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Alt 20.01.2016, 14:24   #1
firewitch
 
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Standard Ph-Wert auf Talfahrt

Hallo Leute,

mal eine Verständnisnachfrage:

Ich verwende in meinem Aquarium Osmosewasser, welches ich aufhärte. I.d.R. habe ich als Werte
pH 6,5
KH 3
GH 6

Bislang hat das auch immer gut hingehauen, alles lief stabil. Anfang Dezember habe ich das Becken neu eingeräumt, mehr Wurzeln (Mangrovenholz) eingebracht und einen neuen, größeren Außenfilter besorgt.

Weil ich bei einem Polypterus den Verdacht hatte, er habe Verdauungsprobleme gab ich vorigen Donnerstag Bittersalz in´s Becken, was die Tiere nicht gestört hat. Im Gegenteil - meine Jungs waren auf einmal am Balzen und Paaren, was das Zeug hielt. Der Leitwert ist - wie erwartet - von 116 auf 216 angestiegen, sonst blieb alles gleich.

Sonntag Abend sind mir meine Buschfische erstaunlich ruhig vorgekommen und ich habe sicherheitshalber mal den pH-Wert kontrolliert - lag bei 6,0. Gut, vielleicht lag es an der Neueinrichtung und ich habe beim Wasserwechsel ein bisschen wenig Aufhärtemittel erwischt. Konnte ich mir zwar nicht vorstellen, aber gut. Als ich gestern am späten Nachmittag nochmal auf die Anzeige gesehen habe war der Wert auf einmal bei 4,8 - der Tröpfchentest konnte nichts mehr anzeigen, bei 5,0 ist da Sense.
GH und KH waren nicht nachweisbar. Als erste Maßnahme habe ich die Hälfte des Wassers mit unserem Beton-Leitungswasser (pH 8, KH 16 - GH interessanterweise 14...) verschnitten. Seitdem sind die Werte stabil, die Fische nicht auffällig.

Mich wundert jetzt, wo meine Wasserhärte hingefallen ist. Kann mir wer weiterhelfen? Ist da das Bittersalz (welches ich schon früher mal zum Aufhärten verwendet habe) dran schuld, die Wurzeln, dass das Becken nach einem Monat noch nicht eingefahren sein kann, hat der neue größere Filter die Härte bei der Nitrifikaiton aufgespalten oder der nicht großartig ausgewaschene übernommene Bodengrund mit Mulm...? TWW findet bei mir wöchentlich 50% statt, gefüttert werden meine Räuber im Normalbereich.

Lieben Gruß vom sonnigen Lech
Eva-Maria
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Alt 20.01.2016, 17:03   #2
Heikow
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Moin,

ich bin zwar kein Chemiker, aber meine zu erinnern, dass Bittersalz das Salz der Schwefelsäure ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass dieses in unserem Garten früher immer ins Beet gestreut wurde, um den Boden anzusäuern. Säure knackt die KH. Damit würde das passen...

LG

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Alt 20.01.2016, 17:43   #3
Dennis Furmanek
 
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Hallo,

Bittersalz ist die Trivialbezeichnung für Magnesiumsulfat MgSO4.
Es ist also ein Magnesiumsalz der Schwefelsäure. Auf den pH-Wert hat es aber keinen Einfluss.

Möglich wäre eine Ausfällung von Härtebildnern in Form von organischen Salzen der organischen Säuren aus dem Wurzelholz.
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Alt 20.01.2016, 22:13   #4
firewitch
 
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Hi,

Heikow, was gegen die Theorie spräche ist, dass ich vor dem Einsatz meiner jetzigen Aufhärteprodukte die Kombi Bittersalz/Natron (also Magnesiumsulfat und Natriumhydrogencarbonat) verwendet habe. Was wunderbar funktioniert hat. MgSO4 ist für das Anheben der GH zuständig, NaHCO 3 für die KH. Würde Bittersalz die KH aufspalten hätte das mit dem Aufhärten wohl nicht geklappt.

So zumindest meine Logik - lasse mich aber gerne eines Besseren belehren!

Dennis, die Wurzeln würden für mein laienhaftes Verständins sinnvoll klingen. Ich habe wegen des Bittersalzes vergangenes Wochenende keinen Wasserwechsel durchgeführt. Somit könnte sich ein Effekt, den ich durch sonst regelmäßige TWW unterdrückt/vermieden habe, verstärkt haben. Zwar wurden die Wurzeln fast drei Wochen gewässert, aber bei der Menge fällt das wohl kaum in´s Gewicht. Vorwiegend sollten die Dinger ja auch unten bleiben. Allerdings blieb eine Braunfärbung des Wassers aus - können Huminsäuren trotzdem gewirkt haben?

Worüber ich bei meiner Internetsuche gestolpert bin ist diese Aussage:

Zitat:
Wenn jedoch der pH-Wert im Aquarium stetig sinkt, dann ist das ein Anzeichen dafür, daß die Nitrifkation, also die bakterielle Umwandlung des von den Fischen ausgeschiedenen Ammoniaks zu Nitrat, mehr Nitrat liefert, als die nitratzehrenden Prozesse im Aquarium aufnehmen können. Im Endeffekt knackt dabei die bei der Nitrifikation entstehende salpetrige bzw. Salpetersäure die KH und senkt den pH-Wert. Nitratatmung und die Aufnahme von Nitrat durch die Pflanzen wirkt dem entgegen.
Quelle: http://www.aquaristik-live.de/wasser...kt-t83717.html

Würde ich das auf mein Becken anwenden, dann ergäbe das auch etwas Sinn. Durch den neuen Außenfilter und leicht gespülten vorhandenen Boden habe ich ja noch nicht wieder die gleiche Menge an "praktischen" Bakterien wie vor dem Neuaufbau. Ebenso habe ich wesentlich weniger Pflanzenmasse als davor im Becken.

Allerdings müsste ich dann ja mehr Nitrat messen können (was ich noch nicht getestet habe), oder?



Lieben Gruß
Eva-Maria
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Alt 20.01.2016, 22:16   #5
Dennis Furmanek
 
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Hallo,

Zitat:
Allerdings müsste ich dann ja mehr Nitrat messen können (was ich noch nicht getestet habe), oder?
Ja. Pro 1°d gesunkener KH steigt die Nitrat-Konzentration um etwa 22 mg/l
Dennis Furmanek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.01.2016, 22:35   #6
firewitch
 
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Hiho,

Mist! Dann hätte ich vor dem Wasserwechsel noch den Nitratwert messen sollen... Jetzt wird das Absinken des pH-Wertes wohl nicht mehr so schnell passieren können. Durch das Leitungswasser ist meine KH bei 8 und damit ein Puffer. Und meine regelmäßigen Wasserwechsel tun ihr Übriges. Wobei wohl selbst jetzt noch genug Nitrat vorhanden sein sollte (?) - mehr als nach einem 50%-Wasserwechsel ohne Düngung.

Nachdem die KH für den Tropfentest nicht mehr nachweisbar war - hätte der pH-Wert noch weiterfallen können, wo doch nichts "Spaltbares" mehr vorhanden war? Oder wäre die Folge dann ein pH-Sturz gewesen?

Spannende Sache das...

LG
Eva-Maria
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Alt 20.01.2016, 23:14   #7
Dennis Furmanek
 
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Hallo,

spaltbares Material wirst du wohl nicht im Aquariumwasser haben. Wahrschienlich wird sich der pH-Wert spätestens bei etwa pH 4 - 4,5 fangen, weil hier die organischen Säuren wie Fulvosäuren selbst puffern.
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