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Alt 04.07.2018, 20:14   #1
DEUMB
 
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Standard Ewiges Aquarium - ist so etwas möglich?

Ich glaube mittlerweile gerate ich vermutlich in den Ruf etwas wunderlich zu sein.
Ich habe wieder mal eine neue Idee ausgebrütet. Nachdem ich ja nun den Versuch "Ewiges Terrarium" begonnen habe
https://www.zierfischforum.info/aqua...r-versuch.html
begann ich mich zu fragen:

Funktioniert auch ein ewiges Aquarium?

Natürlich würde ich ein derartiges Experiment (sollte ich es denn überhaupt jemals starten) nur mit Pflanzen und maximal noch mit einfachsten Schnecken besetzen, Wirbeltiere wären nicht dabei. Natürlich habe ich schon mal das Netz gequält um Informationen zu diesem Thema zu erhalte. Es gab anscheinend schon entsprechende Versuche durch neugierige Aquarianer, die meisten sind anscheinend nach ca. 2 - 4 Monaten gescheitert.

Der einzige von mir gefundene (zumindest eine Zeit lang) wirklich erfolgreiche Versuch lief 2 Monate
https://www.aquariumforum.de/threads...tiere-entdeckt
Mehr konnte ich bisher nicht finden.

Im Handel werden EcoSphere angeboten, die ein sogenanntes ewiges Aquarium darstellen sollen und angeblich aus der Weltraumforschung stammen. Die sollen allerdings recht schnell undicht werden.

Bei Youtube fand ich diese Clips dazu:
Erst die Herstellung eines solchen ewigen Aquariums
https://www.youtube.com/watch?v=ttkwvLxMeTo
und dann das wenig erfreuliche Ende nach vier Monaten
https://www.youtube.com/watch?v=fZysLeZkJa0
nur noch braune Brühe.

Was meinst Ihr, kann so ein „Ewiges Aquarium“ überhaupt funktionieren? Und wenn ja wie?

Ich würde abgesehen vom nicht zu feinen Boden (um Fäulnis nicht zu viel Grundlage zu bieten) an einfachste Pflanzen wie Moose denken und maximal ein paar der einfachsten und robustesten, kleinen Schnecken.

Nur noch mal zur Klarstellung: Bisher ist das Ganze nur ein Gedankenspiel von mir und ich denke derzeit noch nicht an eine eventuelle praktische Umsetzung.

Und nun seid Ihr gefragt mit sachlichen Meinungen, Hinweisen, Ideen usw.. Ich bin sehr gespannt und neugierig.

Geändert von DEUMB (04.07.2018 um 21:12 Uhr) Grund: Ob ich jemals alle Tippfehler erwische?
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Alt 04.07.2018, 21:42   #2
Otocinclus2
 
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Standard

Zitat:
Zitat von DEUMB Beitrag anzeigen


Ich glaube mittlerweile gerate ich vermutlich in den Ruf etwas wunderlich zu sein.

"Ach was!" - Würde Loriot jetzt wohl sagen!


Aber im Ernst:
Ich denke schon, dass so etwas funktionieren kann. Nun habe ich selbst es noch nicht versucht, deshalb spekulativ, wie es wohl am ehesten funtionieren könnte:


Der Behälter sollte ausreichend gross sein, um eine Wassermenge von wenigstens einigen Litern und eine Luftmenge von etwas größerem Volumen fassen zu können, um die Chance eines sich einpendelnden "Gleichgewichts" zu erhalten.
Als Bodengrund gebrannter Ton wie z.B. Aquaclay.

Und die eingesetzten Organismen sollten nicht zu komplex, sondern möglichst "simpel" und anspruchslos sein. Also statt "richtiger" Pflanzen "nur" Algen, z.B. ein kleiner Algenball (wächst seeehr langsam). Aber die meisten Moose sollten auch anspruchslos genug sein.

