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Fleety 05.10.2014 18:45

Bakterienbelastung und Gasbelastung
 
Hallo,

ich habe momentan riesige Probleme mit meinem 54l-Becken.
Das Becken läuft seit ca. 1 Jahr mit Sakura-Garnelen und diversen Schnecken, seit 4 Monaten habe/wollte ich Guppys - hier fingen die Probleme an.
Die Guppys wurden dauernd krank (Flossenfäule, Schwimmblasenprobleme...). Irgendwann entdeckte ich Fräskopfwürmer, fuhr daraufhin mit einem Fisch zur Tierärztin, um Levamisol zu bekommen. Die Tierärztin schaute auch das Wasser unter dem Mikroskop an und sagte mir, mein Wasser wäre voller Bakterien, in normalem Wasser sieht man normalerweise nichts - was für mich auch gleichzeitig die Erklärung war, warum die Guppys dauernd krank werden oder sogar sterben.

So, nun die Frage für Problem 1, Bakterienbelastung:
woher kommt eine Bakterienüberbelastung und wie kriege ich sie weg?

Die Daten vom Becken:
54l
Wasserwechsel 40% 1x pro Woche
Bodengrund absaugen ca. alle 8 Wochen
Filterwechsel habe ich weit weniger oft gemacht, als es auf der Packung steht (ist das der Auslöser? Dort steht alle 4 Wochen, ich habe es vielleicht alle 12-16 Wochen gemacht.)
Besatz: Sakura-Garnelen, Blasenschnecken, ursprünglich 5 Guppys, davon bereits 4 verstorben (an Problem 1), nachgekauft 5 Guppys, davon bereits 3 verstorben (gestern an Problem 2, s.u.), d.h. aktuell noch 3 Guppys
Nitrat: <10
Nitrit: 0,025-0,05 (kommt das durch Fischfutter? Zu Garnelenzeiten war es immer 0,00)
GH: 12
KH: 9
pH: ca. 7,5
Chlor: 0

Bild vom Becken von heute:
http://i60.tinypic.com/21mdoio.jpg

Meine bisherigen Aktionen: ich hatte eine Strumpfhose überm Filter wegen der Garnelen, diese habe ich jetzt entfernt. Ebenfalls habe ich zum Wasserwechsel immer ein Stück Strumpfhose an den Schlauch gemacht, um keine Tiere einzusaugen, diese lasse ich ebenfalls weg.
Den Bodengrund hab ich nochmals penibel abgesaugt.
Zum Zeitpunkt des TA-Besuchs hatte seit einer Woche eine neue Wurzel im Becken, kann diese die Bakterien "ausgelöst" haben?
Ich wollte auf jeden Fall in ein paar Wochen erneut mit Wasserproben zum TA und noch mal nachsehen lassen (auch von den anderen Becken).


Problem 2, Gasübersättigung beim Wasserwechsel:
Ich habe erst vor ein paar Tagen im Internet "mitbekommen", dass zu viel Sauerstoff den Fischen extrem schaden kann. Bisher habe ich immer so Wasser gewechselt:
Wasser per Schlauch raus
Wasser per 2x 10 Liter-Eimer wieder rein.
Danach waren an allen Pflanzen viele kleine Sauerstoffbläschen, wovon ich nun weiß, dass das eher schlecht ist.
Natürlich habe ich die Möglichkeit, den Eimer einfach kurz stehen zu lassen, bis die sichtbaren vielen Bläschen weg sind und nicht gleich ins Becken zu kippen.
ABER: bei meinem 180-Liter-Becken kommt das Wasser per Schlauch direkt aus der Leitung ins Becken. Bisher war immer alles ok, aber genau vorgestern hatte ich dort ebenfalls eine Übersättigung, überall Mini-Bläschen im ganzen Wasser, alle Fische verzogen sich urplötzlich ins letzte Eck nach ganz unten und haben zum Glück keinen Schaden genommen!
Wie löst man das Problem? Das Leitungswasser wird ja automatisch mit Sauerstoff angereichert.
Soll man das Wasser langsam einfließen lassen? (Allerdings hatte ich den Eindruck, dass es genau dann schlimmer ist. Das habe ich vorgestern nämlich gemacht nach dem Motto "je langsamer, desto weniger Sauerstoff wird reingewirbelt beim reinplätschern ins Becken", aber offenbar gibt dann der Wasser-spar-Wasserhahn automatisch mehr Sauerstoff hinzu.)
Oder soll man das Wasser ruhig kräftig reinplätschern lassen? (Habe ich bisher gemacht, da hatte ich nie die vielen kleinen Bläschen sichtbar im ganzen Wasser. Vielleicht weil man so "große Blasen" reinwirbelt, die sofort wieder aufsteigen?)


