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Alt 23.04.2016, 11:13   #1
Activia_14
 
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Standard Tierquäler, weil zu weiches Wasser?

Hallo zusammen,

wir sind nun seit 2014 Aquarianer und bei weitem sicherlich noch nicht auf dem Wissens- und Erfahrungsstand, wie einige langjährige Aquarianer hier.

Wir waren letztens im Aquarium-Fachhandel, um Futter usw. nachzukaufen. Unsere Kinder sahen sich die Fische an, was ja bei dem enorm großen Angebot auch sehr interessant ist. Unsere Tochter kam mit einer Angestellten ins Gespräch, die uns dann gleich auch Fische verkaufen wollte. Wir erklärten unserer Tochter, dass der Besatz aktuell ausreichend sei. Da unsere Tochter (8) sich sehr für die Fische interessiert, hat sie natürlich auch einige Begriffe aufgeschnappt, die sie sehr gern mit der Verkäuferin geteilt hat Als wir dann letztendlich zu diesem Gespräch hinzukamen, fragte uns die Verkäuferin "ihre Tochter hat erzählt, dass sie Platys und Mollys in ihrem Aquarium halten. Und dass der KH nur bei 5 liegt?" --- wir bejahten diese Frage und sie meinte daraufhin in einem forschen Ton "das ist schon fast Tierquälerei, da diese Fische ganz andere Wasserwerte brauchen. Die gehen ihnen doch elendig zugrunde! Welcher Laden ohne die zugehörige Fachkenntnis hat ihnen diese Tiere verkauft?"
Nun - die Antwort konnten wir ihr geben "IHRE KOLLEGIN im letzten Jahr! - hier in diesem Laden!"
Sie war entsetzt, denn sie findet es unverantwortlich, Platys und Mollys in "TOTAL FALSCHEM WASSER ZU HALTEN"

Nun mal meine Frage: Sind wir wirklich Tierquäler? Mit Sicherheit hätten wir uns selbst noch mehr informieren müssen, bevor wir neue Fische kaufen, aber wir waren uns einige, dass es keine Neonsalmler bzw. Kupfersalmler mehr werden sollten. So hatten wir uns darauf geeinigt, uns im Fachhandel zu informieren und dann vor Ort zu entscheiden Die Entscheidung fiel dann auch aufgrund der Farbenpracht auf Platys. Vor dem Kauf unterhielten wir uns auch über die Wasserwerte mit der Angestellten und es kam kein Veto oder eine Ablehnung von ihrer Seite.

Unsere Wasserwerte waren - bis auf einen Nitritpeak in der Anfangsphase - eigentlich immer sehr stabil. Wir testen mittels Tropfen-Test von JBL (haben den Testkoffer). Im September 2015 ist uns die Wasserpestpflanze kaputt gegangen und wir haben sie ersetzt (ebenfalls Wasserpest). Zudem haben wir ein bisschen gelben Aquariumkies dazugetan (zuvor hatten wir nur roten und grünen drin). Bitte nicht wundern, dass ich das nun so genau mit den Farben schreibe, aber genau seit dieser Zeit sind die Wasserwerte schwankend. An dieser einen Pflanze kann doch dies nicht liegen, da wir sie ja ersetzt haben.

Die Werte vor dem Wechsel der Pflanze und den Steinen:

KH 7-8
ph 7,5
N02 <0,01
Fe 0,1
Co2 zwischen 8 und 12 (lt. Tabelle auf den JBL-Bögen)

Aktuell liegen die Werte folgendermaßen:

GH 8
KH 5-6
ph 7,2-7,6
No2 <0,01
Fe 0,1
Co2 zwischen 6 und 15 (lt. Tabelle)

Wir haben hier vor Ort generell sehr weiches Wasser! Die Werte des Leitungswassers (aktuell von uns gemessen):

GH 7
KH 6
pH 7,4

Veröffentlicht sind von unserer Gemeinde folgende Werte:

GH 7
pH 8,24

Unseren Fischen geht es super. Sie sind sehr aktiv, fühlen sich wohl und schwimmen munter vor sich hin. Sie vermehren sich sogar. Aktuell haben wir Molly- und Platy-Nachwuchs (je 1x), die sich auch sehr gut entwickeln und mit jetzt knapp 6 Wochen schon sehr gut integriert sind. Sie fressen regelmäßig (2x täglich). Schnecken sind nur ganz wenige mal im Aquarium zu finden. Algen lagern sich dafür an der Deko ab (und ganz wenige an den Scheiben). Beleuchtung ist auch mittels Zeitschaltuhr geregelt, damit die Zeiten stimmen und auch für die Fische ein geregelter Rhythmus vorhanden ist.

