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Flo1994 03.03.2018 00:09

Vergesellschaftung Sumatrabarben
 
Hey zusammen,

ich habe vor, mir in meinem 180l Becken Sumatrabarben zu setzen, dachte an 20 St., dazu noch 1/1 Purpurprachtbuntbarsch.
Kann ich dazu noch anderen Barben / Bärblinge oder Salmler setzen?

Geplant wären, je nach dem:
Schwarm Zebrabärblinge
Schwarm Blutsalmler

Welche Welse wären dann hier noch möglich?

Danke für eure Hilfe.

LG Flo

dumdi65 03.03.2018 06:51

Hallo Flo.

Ich würde keine Welse zu dem Purpurprachtbarsch setzten, die brauchen den unteren Bereich für sich.

Auch mit den Sumatrabarben ist die Beckenmitte schon gut besetzt, was Sowohl Zebrabärblinge als auch die Blutsalmler ausschließt.

Wenn noch einen Fisch dazu möchtest, dann nur für die obere Beckenregion. Da kämen dann Beilbäuche oder Halbschnäbler in Frage. Durch die Sumatrabarben fallen Fadenfische aus der Liste.

Gruß Balu

Morfie 04.03.2018 14:17

Hallo Flo,

im Gegensatz zu Balu koennte ich mir vorstellen, Zebrabaerblinge (Danio rerio) zusammen mit Sumatras zu halten.

Bei mir waren die Zebras ausschliesslich an der Oberflaeche, das wuerde gut mit den Sumatras passen.

Alles andere zu denen zu setzen ist schwierig nach meiner Erfahrung, weil sie sehr lebendig nd fressgierig sind, so das fuer die Bodenbewohner nichts uebrig bleibt.

LG, Kirsten

Mattenpaule 04.03.2018 15:46

Hallo, Flo,

inhaltlich möchte ich mich Kirstens Aussagen vollständig anschließen.

Purpurprachtbarsche als eingeschränkt mögliche - neben den Barben und Bärblingen - dritte Art im Bunde sind nach meinen persönlichen Erfahrungen schon ziemlich durchsetzungsstark und verfressen.
Angesichts allein schon der bloßen Menge an lebhaften, gierigen (teils neugierigen) und nimmermüden Mitbewohnern aus den Gattungen Puntius und Danio wäre die Besatzvariante mit diesen Buntbarschen jedoch nicht die optimale Lösung.

Ruhige, langsame und leicht schreckhafte Arten sowie Fische mit fadenartig verlängerten oder flächig vergrößerten Flossen scheiden als Mitgesellschafter klar aus.

Ob vielleicht Platys statt Zebrabärblingen (Danio rerio) eine ebenso gute "Nachbarschaft" mit den Sumatrabarben (Puntius tetrazona) ergeben würden, dies zu beurteilen, überlasse ich kundigeren Zeitgenossen.

Aus naheliegenden Gründen würde ich das Becken darum ausschließlich den Barben und Bärblingen gönnen.
Je weniger Arten im Becken sind, desto höher ist bei Beachtung gewisser Grundregeln die Wahrscheinlichkeit, daß jede Art auch zu ihrem Recht kommt.

Abschließend möchte ich einen Fachbuchautoren zur Sache zitieren, dessen Einschätzungen ich in den meisten Fällen zu folgen bereit bin.
Ulrich Schliewen schreibt in seinem handlichen Nachschlagewerk, "Aquarienfische von A bis Z", zur Sumatrabarbe:
Beckengrößen ab "100x50x50 cm".
"Haltung: Mindestens 8-12 Fische halten" ... (die höchste Mindestanzahl, auf die ich in der Literatur in Bezug auf die Sumatrabarbe bislang stieß, waren 15 Exemplare) ... "und stets ausreichend füttern. Zu wenige gehaltene Tiere werden anderen Fischen oft lästig - wahrscheinlich aus ´Langeweile´".
"Vergesellschaftung: Nur mit robusten und ebenfalls lebhaften Arten, z.B. Schmerlen oder Danio-Arten." (Ende der auszugsweisen Zitate)

Was ich hier von U. Schliewen eingestellt habe, ist bestimmt nicht der Weisheit letzter Schluß, aber doch einer seriösen Würdigung wert.