Und statt Schnecken vielleicht Muschelkrebse. Die sind sehr robust. Ich habe schon mal Muschelkrebse im Wasser von Hydrokulturpflanzen vorgefunden, das schon sehr "müffelig" war - da hätte wohl schon so manche Schnecke ihren "Dienst quittiert". Und sie verputzen Abfälle mindestens ebenso zuverlässig, wie Schnecken. Und die kleinen Burschen sind immer in Bewegung - man sieht also etwas, immer Action!



Gruß
Otocinclus2
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Alt 08.07.2018, 07:39   #3
DEUMB
 
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Standard ? ? ?

Was denn, hat hier keiner weiter eine Meinung, Wissen, Informationen oder Fakten beizutragen? Oder ist das Thema einfach nur nicht von Interesse?
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Alt 08.07.2018, 08:54   #4
dumdi65
 
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Moin Deumb.

Habe mal über deine Idee gegrübelt.

Die Idee an sich ist interessant, nur denke ich das dies mit den wenigsten Tieren durchführbar ist. Allerdings kam ich auf die Idee das es vielleicht mit Artemias funktionieren könnte.

Gruß Balu
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Alt 08.07.2018, 09:06   #5
Algerich
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Hallo DEUMB,


das Thema finde ich sogar ausgesprochen spannend. Leider verfüge ich über keinerlei Hintergrundinformationen, so dass ich nur spekulieren kann:


a) Ein "ewiges Aquarium" ist naturgemäß noch mehr als ein "ewiges Terrarium" darauf angewiesen, dass das Wasser im System erhalten bleibt. Die Dichtigkeit des Behälters ist also ein zentrales Kriterium, weil sowohl der Wasseraustritt als auch ein Verlust durch Verdunstung für das Projekt fatal wären.


b) Die eingebrachten Materialien sollten sich möglichst wenig im Wasser zersetzen. Ich würde deswegen wohlauf Laub etc. gänzlich verzichten. Möglicherweise war das nämlich die Ursache für die "braune Brühe" bei früheren Experimenten.


c) Pflanzennährstoffe können teilweise durch die Verdauung der Tiere (Nitrat) bereitsgestellt werden, sind aber sonst ein großes Problem. Eiesen etwa wird sich irendwann verbraucht haben und eine Düngung ist systembedingt ausgeschlossen. Pflanzliches Leben sollte also so ausgewählt werden, dass es tatsächlich mit dem, was nachhaltig angeboten werden kann (Wärme, Licht) auskommt.


Frage: Ist ein Lichteinfall noch ausreichend zu gewährleisten, wenn die Scheiben des Behälters gänzlich veralgt sind? Wie kann man dem eventuell vorbeugen?


d) Mit Tieren dürfte es ähnlich sein. Nahrung kann nicht extern zugeführt werden. Die Tiere müssen sich daher entweder von Pflanzen oderMikroorganismen ernähren. Blasenschnecken oder Zwerggarnelen sind daher möglicherweise schon zu gigantisch für das Projekt.


Frage: Die Tiere, die wir einsetzen, werden im System wohl keine Fressfeinde haben, sich also zunächst stark vermehren, ehe sich ein an die Ressoucen angepasstes Gleichgewicht einstellt. Das bedeutet einen Peak an Sterbefällen. Wie wird gesichert, dass das System die Belastung durch diese Todesfälle überteht?


Persönliches Fazit:


Wenn ich ein solches Projekt umsetzenwollte, würde ich zunächst größere Sorgfalt auf die Auswahl eines geeigneten Behälters setzen. Ob Sand oder Kies hier der bessere Bodengrund ist, weiß ich nicht. Instinktiv vermute ich immer bei Sand die größeren Fäulnisherde, aber das ist wohl ein Vorurteil. Jedenfalls keine zu große Bodenschicht einbringen. Dekoration mit hartem Material: Steine oder Savannenholz.
Für mich: Kein Moos, weil es das System schlicht überwuchern würde. Ich würde mir eine schöne Grünalge aussuchen, die ich von Anbeginn an mit einbringe, damit die Nährstoffe für diese reserviert sind und optisch wenig attraktive Algen ausgeschlossen werden. Tierisches Leben wohl nur auf niedrigster Schwelle: Scheinbenwürmer, allenfalls Schnecken. Der Rest ist Fehlerkorrektur und Geduld!


