazu bisher gehört, gelesen und auf Youtube an Vergleichstests gesehen habe, scheint es aber ja praktisch ausgeschlossen, dass der Wert - bei völlig weiß bleibendem Feld auf dem Stäbchentest - in einem Tröpfchentest dennoch problematisch hoch wäre. (Oder wie seht ihr das?)
Deswegen habe ich mir jetzt auch keinen Nitrat-Tröpfchentest gekauft.
Wäre es überhaupt denkbar, dass in einem Becken mit sehr gesundem Pflanzenwachstum und ohne eine einzige Alge* der Nitratwert trotzdem bedenklich hoch wäre?

Der pH-Wert war gestern Abend kurz vor Licht aus knapp unter 7 und heute Vormittag kurz vor Licht-an auch um die 7, evtl. leicht darüber.
Wäre es denn denkbar, dass die Ammonium/Ammoniak-Konzentration in einem eingefahrenen Becken trotz nicht nachweisbarem Nitrit/Nitrat u.U. dennoch bedenklich hoch ist?

Füttern tue ich in etwa wie all die Monate zuvor und wie in früheren Becken. Daran kann ich nichts wirklich Problematisches erkennen.
Wenn von einer (großen) Welstablette nach ein/zwei Stunden noch was übrig ist, entferne ich das. Den Staub verputzen die PW und die TDS.
Gemüse (Gurke, Zucchini, Paprika) kommt nach spätestens zehn/zwölf Stunden wieder raus.
Das einzige Futter, das sich z.T. tage- und wochenlang im Becken hält, sind gewiefte Tubifex, die sich in Ritzen einnisten, wo die PW schlecht hinkommen und von wo aus sie diesen dann unentwegt frech zuwinken.

Einen Sprudelstein habe ich bisher nicht und würde (wegen CO2) auch nur ungern einen einsetzen.
Könnte das denn trotzdem etwas bringen, auch wenn das Problem weder Sauerstoffmangel noch zu hohe Stickstoff-Stoffwechselprodukte zu sein scheinen?
.
____________
* In den rund zehn Monaten, in denen das Becken jetzt läuft, habe ich nicht ein einziges Mal die Scheibe von ihnen geputzt - weil da einfach nichts wächst. Auch sonst ist im Becken keine einzige Alge (makroskopisch) erkennbar. Nur ganz oben auf einer Wurzel, die nahe der Wasseroberfläche direkt ins Licht schaut, hat sich mittlerweile ein ganz zarter, dünner grüner Mini-Rasen gebildet.

Geändert von Schnecke13 (20.09.2022 um 12:16 Uhr) Grund: mehr Klarheit
Schnecke13 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2022, 11:47   #6
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Hier mal ein Bild vom Becken - vielleicht erkennt ihr ja noch was Offensichtliches, was mir in der eigenen Betriebsblindheit noch nicht aufgefallen ist:
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg IMG_20220915_152842_5~2.jpg (79,0 KB, 8x aufgerufen)
Schnecke13 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2022, 16:53   #7
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Zitat:
Zitat von Schnecke13 Beitrag anzeigen
Könnte das denn trotzdem etwas bringen, auch wenn das Problem weder Sauerstoffmangel noch zu hohe Stickstoff-Stoffwechselprodukte zu sein scheinen?
Versuch macht kluch! Probier es aus, die kleinen Dinger sind nicht teuer und helfen gern auch im Notfall.

Danke: (1)
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Alt 21.09.2022, 14:11   #8
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Gestern habe jetzt erstmal einen der beiden großen Sumatrafarne rausgeworfen, einen großen WW gemacht, die Filterschläuche durchgeputzt, die dabei freigewordene Schlotze aus dem Filter rausgeholt und das Filterwatteflies gewechselt. Dadurch plätschert es am Auslass jetzt noch etwas lebhafter als vorher.
Heute haben die Fische bisher deutlich ruhiger geatmet. Warum auch immer.
Jetzt bin ich mal auf die nächsten Tage gespannt.

(für Notfälle habe ich ohnehin einen kleinen Ersatzfilter, der im Schneckenpool mitläuft.)
Schnecke13 ist offline   Mit Zitat antworten
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