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fane 29.05.2002 09:01

prophylaktisches Salzbad ?
 
Guten Morgen zusammen,

ich hab da mal ne Frage:
in einem meiner Becken grasiert leider die Bauchwassersucht. Um meinen wirklich schönen Kampffischmann (aus meiner ersten erfolgreichen Nachzucht) vor schlimmerem zu bewahren habe ich ihn in ein 25 Liter Quarantäne-Becken umgesetzt.
Jetzt meine eigentliche Frage:
- kann bzw. soll ich ihn prophylaktisch mal in einem Salzwasserbad baden und die Temperatur in seinem neuen Becken erhöhen ?
Er zeigt keine Symptome der BWS aber gestern hing er die ganze Zeit nur über Pumpe herum, heute schwimmt er wieder frei umher.
Würde mich freuen wenn Ihr mir Eure Meinung mitteilen könntet, danke dafür,


Fane

HPKrug 29.05.2002 09:34

Hallo Fane!

Von _prophylaktischen_ Medikationen oder alternativen Behandlungsmethoden halte ich nichts. Wenn Dein Kampffisch keine offensichtlichen Symptome zeigt, würde ich also auf eine Salzzugabe verzichten.

Weiß auch nicht, ob Bettas überhaupt Salz vertragen.
Ich würde ihn weiterhin (für ca. 4-6 Wochen) in Quarantäne lassen und genauestens beobachten.
Achte im Quarantänebecken bitte auch auf gute Wasserhygiene, soll heißen regelmäßig TWW durchführen.

Vielleicht stehe ich mit dieser Ansicht aber auch alleine da; mal sehen was noch für Antworten kommen.

Gruß, HP

29.05.2002 09:46

hi fane,

die infektiöse bauchwassersucht ist eine bakterielle infektion. bakterien interessieren sich im allgemeinen nicht für salz, also als therapie ungeeignet.

wie sehen deine erkrankten fische denn aus?
poste bitte mal deinen bestand und die wichtigsten wasserwerte.

du solltest die bedingungen in deinem aq optimieren, da meist nur geschwächte fische angegriffen werden.
(optimierte wasserwerte, häufiger ww, abwechslungsreiches futter)

falls du rote mülas fütterst, lass sie lieber weg.

Ralf Rombach 29.05.2002 10:15

Hallo,

Ich kopiere mal einen längeren text von Lars Dettmann, erstmals gepostet in d.r.t.a. hier rein.

Bauchwassersucht

Die Prophylaxe

umfaßt sämtliche Fragen der Haltungsbedingungen. Du spielst aber sicher auf eine Therapie der Symptomatik an.

Über die "Bauchwassersucht" wird seit Jahren viele Zeug´s geschrieben, was eindeutig in die Rubrik Ammenmärchen gehört. Den Erreger der "Bauchwassersucht" gibt es nicht, da es sich hier um eine Sammlung von Symptomen handelt, die man unter dem Begriff Bauchwassersucht zusammenfaßt. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Karpfenteichwirtschaft. Hat man dort früher noch Aeromonas punctata & Co. für den Erreger gehalten, läuft die gleiche Erkrankung heute unter dem Begriff SVC (Spring Viremia of Carp) und wird als meldepflichtige Fischkrankheit einem Virus zugeordnet. Wie der Name SVC schon sagt, handelt es sich um ein Krankheitsbild, was hauptsächlich im Frühjahr auftritt. Durch die Überwinterung ausgezehrte Fische haben bei einem raschen Anstieg der Wassertemperaturen nicht mehr die nötigen Energiereserven, um die nötigen Umstellungen im Organismus zu bewerkstelligen. Sie werden somit zum potentiellen Opfer latent vorhandener Erreger. In Kenntnis dieser Zusammenhänge wird jeder Teichwirt versuchen, die Fische nicht an den Punkt kommen zu lassen, an dem er aus konditionellen Mängeln ins Schleudern kommt. In den letzten Jahrzehnten hat man diese Problematik über eine verbesserte Konditionierung der Fische vor und während der Winterung in den Teichwirtschaften relativ gut im Griff.