Wie gesagt: Alles Spekulation - aber als Gedankenspiel ist das Thema wirklich faszinierend.



Gruß!


Algerich
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Alt 08.07.2018, 09:17   #6
dumdi65
 
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Standard

Da gebe ich Algerich in fast allen punkten recht. Daher kam ich ja selbst auf die Artemia.

Was brauchen sie? Bodengrund ist nicht zwingend nötig. Zum überleben brauchen sie die entsprechende Salzlösung und Algen. Von den verstorbenen Tieren können sich dann wieder die Algen ernähren.

Einzig die Reproduktion der Artemia könnte Probleme machen. O die fehlende Wasserbewegung noch genug Nachwuchs entstehen läßt? Wer weiß.

Gruß Balu
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Alt 08.07.2018, 19:35   #7
DEUMB
 
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Standard Erster Zwischenstand

Die größten in Frage kommenden Behälter die ich bisher gefunden habe haben ein Volumen von um die 6 Liter. Größer wird es also, sollte ich das Gedankenspiel in die Tat umsetzen, nicht werden. Ist ja auch eine Frage des Gewichts und des Handlings. Diese größeren Behälter sind in der Regel relativ hoch. Kleinere Behälter von ca. 3 Litern haben nicht diese Säulenform, es sind aber eben wieder mit geringerem Volumen Grenzen gesetzt. Würde die Form/ Höhe des Gefäßes Auswirkungen haben?

Für den Bodengrund haben wir bisher wohl eine überwiegende Meinung zu gröberen Material oder eben gar keinen Boden.

Oto meint eine größere Luftmenge im Behälter wäre erforderlich.
Ich weiß nicht, würde das nicht durch den Luftsauerstoff die Fäulnis des Wassers begünstigen?

In Bezug auf mögliche Bewohner herrscht Einigkeit in puncto einfachste Lebensformen.
Was Pflanzen angeht geht die Tendenz bisher zu Algen und einfachen Moosen.

In Bezug auf Tiere gibt es bisher die Vorschläge Muschelkrebse, Schnecken und Artemias (Letztere mit Salzwasser)

Ob die beim Start im Behälter befindlichen Nährstoffe für alle Bewohner auf Dauer ausreichend sind ist auch noch zu bedenken.

Keine sich zersetzende Dekoration war ein Hinweis von Algerich. Und bei alledem soll es auch immer noch ansehnlich bleiben.

Fragen über Fragen….weitere Ideen und Gedanken sind weiterhin gerne gesehen.
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Alt 08.07.2018, 22:07   #8
Otocinclus2
 
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Hallo DEUMB,


Zitat:
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Oder ist das Thema einfach nur nicht von Interesse?

das Interesse ist da, auch wenn im Moment hier nicht Viele posten. Das mag an der WM liegen, obwohl die Deutschen (verdientermaßen, wie man ehrlich sagen muss) früh rausgeflogen sind.

Vielleicht aber auch gerade deswegen - weil ab jetzt gibt es richtig guten Fußball zu sehen (Läster, Läster...Click the image to open in full size.)

Zitat:
Zitat von DEUMB Beitrag anzeigen
Die größten in Frage kommenden Behälter die ich bisher gefunden habe haben ein Volumen von um die 6 Liter. Würde die Form/ Höhe des Gefäßes Auswirkungen haben?