Grüße
Frank

Flo1994 04.03.2018 22:07

Danke für eure Einschätzungen!

Ich lasse mir die Sache noch durch den Kopf gehen.
Das heißt 20 St. Der Sumatrabarben wären auch zu viel?

Was waren denn andere mögliche Fische die ich mit den Sumatras vergesellschaften kann?
Was wären denn noch robuste Bodenbewohner zum Beispiel? Schmerlen mag ich eigentlich eher nicht einsetzen.

Birka 05.03.2018 00:05

Zitat:

Zitat von Mattenpaule (Beitrag 871613)
Abschließend möchte ich einen Fachbuchautoren zur Sache zitieren, dessen Einschätzungen ich in den meisten Fällen zu folgen bereit bin.
Ulrich Schliewen schreibt in seinem handlichen Nachschlagewerk, "Aquarienfische von A bis Z", zur Sumatrabarbe:
Beckengrößen ab "100x50x50 cm".
"Haltung: Mindestens 8-12 Fische halten" ... (die höchste Mindestanzahl, auf die ich in der Literatur in Bezug auf die Sumatrabarbe bislang stieß, waren 15 Exemplare) ... "und stets ausreichend füttern. Zu wenige gehaltene Tiere werden anderen Fischen oft lästig - wahrscheinlich aus ´Langeweile´".
"Vergesellschaftung: Nur mit robusten und ebenfalls lebhaften Arten, z.B. Schmerlen oder Danio-Arten." (Ende der auszugsweisen Zitate) "

@Flo,hallo :)

als ich deinen Thread las, dachte ich spontan " das Becken ist zu klein ".

Ich habe hier nochmal den von Frank zitierten entsprechenden Ausschnitt aus Ulrich Schliewens immer wieder empfehlenswerten Buch zitiert.
Schliewen schreibt Beckengrößeab 100 x 50 x 50 , dass sind 250 l - und das dann für höchstens 10 - 12 Tiere.

Ich kann dir aus eigener Erfahrung berichten, dass mir für 10 Sumatrabarben mein 240 er Becken damals nicht ausreichend erschien.
Es sind wirklich schöne , aber auch sehr bewegungsfreudige Fische, denen man entsprechend Platz bieten sollte.
Sie spielen, zupfen, fressen wenn möglich den ganzen Tag - und wenn ich nochmal Sumatrabarben pflegen wollte, dann nur im Artenbecken ab 300 l,
eine Gruppe von 12 - 15 Fischen.
Für den Boden würde ich bei dieser Beckengröße dann sicher eine nicht zu große, robuste L Welsart aussuchen.

Möchtest du dir deine Planung deshalb nicht doch nochmal überdenken ?
Es gibt ja soviele, wunderschöne und interessante Fischarten, welche wunderbar in dein Becken passen würden, und dort wirklich artgerecht
gepflegt werden könnten.

Ich finde es auch für den Aquarianer viel befriedigender , Fische zu halten und zu beobachten, welche ihr interessantes Verhaltensspektrum gut ausleben können, weil Platz und Einrichtung des Beckens passen. :O

Mattenpaule 05.03.2018 08:30

Hallo, Flo,

Fische mit markanten Körperzeichnungen (Sumatrabarben) oder kräftigen Farben (Blutsalmler) scheinen es Dir grundsätzlich angetan zu haben.

Für eine Gruppe südamerikanischer Blutsalmler als Blickfang im zentralen Bereich wäre Dein Becken durchaus ausreichend groß.

Oder, wenn Du es eher asiatisch magst, 10 - 15 der von Dir ja bereits angesprochenen, quirligen Zebrabärblinge.

Aus der Gattung Puntius, zu der auch die Sumatrabarbe gehört, ist eine Gruppe der im männlichen Geschlecht wunderschönen Bitterlingsbarben (Puntius titteya) vielleicht mal eine nähere Überlegung wert.

Grüße
Frank

Schneckinger 05.03.2018 14:26

Mahlzeit ;-)

der Schneck kommt mal wieder reichlich spät...

Birkas Post trifft meine Meinung schon recht gut. Meine persönlichen Erfahrungen mit Sumatrabarben (Puntius cf. tetrazona) in eigenen Becken, von mir betreuten Schulaquarien und im Bekanntenkreis sind folgende:

-Sumatrabarben gehören zu den schönsten und interessantesten Fischen, die man in einem Heimaquarium halten kann.