In der Aquaristik ist man dagegen weder von der Witterung abhängig, noch gibt es so gravierende Störfaktoren wie Kormorane oder Schlittschuhläufer ... Wenn im AQ also diese Symptomatik auftritt, klemmt es also zu 99,9% bei den Haltungsbedingungen. Die bei Untersuchungen betroffener Fische nachgewiesenen Bakterien gehören in der Regel zum Standartsortiment der AQ-Biologie. Diese dramatisch hohe Infektionsgefahr ist also eher eine Frage des Zustandes der Fische, als der "Gefährlichkeit" des Erregers. - Damit soll aber keinesfalls das Risiko eines erhöhten Infektionsdruckes durch bereits akut erkrankte Tiere bagatellisiert werden.

Hintergrund der Symptomatik ist die Ansammlung von Flüssigkeit in Teilen des bzw. im gesamten Organismus. Eine Ursache dafür sind in der Hauptsache Erreger, die in betreffenden Bereichen und/oder aber direkt in der Niere für Entzündungen sorgen. Aber auch Vergiftungen mit Schädigungen der Niere führen über eine eingeschränkte Wasserausscheidung zu gleichen oder ähnlichen Symptomen. Hast Du bei einem Fisch schon die entsprechenden Merkmale von Aufgedunsen bis Glotzaugen mit Schuppensträube, sind zwei Probleme zu knacken. Auf der einen Seite sollte die Ursache der Flüssigkeitsansammlung ausgeschaltet werden, auf der anderen Seite sollte das "Wasser" aus Gewebe/Organismus raus. Das doppelt Dumme daran, die Niere als Ausscheidungsorgan für Wasser ist in aller Regel schon angegriffen. Tötest Du nun via Medikament die Bakterien, die die Entzündung verursachen, belasten deren Reste neben dem Medikament (?) eben auch wieder die Niere, weil der Müll ja irgendwie aus dem Körper muß. Es gab wie in diesem Thread schon mehrfach Postings, in denen Salzbäder als eine Therapiemöglichkeit genannt wurden. Neben einer kurzfristigen Veränderung der osmotischen Verhältnisse wirkt Kochsalz (wie auch immer:) vitalisierend auf Fische. Den Versuch ist´s Wert. Primär muß es aber darum gehen, die eigentlichen Faktoren zu finden, die den Fisch daran gehindert haben, an sich nicht ungewöhnliche oder gar seltenen Erreger daran zu hindern, seinen Organismus auf den Kopf zu stellen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Bauchwassersucht ist ein Sammelbegriff und keine Krankheit, die einem Erreger zuzuordnen ist. Auslösende Ursache ist vor allen Dingen die mangelnde Kondition des Fisches. Als Erreger kommen sowohl biotische, als auch abiotische Faktoren in Betracht. Eine Therapie ist deshalb verdammt knifflig, weil Ursache (Haltungsfehler), deren primäre Folge (Infektion) und die sekundäre Folge (unter anderem ! Flüssigkeitsansammlung) möglichst zeitgleich in den Griff zu bekommen sind. Der Prophylaxe kommt daher größte Bedeutung zu. Das fängt beim Thema Wasserparameter (GH, KH, LF, CO2/O2) an und hört bei Futterzusammenstellung und Vergesellschaftung längst noch nicht auf.

Alexs 29.05.2002 11:09

Hi,

Betta vetragen Salzzugaben von 2 g/l problemlos und auch Temperaturen von 33° sind kein Problem. Diese Behandlung wird von Betta Züchtern angewandt, um Flossenschäden, die bei der Paarung entstehen, schnell verheilen zu lassen. Ob sie allerdings gegen Bauchwassersucht hilft, halte ich für äußerst fraglich.
Gruß
Alex

fane 29.05.2002 12:06

Also mal danke an Alle,

möchte jetzt auch nicht unverschämt sein, wenn ich sage, dass ich bereits vorhandene
Titel zu meinem Problem durchaus gelesen habe und nicht erst durch das
Forum begriffen haben, worum es sich bei infektiöser Bauchwassersucht handelt.
Meine Frage wäre nur gewesen, ob jemand seine Fische eventuell prophylaktisch
mit Salz behandelt hat, um den Stoffwechsel anzukurbeln.
Und um diese Frage beantwortet zu bekommen, brauche ich auch keine Wasserwerte,
welche alle sehr gut sind, zu posten; kranke Fische gibt es nicht mehr (die liegen in der Gefrier-
truhe). Sollte sich jetzt jemand angegriffen fühlen, tut es mir leid.

