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Alt 24.05.2015, 11:09   #1
Ynnad
 
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Standard TWINSTAR - gut oder schlecht? Erfahrung

Hallo liebe User,

da ich mich seit einiger Zeit damit beschäftige die Keimdichte in meinem AQ zu minimieren bin ich auf die Produkte von Twinstar (Homepage: einfach Twinstar googeln) gestoßen und wollte hier mal mit euch darüber diskutieren und vlt. Erfahrungen von einigen Nutzern erhalten bzw. austauschen.

Das Prinzip:

Die Twinstar Produkte arbeiten mittels einer Elektrolyse des Wassers. Normalerweise wird Wasser zu Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2) elektrolysiert.
Bei diesen Produkten ist jedoch eine Diamantelektrode eingebaut die mithilfe einer Überspannung kein Sauerstoff (theoretisch, dazu später) sondern Hydroxylradikale (OH.) gebildet werden. Hierbei ist es wichtig, dass das Hydroxylradikal nichts mit dem Hydroxidion (OH-) zu tun hat. Das enstehende Radikal ist eines der stärksten Oxidationsmittel. Es ist in der Lage organische Verbindungen also Algensporen im Wasser, bzw. Bakterien, Einzeller, Viren ... zu CO2 zu oxidieren. Somit soll es der Verminderung des Algenwachstums und des Keimdrucks dienen. Zusätzlich erhöht es das Redoxpotential im AQ.
Das Hydroxylradikal ist sehr reaktiv und instabil und nur 1/100 s in seiner radikalen Form stabil. Somit reagiert es nur an dem Gerät und oxidiert dort alles was durch dieses fließt und soll den Aquarienbewohnern nicht schaden.

Als Chemiker stelle ich mir nun einige Fragen auf die ich keine logischen Antworten finde und die Hersteller leider wenig darüber informieren.

1. Nebenreaktionen: Bei zu hoher Konzentration des Radikals bei der Enstehung oder zu hoher Spannung kann Wasserstoffperoxid oder Ozon entstehen was eher unerwünscht wäre (so sehe ich das). Dies wissen die Hersteller bestimmt, somit gehe ich davon aus das diese Reaktion fast nicht stattfindet.

2. H2: Es müsste ja elektrolytisch dann neben dem Radikal auch Wasserstoff enstehen. Dieses würde sich zwar im Wasser fast nicht lösen, jedoch macht mir die Vorstellung Wasserstoff im abgedeckten AQ zu produzieren bissl Bauchschmerzen. Auch hierzu keine Infos vom Hersteller dort wird nichts zum Wasserstoff erwähnt. Ich weiss nur nicht wie es möglich sein soll bei dieser Elektrolyse kein Wasserstoff zu bilden)

3. Fische: Das Gerät läuft in Intervallen, heißt es springt alle paar Minuten kurz an. Was ist wenn ein Wels oder Fisch zu diesem Zeitpunkt sich direkt an der Anode also dem Gerät befindet und dieses dann plötzlich diese Radikale bildet welche wirklich alles organische angreifen egal was es ist. (deswegen steht wohl in der Anleitung man solle die Hände beim Betrieb nicht ins AQ stecken.)

4. Chlor: Da dieses Radikal ein starkes Oxidationsmittel ist, ist es theoretisch in der Lage Chlorid-Ionen (Cl-) in elementares Chlor (Cl2) zu oxidieren. Natürlich nur bei entsprechender Salzkonzentration aber ab welcher weiss ich nicht. Nur Salztherapie wäre damit nicht sehr gut.

5. Vorteile: Neben den organischen Verbindungen die zerstört werden ist dieses Gerät auch in der Lage unser unerwünschtes Nitrit und Ammonium zu oxidieren, es entsteht also Nitrat. Zudem müssten die im Wasser enthaltenen Metalle zu den jeweiligen Ionen oxidiert werden, was für die Pflanzen sehr effektiv wäre. Ausser vlt. Kupfer?!?!

6. Sauerstoff: Die Hersteller sagen dass nur Sauerstoff enstehen würde. Meine Erklärung wäre, dass zur Vermeidung der Enstehung von Wasserstoffperoxid und Ozon die Spannung niedriger gehalten wird und somit auch ein Teil Sauerstoff entseht. Ok, nur wenn dies der Fall ist dann würde es schließlich das CO2 mit der Zeit oder zumindest zum Teil aus dem Wasser verdrängen, da nur eine bestimmte Konzentration an Gasen im Wasser gelöst sein kann. Laut Hersteller findet dies jedoch nicht statt, vlt. wegen der Entstehung von CO2 durch die Oxidation der organischen Verbindungen.

Einige Tester haben mit dem Gerät sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie berichten von klarem Wasser und Rückgang der Algenpopulationen bzw. entshenden Algen.