Vielen Dank für eure Hilfe und liebe Grüße,
Fleety

Lotusbluhme 05.10.2014 19:20

Hallo,
Ich würde den Schlauch auf die Aquariumscheibe richten und das Wasser an der Scheibe runterlaufen lassen.
Gruß

Mii 05.10.2014 19:57

Hallo Fleety,

damit Sauerstoff den Fischen schadet muss die Konzentration schon deutlich höher sein, als das was sich normalerweise im Trinkwasser findet. Ich hab immer nach dem WW diese Luftbläschen im Becken und es hat noch nie geschadet.


Woher weißt Du, dass die Fische an einer "Bakterienüberbelastung" verstorben sind? Evt waren sie einfach krank und das Wasser nicht unbedingt übermäßig mit Bakterien belastet.

Ruthchen 05.10.2014 20:04

Hallo

Jetzt muss ich aber mal fragen.... sind nicht immer Bakterien im aqua ?
Einmal die die wir brauchen und wichtig sind und bestimmt auch andere die nicht schädlich sind ?

Fleety

Welche Bakterien soolten es denn gewesen sein die die Fische sterben lassen?
Kann die TÄ das so einfach sehen dass es gefährliche bakterien sind ?

Sorry, aber ich habe wirklich keine Ahnung und würde es gerne wissen.

LG
Ruth

Günner 05.10.2014 20:21

Hallo Ruth,
das mit den Bläschen beim Wasserwechsel ist bei mir eher die Regel.
Brunnenwasser hat ca 15 Grad und wenn es dann warm wird kommen halt die Bläschen.
@Bakterien im Wasser - du schreibst du saugst alle 8 Wochen den Bodengrund ab.
Nur die Oberfläche oder auch tiefer?
Bei normalem Kies dürfte nach einem Jahr dort ziemlich viel Schei.. und Futterreste usw zu finden sein.

Gruß Günner

Fleety 05.10.2014 20:22

Lotusblume:
Klingt erstmal plausibel, allerdings wird das ja nicht verhindern, dass die unzähligen Minibläschen, die schon im Wasser mit aus der Leitung kommen, dann nicht ins Becken gelangen... Seltsamerweise hatte ich die Minibläschen im großen Becken bisher nie, erst jetzt, wo ich so drauf achte, dass ich das Wasser nicht zu sehr "reinplätschern lasse" ist das Problem deutlich sichtbarer. Das sind wirklich tausende Minibläschen, so klein, dass sie nur extrem langsam aufsteigen und das ganze Aquarium gute 10min braucht, um alle Bläschen aufsteigen zu lassen. Sind alle sichtbaren Bläschen weg, bilden sich größere Blasen an Pflanzen, was heißt, dass das Wasser immer noch so übersättigt ist, dass sich der Sauerstoff der Pflanzen nicht im Wasser lösen kann.

Mii: also die 3 gestern verstorbenen Fische schwammen 1 Tag nach dem WW schief und wurden die letzten Tage Richtung Bauch nach oben gedreht. Wasser war aber temperiert etc.
Und die anderen Fische davor, da ging ich einfach mal davon aus, dass das Wasser da auch schon voller Bakterien war. Weil ich die Fische einfach so gar nicht gesund bekommen habe. Kaum war der eine ok, fing der nächste mit irgendwas an...

Ruthchen:
doch, jedes Aqua hat Bakterien. Die TÄ (extra Klinik für Zierfische! Also kein Kleintierarzt) meinte aber, in normalem AQ-Wasser sieht man eigentlich nichts, mein Wasser war aber voll mit Bakterien (habe selbst auch ins Mikroskop geschaut).
Bzgl. gefährliche Bakterien oder nicht hat sie nichts gesagt. Hatte es eher so verstanden, dass SO viele Bakterien generell nichts im Wasser verloren haben. Sie meinte, das ist schon eine zusätzliche Belastung für die Fische, was wiederum deren Immunsystem schwächt und anfällig für alles andere macht.

Günner:
ich sauge die komplette Kiesschicht durch, das Pflanzsubstrat drunter versuche ich nicht zu erwischen.

Ruthchen 05.10.2014 20:27

Also konnte sie nicht sagen welche art bakterien es sind ?