Danke für eure Mühen, (aber über das Anfängerstadium bin ich seit Jahren hinaus,
was natürlcih nicht dagegen feit, schwächliche, sprich die falschen Fische zu
kaufen).
Danke Alex für deine konstruktive Antwort.

Alexs 29.05.2002 12:24

Hi,

meine Antwort erscheint mir im Nachhinein regelrecht prophetisch, allerdings im traurigen Sinne.
Kaum hatte ich die letzten Zeilen geschrieben, schaue ich in eins meiner Kampffischbecken, und was sehe ich? Flossenfäule an meinem türkisen Halbmond! :cry: Da konnte ich dann gleich zum Salz greifen.
So ein Sch.. Mir bleibt mit diesem Tier auch nichts erspart. Erst paart er sich nicht mit seinem Weibchen, dann bringt er es auch noch um und jetzt bekommt er Flossenfäule...

Übrigens, um denen Vorzugreifen die jetzt mit erhobenem Zeigefinger "Du, du, du, achte gefälligst auf Beckenhygiene!" rufen wollen: Daran lags nicht. Ich hatte vor einigen Tagen einen Zoohandels Kampffisch in das Nachbarabteil des Beckens gesetzt, das durch Schaumstoff von dem anderen abgetrennt ist, den ich glaubte, erfolgeich gegen Flossenfäule therapiert zu haben. Dem war wohl nicht so, obwohl er äußerlich völlig gesund aussah.
Gruß
Alex

29.05.2002 12:30

hi fane,

dann solltest du deine frage etwas eindeutiger stellen.
woher soll ich denn wissen, was du schon weißt und was nicht.
warum fragst du nicht gleich: "stärke ich die abwehrkraft meiner fische durch salzzugabe?"

seit wann kurbelt salz den stoffwechsel an?
salz verändert den osmotischen druck und ist in jedem fall ein stressfaktor für die tiere (einige arten ausgeschlossen).
nutzen und schaden einer salztherapie müssen immer gegeneinander abgewogen werden.
prophylaktische salzzugabe eignet sich nur für fische, die es auch in ihrem natürlichem lebensraum vertragen/brauchen (brackwasser), wie z.b. mollies. diese sind unter leichter salzzugabe widerstandfähiger.

ansonsten kann dir momentan nicht folgen, sorry.

Ralf Rombach 29.05.2002 16:02

Re: prophylaktisches Salzbad ?
 
Hallo,

da wir ja immer Besserwisser sind, mache ich es mal anders rum. Wäre Dir diese Antwort lieber gewesen ?

> - kann bzw. soll ich ihn prophylaktisch mal in einem
> Salzwasserbad baden und die Temperatur in seinem neuen
> Becken erhöhen ?

Nein, warum willst Du den Fisch baden und damit stressen ? Wenn es eine bakterielle Infektion ist, erhöhst Du mit Temp.erhöhung noch die Teilungsrate. Beides ist also schlecht.


> Er zeigt keine Symptome der BWS

Warum dann behandeln ?


> aber gestern hing er die ganze Zeit nur über Pumpe herum,
> heute schwimmt er wieder frei umher.

Warum dann behandeln ? Und wogegen ?


Merkst Du, daß es im Detail schwierig ist. Diese Antworten werden Dir bei dem konkreten Problem auch kaum weiterhelfen.

Apropos. Woher soll ich wissen ( Du hast bisher 3 Posts hier gebracht und in einem war etwas zu lesen von mehreren Becken mit teils interessantem Besatz . aber das musste ich mir auf meine Kosten und Zeit erstmal raussuchen), das Du schon jahrelange Erfahrung hast. Im Endeffekt haben wir es gut gemeint und wollten Dir Tipps geben, um dem Übel an der Wurzel bei zu kommen.

Wenn Du das so nicht siehst, dann .... weiß ich auch nicht mehr.


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