Dann kommen aber die Abers. Und zwar große Abers!

-Sumatrabarben gehören ja zu den größeren und vor allem massigeren "Schwarm"fischen. Daher sollte man ihnen unbedingt genug Platz bieten. Das hier beschriebene 180l-Becken (vermutlich 1m lang?) wäre für mich gerade mal ein Eingewöhnungs/Aufzuchtbecken für eine artgerechte Gruppe von 20-25 Sumatrabarben. Und zwar ohne jeglichen Beibesatz.

-Für eine dauerhafte ARThaltung (also wieder komplett ohne Beibesatz) einer derartigen Gruppe würde ich mindestens ein Becken mit einer Grundfläche von 120x50cm ansetzen.

-Sollen andere Fische des freien Wassers dazu kommen, liefe für mich unter 150x50cm nichts.

.-Ideal für die Vergesellschaftung von Sumatrabarben wäre für mich ein Becken der 2m-Klasse.

Warum schmeisse ich jetzt bei so "kleinen" Fischen mit solchen "Riesen"maßen um mich? Das liegt am Charakter der Sumatras. Die sind nicht bösartig aber extrem (hyper-)aktiv. Sie brauchen VIEL Platz zum Herumsausen und immer Abwechslung und Beschäftigung. Haben sie das nicht, bekommen sie "Langeweile" und stellen Unsinn an. Das geht los mit Flossen- (und Pflanzen-)knabbern, Jagen artfremder Fische bis (im Extremfall) zu Tötung derselben.
Haben sie aber genug Platz und genug Artgenossen, sind sie gut mit vielen Fischen zu Vergesellschaften. Ich hatte sie z.B. mal in einem Schulaquarium mit ca. 150x60x60 cm. Ca. 30 Stück. Randbereich dicht bepflanzt. Mitte bis auf wenige große Wurzeln frei. Viele Schwimmpflanzen. Dort lebten sie zusammen mit einer Gruppe Schmerlen (weiß leider nicht mehr welche, sorry) und ca. 10 Blauen Fadenfischen (Trichogaster trichopterus). Nie wurde eine Flosse/Faden angeknabbert. Kaum einmal wurde ein Fisch belästigt. Fadenfische UND Barben hatten regelmässig Nachwuchs. Von dem allerdings nur einzelne Glückspilze durchkamen.

In deutlich kleineren Becken habe ich bisher noch keine Haltung und vor allen Vergesellschaftung von Puntius cf. Tetrazona gesehen, die mir wirklich gefallen hätte.
Die negativen Berichte zu diesen tollen Fischen beruhen meiner Meinung nach zu 100% auf zu kleinen Aquarien und zu kleinen Gruppengrößen.

Tschüß,
Schneckinger

Edit: Vielen Dank für das Lob. "Rotwerd"
Wäre allerdings sehr schade, wenn durch meine Beiträge die Diskussion "abgewürgt" würde. Das ist ganz sicher nicht meine Absicht...

Mattenpaule 05.03.2018 14:51

Der Schneck kommt spät.
Das stimmt.
Das haben "Schneckenverwandte" wohl so an sich.

Seine Beiträge jedoch sind Paukenschläge.
Danach herrscht häufig genug Schweigen im Foren-Wald.

Weil diese Beiträge einfach Wirkung zeigen, Klarheit in einem selbst und in der laufenden Diskussion bringen, und schließlich schnell rundum überzeugen.

Frank

dumdi65 05.03.2018 15:03

Dann gebe ich auch noch meinen Senf dazu.

1988 bekam ich ein Becken mit Besatz geschenkt. Maße waren 150X50X40. Besatz war folgender, ein Pärchen Paradiesfische, 15 Sumatrabarben und 15 Metalpanzerwelse. Das Becken lief so schon seit 6 Jahren.

Meine Erfahrungen mit diesem Besatz? Die Paradiesfische, ab und zu auch die Welse, hatten trotz guter Bepflanzung an manchen Tagen ganz schön zu tun sich gegen die Barben durchzusetzten. Ich fand auch die Beckenmaße für diese sehr schwimmfreudige Art schon etwas knapp bemessen.

Abschließend mein Fazit:

Schneckinger hat recht!

Gruß Balu


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