Ich weiss nicht wie sich dieser Prozess auf den pH-Wert längerfristig auswirkt. Tatsache ist das die organischen Huminsäuren logischerweise auch von dem Gerät oxidiert werden (klares Wasser^^). Auch Medikamente die auf organische Substanzen beruhen, müssten Wirkungslos werden.


Bitte versteht diesen Text nicht falsch. Ich möchte dieses Produkt hier nicht schlecht machen, sondern nur für ein paar Diskussionen anregen. Vielleicht gibt es hier Erfahrungen oder Menschen die schlauer sind als ich und einige meiner Vermutungen widerlegen können. Ich werde in der kommenden Woche mal versuchen die Hersteller zu kontaktieren um näheres zu erfahren.

Falls nämlich alle Ängste von mir widerlegt werden, bin ich nicht abgeneigt mir solch ein Gerät anzuschaffen.

Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten.

PS: Ich hoffe der Text ist auch für nicht-Chemiker verständlich. Wenn es Fragen gibt, bitte posten.

Viele Grüße Ynnad (Danny)
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Alt 11.06.2015, 14:21   #2
rotbarker
 
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Hi,
glaube nicht das hier viele Antworten kommen werden, wie bei den meisten Threads.

Meine Meinung, inzwischen gibt es mehr Mittelchen in jeder Aquaristikabteilung/oder Online zu kaufen, als Fische.

Wers brauchts ? Mit diesen ganzen Mitteln werden genausoviel Algen produziert wie reduziert. Bei einem wird produziert, beim anderen reduziert. Alles muß und wird gemessen, der Verbraucher kauft es ja.

Muß aber ja jeder selber wissen.

Gruß
Kai
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Alt 11.06.2015, 14:32   #3
hbmänchen
 
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Ich finde das ganze Zeugs so was von überflüssig
wenn das Becken gut bepflanzt ist und der Besatz stimmt (also nicht bis zum Anschlag voll ist ) auch noch Schnecken im Becken vorhanden sind (die halten den boden sauber durchpflügen ihn und fressen alles was da so vor sich hin gammelt
regelt sich doch alles wie von selbst
ich halte von dem ganzen Zeugs einfach nichts
Begründung : habe ich keine ist halt so meine Erfahrung das es da nur um das Geld machen der Hersteller und Geschäfte geht
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Alt 11.06.2015, 16:54   #4
friedel 60
 
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Hallo ehrlich gesagt ich kann mich Kai und Roland nur anschließen ist es nicht wert im Netz
zu suchen.
mfg friedel
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Alt 23.06.2015, 17:15   #5
Familion
 
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Moin,

vor mehreren Monaten gab es in einem Scaping-Forum dazu mal einen Erfahrungsbericht, der aber zu keinem eindeutigen Ergebnis kam. Immerhin sollte eine Suche aber etwas zutage fördern (nicht als Kritik gemeint).

Zu den chemischen Reaktionen kann ich nichts fundiertes beitragen, würde aber deinen Ausführungen zustimmen. Chemische Vorgänge lassen sich schließlich nicht betrügen, bei gegebenen Ausgangsstoffen kommen bestimmte Produkte heraus. Vermutlich sind die Herstellerangaben schlicht unvollständig.

Persönlich glaube ich, dass das ganze zwar schon irgendwie funktioniert, aber letztlich in der großen Mehrzahl keinen nennenswerten Nutzen bringt. Natürlich lasse ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

Zum Thema Keimfreiheit würde mir übrigens als erstes eine UV-Lampe einfallen - die ist nahweislich effektiv und bewährt.

Gruß,
Familion
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Alt 10.07.2015, 20:53   #6
Jupet
 
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Hallo Ynnad,
ich habe den Twinstar Nano seit ca. 2,5 Monaten im Einsatz.
Mein Becken hat brutto 250 L, netto ca. 200L.
Ich hatte Anfang des Jahres ein voll bepflanztes gut laufendes Becken. Pflanzen und Fische waren top. Doch irgendwie habe ich mir Algen eingefangen. Erst ein Paar wenige Pinselalgen, dann bildeten sich überwiegend an meinen Javamoos Fadenalden. Nach ein paar Tagen wurden es täglich mehr. Ich unternahm alles mögliche um sie zu bekämpfen.
Ich habe sogar das Becken mit Aspirin behandelt, hatte ich in einen Forum gelesen.
Dann zum guten Schluss kam die Radikalkur, alles raus, Pflanzen, Wuzeln Bodengrund.
Dann alles neu, einschließlich eines Twinstar Nano.
Ich habe wiederum ein Becken, das sowohl Fische und Pflanzen in guten Zustand zeigt.
Leider bildeten sich Algen an den Scheiben usw. wie bei jedem. Der Twinstar zeigte keine positive Änderung, einzig das Wasser war immer (nicht nur bei aktiven Phasen) leicht milchig trüb. Ich habe WW vorgenommen, den Fliter gereinigt, und das alles mehrmals die Woche, nach einem Tag war es wieder trüb. Gestern entschloss ich mich ein neues Mittel zu probieren " Amtra Clean Procult).
Heute sollte es gekauft und angewandt werden. Haben aber Gestern Abend aus dem Gefühl heraus den Twinstar abgeschaltet und siehe da heute Morgen war das Wasser kristallklar.
Ich habe nun keine Erklärung dafür aber Du fragtest ja nach Erfahrungen. Gruß Jürgen
Jupet ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.07.2015, 21:03   #7
Flarezader
 
