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Alt 26.11.2013, 11:34   #1
sorgenfisch
 
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Standard Neon aufgeplatzter Bauch oder Parasit?

Hey alle zusammen,
heute Morgen ist mir aufgefallen, dass an einem meiner Neons eine seltsame geschwollene Pustel ist. Es sieht aus, als wäre der Bauch an dieser Stelle gerissen oder aufgeplatzt. An dieser Stelle tritt weißes Material aus welches porös ausschaut.

Habe extra ein Bild gemacht
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Becken:
60L
ca. 15 Fische
PH liegt immer zwischen 7 und 7,5
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Alt 26.11.2013, 16:01   #2
NebelGeîst
 
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Standard

Moin,

auch wenn das Foto einigermaßen gut ist, kann man das Gebilde leider nicht gut erkennen, sieht aber für mich aus, wie ein (offenes) Geschwür. Wobei auch der Bauch vergrößert scheint. ist das umliegende Gewebe gerötet/geschwollen? Oder ist da nur weißliches Gewebe, das anhaftet/heraushängt?

Für eine Diagnose ist immer eine Anamnese wichtig, daher bitte noch hier mal rein schauen und die nötigen Infos nachreichen.

Was du schonmal machen kannst, ist den Fisch separieren und einen großen Wasserwechsel im betroffenen Becken machen, um dort die Keimdichte zu senken.
Falls es sich um ein (offenes) Geschwür handelt, würde ich auch ohne sichere Diagnose etwas mehr Vorsicht walten lassen, z.B. nicht mit Kratzern an der Hand ins Becken fassen, oder dabei Handschuhe tragen.
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Alt 26.11.2013, 18:25   #3
sorgenfisch
 
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Habe mal genauere Bilder gemacht ... die anderen Angaben helfen auch nicht wirklich weiter die Krankheit zu identifizieren.

Wenn es ein offenes Geschwür ist, wie würde es denn einem Menschen schaden wenn er mit einer offenen Wunde damit in Kontakt kommt?

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Geändert von sorgenfisch (26.11.2013 um 18:27 Uhr)
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Alt 26.11.2013, 19:33   #4
NebelGeîst
 
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Warum fragt dich zum Beispiel ein neuer Arzt nach diversen Dingen, von denen du dir denkst, dass das garnichts mit deinem Problem zu tun hat? Weil man anhand der Informationen eben doch gewisse Dinge abschätzen und Ursachen finden kann. Nicht immer natürlich, aber zu sagen, das hilft hier auch nicht weiter, wenn jemand, der dir helfen möchte, danach fragt, bringt dir wesentlich sicherer nichts, als sich einfach mal die Mühe zu machen.

Weil es Erreger gibt, die auf den Menschen übertragbar sind, ganz einfach deswegen. Und bei einer Krankheit, für die Knötchen und Geschwüre charakteristisch sind, der Fischtuberkulose, trifft genau das zu.

Auf den neuen Fotos sieht man die Stelle sehr gut. Allerdings muss ich sagen, dass ich nicht abschätzen kann, ob dieses körniger von einem eitrigen Geschwür oder Hautparasiten kommt. Da musst du am besten mal warten, bis Schneckinger sich dazu äußert.
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Alt 26.11.2013, 20:48   #5
Schneckinger
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Guten Abend miteinander,

@Nebelgeist:
Vielen Dank für Dein Vertrauen ;-) Aber trotz der ziemlich guten Fotos komme ich da auch nicht viel weiter als Du. Von der Struktur des ganzen würde ich auf ein aufgeplatztes eitiges Gechwür ("Abszeß") tippen. Ist aber wirklich nur eine Vermutung.

@Sorgenfisch:
Nachdem die Bilder wirklich recht gut sind, würde ich einen Fachtierarzt für Fische kontaktieren und anfragen, ob er bereit ist die Bilder mal zu checken und Dir weiter zu helfen.