Ich schnappe mal mein mikrskop und schaue mir mal mein wasser an, das will ich jetzt wissen ob da sich was bewegt.

Bei meinen Filterlosen Becken sind bestimmt 5 unterschiedliche tierchen zu sehen, auch ganz kleine nur mit Micro zu sehen. Meine Becken mit filter habe ich noch nicht unterm mikro gehabt.

LG
Ruth

Fleety 05.10.2014 20:34

Ich hab nur leider keine Ahnung, wie viel fach man Wasser vergrößern muss (wollte ich beim nächsten Besuch fragen), dass man was sieht. Daher würde ich mich nur bedingt drauf verlassen, wenn man "nichts" sieht ;)

Schneckinger 05.10.2014 20:37

Guten Abend,

nichts gegen die Kollegin.
Aber eine Wasserprobe (ohne Anzüchtung oder Zentrifugation oder Färbung oder...) einfach unters Mikroskop zu legen und dann auf eine bakterielle Belastung zu schließen ist schlicht und einfach nicht möglich.

Selbstverständlich enthält jedes Aquarienwasser (genau wie jedes Wasser aus belebten, natürlichen Biotopen) eine Vielzahl von Bakterien und anderen Mikroorganismen.

Wenn die Bilogielehrerin meiner Jungs in der Schule im Unterricht mikroskopieren will, bittet sie uns um Wasserproben aus unseren Aquarien, weil in denen so viel interressantes "Leben" herumwuselt ;-)
Alle diese Becken laufen übrigens schon über längere Zeit ohne nennenswerte Krankheitsprobleme ;-)

Diese Mikroflora ist für das Aquarium in den meisten Fällen durchaus nützlich und sogar notwendig. Komplett ohne Bakterien gäbe es im Aquarium keinen Abbau überschüssiger Nährstoffe und das "Ökosystem" Aquarium würde extrem instabil.

Mein Rat zu Deinem weiteren Vorgehen:

Wenn Du eindeutig Fräskopfwürmer nachgewiesen hast, wäre eine Behandlung mit Levamisol absolut sinnvoll und angebracht. Und Fräskopfwürmer sind ja eine der wenigen Fischkrankheiten, die auch der Interessierte Laie leicht diagnostizieren kann:

Hängen den Fischen (sehr häufig handelt es sich ja um lebendgebärende Zahnkarpfen) Stachel/Borsten (meist rötlich gefärbt) aus der Kloake, handelt es sich fast immer um Fräskopfwürmer. Dann ist eine Levamisolkur fällig. Also umgehend behandeln. Notfalls das Medikament in einer anderen Tierarztpraxis besorgen.

Was mir noch beim Bild Deines Beckens auffällt:

Es ist noch recht sparsam bepflanzt und ziemlich hell. Du könntest es sowohl den Guppys als auch den Garnelen etwas gemütlicher machen, wenn Du für 1-2 echte Pflanzendickichte sorgen würdest. Möglichst noch ein paar Schwimmpflanzen dazu (Froschbiß, Wasserlinsen...). Das wirkt zwar nicht gegen Fräskopfwürmer, erhöht aber das allgemeine Wohlbefinden deiner Pfleglinge.

Vor der Sauerstoffübersättigung beim Wasserwechsel hätte ich eher weniger Angst. Solange die Temperatur von Leitungswasser und Aquarienwasser annähernd vergleichbar ist, sollte es da keine Probleme geben.

Persönlich leere und befülle ich alle meine Becken direkt mit dem Schlauch. Eimer habe ich schon viele Jahre nicht mehr geschleppt. Allerdings habe ich auf keinem Wasserhahn einen solchen Wassersparaufsatz. Dieser stellt ja eine regelrechte Wasser/Luftblasensuspension her, um das Volumen des Wasserstrahls zu erhöhen. Da könnte ich mir schon vorstellen, das dadurch eine extreme Gasübersättigung des Wassers erfolgt. Vielleicht kannst Du ja den Sparaufsatz einfach während des Wasserwechselsd abschrauben?

Viel Erfolg bei der Behandlung.

Tschüß,
Schneckinger

Ruthchen 05.10.2014 20:57

Hallo Schneckchen

Ich danke dir wieder mal für deine Antwort. genau das ist es was ich wissen wollte und was mich jetzt interessiert hat.
Das war ausführlich und sehr verständlich und selbst für mich sehr gut zu verstehen :D.

Danke dass es dich gibt.

LG
Ruth


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