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Nabend.

Die effektivste Methode den Keimdruck in einem Aquarium zu reduzieren ist m.M.n. die Besatzdichte zu reduzieren bzw. zu optimieren.

Oder aber die Häufigkeiten der Wasserwechsel eben zu erhöhen.

Bei Algenproblemen die hier angesprochen wurden den Filter mehrmals die Woche zu reinigen halte ich für sehr problembehaftet, bei jeder Reinigung gehen viele der Nutzbakterien verloren, da wundert es also nicht, dass daß Wasser auf Dauer trüb blieb.

Wenn die Beleuchtung an sich (Wattage etc.) optimiert ist und auch die Dauer optimal ist, würden eher andere Gründe dafür sprechen, dass es zu einer starken algenbildung kommt (Sonnenlicht, Nitrat, Phosphat etc.).

Da würde es wohl eher helfen, die Wasserwerte überprüfen zu lassen. Auch eine Anfrage beim örtlichen Wasserwerk kann Aufschluss darüber geben, welche Inhaltsstoffe das Wasser besitzt was aus der Leitung kommt.

LG
Flarezader ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2015, 17:28   #8
Ynnad
 
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So habe Twinstar nun fast 2 Monate laufen und bin sehr zufrieden. Das Wasser ist klar und die Algenneubildung ging stark zurück. Zudem Vermehren sich die Fische nun wie wild. Vorher war der Platy-Nachwuchs eher mässig, mittlerweile kann man sie kaum noch zählen. Auch die Albino-Welse laichen regelmässig ab und es gab nun nach unzähligen Fehlversuchen auch endlich Antennenwels-Nachwuchs.

Ich gebe hier jedem Recht der, der sagt dass man ein solches Gerät nicht unbedingt braucht. Es ging ja auch Jahrzehnte und mehr ohne. Nur war ich bissl entsetzt als ich für mein Studium einen Fachartikel über die Keimbelastung in Aquarien gelesen habe. Zudem hatte ich dann Weißpünktchenkrankheit was ja gut zu behandeln ist, jedoch mit jeden zweiten Tag 50% Wasserwechsel bei 500l doch sehr nervig. Deswegen dachte ich mir ich versuch das Gerät und bin halt echt sehr angetan.

Trübes Wasser habe ich überhaupt nicht. Ich könnte mir vorstellen dass bei harten Wasser sich Calciumsalze bilden die schwer löslich sind und dadurch das Wasser trüb wird. So haben auch einige über ein schnelles verkalken geklagt. Jedoch ist unser Wasser eher weich.

Was davon mit dem Gerät zusammenhängt, kann man wohl nicht genau sagen. Auf jedenfall geht es allen Fischen sehr gut.

gruss Ynnad
Ynnad ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2015, 17:39   #9
Ynnad
 
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Hab ich eben erst gelesen, sorry.

Zum Thema UV-Klärer: diesen wollte ich mir zuerst holen bis ich ja zufällig auf Twinstar gestoßen bin und als Chemiker, das Prinzip super finde.
Übrigens ist es mal wieder nichts anderes als eine Kopie der Umwelt, da in der Atmosphäre, das sich bildende OH Radikal als natürliche Kläranlage dient.

Auch habe ich viele meiner Fragen sowohl von Twinstar, als auch von meinem ehamilgen Professor beantwortet bekommen.

So lange man kein Meerwasser-Aquarium für den Einsatz verwendet und nicht durch Aufsalzung die Härte erhöht, werden keine schädlichen Substanzen gebildet.

Ich persönlich könnte mir gut vorstellen, dass dieses Produkt mit etwas Zeit und mehr "Testern" eine gute Alternative zu einem UV-Klärer darstellt. Mir war es zu umständlich weil ich für mei AQ mit der Pumpleistung den Auslauf hättevSplitten müssen ....

Gruss
Ynnad ist offline   Mit Zitat antworten
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