Übrigens hat Nebelgeist durchaus recht. Ich hantiere auch recht freihändig in meinen Aquarien herum. Wenn ich selber Hautverletzungen/Entzündungen habe bin ich aber sehr vorsichtig, um mir nichts zu "holen". Das normale Aquarium ist eine ziemliche Bakteriensuppe. Und bei einer nicht identifizierten Erkrankung wäre ich (ohne hier Panik schüren zu wollen) doppelt achtsam.

Tschüß,
Schneckinger

@
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Alt 26.11.2013, 21:36   #6
NebelGeîst
 
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Ja, das war auch mein Gedanke, dass es sich um ein Geschwür mit eher festem Eiter handelt. Ich als Laie würde dabei dann spekulieren, dass das eher bei älteren Abszessen vorkommt, und bei einem neueren, rasch gewachsenen und aufgeplatzten der Eiter flüssiger ist. Kann man von der Konsistenz auf das Alter schließen, oder war die Idee jetzt ein Schuss in den Ofen? ^^

Jedenfalls gibt es auch Parasiten, die ihre Eier unter der Fischhaut ablegen bzw Larvenstadien von Parasiten, die sich dort einnisten. Mit denen hab ich allerdings keine Erfahrung und mich nicht weiter beschäftigt, deswegen wollte ich mir da kein urteil anmaßen und hatte gehofft, dass du als Tierarzt (wenn auch leidernicht für Fische spezialisiert) das vielleicht eher wüsstest.
Aber die Idee mit ner eMail und den Fotos als Anhang ist ja fast genau so gut wie eine eigene erstellte Diagnose. Es bestärkt mich in meinem Vertrauen sogar, dass du es nicht einschätzen kannst, und dazu als Tierarzt stehst, anstatt etwas zu behaupten, von dem du dir ganz und garnicht sicher bist, ob es stimmt (übrigens eine Eigenschaft, von der sich einige Humanmediziner eine Scheibe abschneiden könnten..)!
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Alt 26.11.2013, 23:31   #7
sorgenfisch
 
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Vielen dank für eure Antworten. Für das nächste mal merke ich mir eure Tipps für ein ordentliches Posting.

Mein Neon werde ich dann wohl erstmal vom Becken trennen. Gibt es noch eine Chance auf Heilung bei dem Armen? Bei dieser Größe des "Objektes" im Vergleich zum restlichen Fisch kann ich mir eig. keine Chancen ausrechen.

Wie geh ich nun mit dem Becken um wenn es was ansteckendes sein soll? Reicht ein großer Wasserwechsel um ein Großteil der Erreger zu beseitigen?

Gibt es Fischkrankheiten die schwere Folgen für den Menschen haben können? Ich weiß das ihr mir keine Panik machen wolltet .... trotzdem will ich jetzt nichtmal mehr ins Becken fassen
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Alt 27.11.2013, 00:38   #8
NebelGeîst
 
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Um die Überlebenschance abzuschätzen, müsste man zunächst mal wissen, um was es sich überhaupt handelt. Da der Bauch auch vergrößert erscheint, würde ich mir nicht die größten Hoffnungen machen. Es kann sein, dass es noch andere Entzündungsherde gibt.
Da Abszesse oder Zysten abgekapselte Bereiche darstellen, könnte ich spontan auch kein Medikament empfehlen, das dürft aber der TA machen können, wenn du einen anschreibst (Tipp: Wenn du per eMail um eine quasi 'kostenlose Dienstleistung' bittest, halte die Nachricht möglichst kurz und gebe nur die wichtigsten Informationen stichpunktartig und gut gegliedert wieder, er wird keine Lust haben, einen Roman zu lesen und unübersichtliche Mails können da ebenfalls nervenraubend sein ).

Erst mal nen großen WW, die nächste Zeit aber auch vermehrt kleinere, außerhalb des normalen WW-Intervalls. Fische gut im Auge behalten. Gegebenenfalls etwas Herbstlaub von Eiche, Buche oder Walnuss (haben ja die passende Jahreszeit ), Seemandelbaumblätter, Erlenzäpfchen oder/und Ceylon-Zimt (nicht Kassia!!) ins Becken geben.

Eine sinnvolle Sache ist auch das Füttern von an die Nahrungsbedürfnisse der Insassen angepasstem, beta-glucanhaltigem Futter, da diese Beta-Glucane die Aktivität der Makrophagen (Fresszellen) und damit des Immunsystems steigern.