Ich denke schon, dass die Form Auswirkungen haben kann. Aber da das System eh luft- und damit auch wasserdicht abgeschlossen sein soll, kann man die Relation zwischen Wasserinhalt/Wasseroberfläche ja schon allein dadurch variieren, indem man das Gefäß senkrecht, vertikal, waagerecht oder in jeder möglichen "Zwischenstufe" aufstellt.


Zitat:
Zitat von DEUMB Beitrag anzeigen
Für den Bodengrund haben wir bisher wohl eine überwiegende Meinung zu gröberen Material oder eben gar keinen Boden.

Etwas Boden würde ich schon reingeben. Schon allein als Siedlungssubstrat für Bakterien.


Zitat:
Zitat von DEUMB Beitrag anzeigen
Oto meint eine größere Luftmenge im Behälter wäre erforderlich.
Ich weiß nicht, würde das nicht durch den Luftsauerstoff die Fäulnis des Wassers begünstigen?

Vielleicht habe ich mich da missverständlich ausgedrückt. Ich meine nicht, dass das Luftvolumen größer sein müsste, als das Wasservolumen. Eben nur nicht zu klein, damit beide "Spären" genug Potenzial für eine Wechselwirkung haben.
Allerdings: Ich hab da natürlich keinerlei Erfahrung. Wie wir alle hier. Aber das macht die Sache ja so spannend!
Übrigens:
Zuviel Sauerstoff dürfte in diesem System m.E. wohl weniger ein Problem werden, als zuwenig. Richtig "gammelig" und gefährlich dürfte es wohl eher werden, wenn bei Sauerstoffmangel anaerobe Bakterien z.B. Schwefelwasserstoff bilden könnten.



Zitat:
Zitat von DEUMB Beitrag anzeigen
In Bezug auf Tiere gibt es bisher die Vorschläge Muschelkrebse, Schnecken und Artemias (Letztere mit Salzwasser)

Schnecken sind m.E. schon ein wenig zu komplex/anspruchsvoll für ein soches System.
Zudem:
Wenn ein paar Muschelkrebse oder Artemien sterben (und sei es nur an Altersschwäche), ist die Belastung durch Zersetzung relativ gering. Eine einzige ausgewachsene Posthornschnecke würde durch Verwesung eine vielfache Belastung des Systems darstellen.


Zitat:
Zitat von DEUMB Beitrag anzeigen
Ob die beim Start im Behälter befindlichen Nährstoffe für alle Bewohner auf Dauer ausreichend sind ist auch noch zu bedenken.

Da gibt's nur eins: Ausprobieren.


Zitat:
Zitat von DEUMB Beitrag anzeigen
Keine sich zersetzende Dekoration war ein Hinweis von Algerich. Und bei alledem soll es auch immer noch ansehnlich bleiben.

Ersteres: unbedingt ja!
Zweiteres: Geschmacksfrage.


Zitat:
Zitat von DEUMB Beitrag anzeigen
Fragen über Fragen….weitere Ideen und Gedanken sind weiterhin gerne gesehen.

Wir werden dir auch weiterhin - von jeder eigenen Erfahrung und damit auch von jedweder Sachkunde völlig unbelastet - mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ob's hilft - wir werden sehen!


Auf jeden Fall ein spannendes Projekt!


Gruß
Otocinclus2
Otocinclus2 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.07.2018, 18:07   #9
DEUMB
 
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Auf Grund des bei mir zum Thema "Ewiges Aquarium" nicht vorhandenen Wissens und auch anscheinend sonst kaum verfügbarer Erfahrungswerte tendiere ich ich allmählich dazu, diesen Versuch einfach mal zu starten.

Also falls Jemand Hinweise, Ideen, Tipps usw. hat wäre jetzt ein guter Zeitpunkt sie hier abzuladen.
DEUMB ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.07.2018, 20:20   #10
DEUMB
 
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Hier geht es zum praktischen Versuch
https://www.zierfischforum.info/aqua...e-versuch.html
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