Je nach dem, wie du momentan verfährst, ggf. nach Haltungsfehlern forschen, Haltungsbedingungen und Beckenhygiene verbessern, Besatz anpassen, etc. Da keine Infos vorliegen, kann man dir da keine Tipps geben, also selbst nochmal schlau machen.

Zumindest von den in heimischen Aquarien vorkommenen Krankheiten und Parasiten fällt mir spontan nichts ein, was wirklich schwere Folgen hat. Wahrscheinlichste Krankheit, die auf den Menschen übergehen kann, ist da schon die FischTB, die an verletzten Hautstellen das sogenannte Schwimmbad- oder Aquariengranulom verursachen kann.
Aber generell kann eine Hautverletzung sich natürlich entzünden, wenn all zu viele Keime dran kommen. Deswegen brauchst du aber keine Angst haben, ins Aquarium zu fassen, Türklinken, Lichtschalter, Geld, Halteknöpfe in Bahnen und Bussen, etc., fasst du ja auch weiterhin an.
Einfach die Hände nach dem Hantieren im Becken waschen, bei Verletzungen ggf mit der anderen hand arbeiten oder Handschuh (puderfrei) drüber.
Grund zur Panik gibtz es nicht, man sollte sich, wie bei allem, nur eben auch möglicher Risiken bewusst sein. Das heißt nicht, dass man deswegen überängstlich sein muss

Edit:
Wenn ich mich nicht täusche, kommen 3 verschiedene Arten von Mykobakterien als Verursacher der Fischtuberkulose vor. Sicher auf den Menschen übertragbar sind glaube ich garnicht alle 3, sondern nur M. marinum (trotz des Artennamens kommt es nicht nur in marinen Gewässern vor). Müsste man nochmal nachschlagen, wofü es mir aber grad zu spät ist und an Lust mangelt.
Zu M. marinum hätte ich hier allerdings noch einen Link, falls es dich interessieren sollte und natürlich für interessierte Mitlesende.
http://mykologie-experten.de/uploads...tarzt_2011.pdf
Bitte nicht von Bildern erschrecken lassen. Solche Infektionen kommen selten vor und lassen sich letztlich auch leicht vermeiden. Die angesprochene Ausbreitung auf Sehnen und gar Knochen ist noch deutlich seltener, wie erklärt wird, ist es dem Erreger im Körper eigentlich zu warm (ich als Nichtraucher könnte jetzt natürlich eine Spitze an die lieben Raucher abfeuern, da das Rauchen bekanntermaßen die Durchblutung in den Extremitäten verschlechtert und damit zu einem Absinken der Temperatur führt, was eine Etablierung des Erregers begünstigt. Aber tollerant wie ich bin, mache ich das natürlich nicht ).
Hier im Forum hatte beispielsweise bisher glaube ich noch niemand ein solches Granulom, oder hat das zumindest nicht offen geschrieben.
Also keine Panik.
Aber da es immer wieder zu Fehldiagnosen kommt (auch weil Patienten es nicht für wichtig halten, bei der Anamnese anzusprechen, dass sie Aquarianer sind ), ist es durchaus nicht verkehrt, auch so etwas zu wissen. Den damit kann man, für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass es mal auftritt, dem Hautarzt bei der Anamnese/Diagnose entgegenkommen.

Geändert von NebelGeîst (27.11.2013 um 01:11 Uhr)
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Alt 27.11.2013, 10:42   #9
thefreak
 
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Auch wenn ich net viel zum Thema beitragen kann, möchte ich eines loswerden:
Respekt an Nebelgeist; finde ich toll, so ausführlich zu schreiben und sich dem Thema so anzunehmen.
Und auch an Schneckinger, habe da die gleiche Meinung wie Nebelgeist.
Mußte ich mal loswerden.

Gruß
Jürgen
thefreak ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.12.2013, 18:01   #10
NebelGeîst
 
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Hi,

danke Jürgen

ontopic: Gibts denn was neues vom betroffenen Fisch?
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