Komischerweise sind uns im letzten Jahr die Salmler nach und nach immer wieder verstorben. Deshalb auch der Wechsel.

Alles in Allem wäre doch nur der Co2-Wert zu niedrig (auch lt. Tabelle), aber dieser ist ja von pH und KH abhängig. Müsste ich da jetzt noch z.B. über ein Co2-Starter-Set (mit Brausetabletten) was zugeben? Oder lassen wir einfach alles, wie es ist, so lange die Fische sich wohlfühlen und die Algen nicht überhand nehmen?

Wir sind irgendwie verunsichert.

Im Voraus schon einmal herzlichen Dank fürs Lesen und einen schönen Sonntag!

Silke
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Alt 23.04.2016, 11:28   #2
Heikow
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Hi Silke,

entspann Dich!

Mollys und Platys mögens eher etwas Ionenreich. Das ist schon richtig. Das kann man aber sehr einfach und effektiv mit etwas Kochsalz bewerkstelligen. Gib mal beim nächsten Wasserwechsel ca. 0,5g Spülmaschinensalz (Spülmaschinensalz ist ohne Trennmittel, Jod, Fluor etc) pro Liter Beckenvolumen dazu. Mehr würde ich nicht nehmen, denn ein zu viel an Salz vertragen Pflanzen nur sehr schlecht.

Wenn Du es noch etwas aufhärten möchtest, könntest Du ansonsten beim nächsten Supermarktbesuch mal ne Packung Natron mitnehmen. 3 Gramm davon auf 100 Liter erhöhen die Karbonathärte um 1°

Ich hab meine Mollys und Platys jahrelang bei KH/GH 8/9 gehalten. Ich kann den ganzen Hype um hartes Wasser für diese Arten nur bedingt nachvollziehen.

LG
Heiko

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Alt 23.04.2016, 19:00   #3
Hugolinchen
 
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Standard

Hallo, sehr weich ist jetzt relativ ... also meine Erfahrung ist eher folgende: Mollys kommen ursprünglich aus dem Brackwasser und dort ist das Wasser auch härter. Aber wenn man jetzt beim Zooladen um die Ecke Mollys kauft so sind sie ja das Wasser gewöhnt und nachdem die Mollys und Platys bei euch ja schon ein Jahr sind sehe ichs echt nicht als Tierquälerei an.
Salzzugabe lieben Lebendgebärdende allgemein, wenn ihr also nur die Platys und Mollys im Aquarium habt wäre der Vorschlag von Heiko sicher gut.

Den Hype mit hartem Wasser bei Mollys verstehe ich auch nicht so recht ...
Lg

Danke: (1)
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Alt 23.04.2016, 19:41   #4
Schneckinger
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Hi Silke,

zwar mögen Platys und vor allem Mollys nach meiner Erfahrung tendenziell eher hartes und alkalisches Wasser.

Deine Werte sind aber definitiv keine Tierquälerei.

Für die Platys (die auch SEHR anpassungsfähig sind) passt das Wasser auf jeden Fall. Sowohl was die KH und GH als auch was den PH angeht.

Die Mollys hätten es tendenziell wahrscheinlich gern etwas härter. Aber viel wichtiger ist hier in meinen Augen, dass der PH über 7 liegen sollte. Auf keinen Fall deutlich UNTER 7.

Problematisch ist "zu" weiches Wasser bei Mollys in erster Linie in der Eingewöhnungsphase. Wenn sie -wie bei Dir- über ein Jahr putzmunter und ohne Ausfälle überstanden haben, sollten sie auch weiter mit Deinem Wasser zurecht kommen :-)

Heikos Tip mit der Salzzugabe würde ich (auch in dieser Dosierung) voll zustimmen. Vorausgestzt es schwimmen nicht doch noch andere Fische im Becken, die gar kein Salz mögen.

Zu meinen persönlichen Erfahrungen mit Mollys habe ich mich übrigens hier:
http://www.zierfischforum.info/fisch...cilia+sphenops
schon einmal etwas ausführlicher geäussert.

Tschüß,
Schneckinger

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Alt 23.04.2016, 22:46   #5
Sonnentänzerin
 
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Hallo Silke, herzlich willkommen

Eine meiner jungen Platygruppen (maculatus, wenig Teilblut von helleri) lebt seit Jahren bei einem Kollegen bei ca 5 KH und 7-8 GH.
Das Eingewöhnen von meinem damals harten Wasser haben wir langsam vorgenommen. Somit alles super.

Bei MOLLYS sollte man unterscheiden:
Ein Blackmolly toleriert sicher weicheres Wasser, beim SILBERmolly dagegen halte ich es für nicht angemessen, da es IMMER Hybriden sind, un zwar mit sehr viel Segelkärpflingblut.

Das ist MEINE Ansicht dazu.

Ein Kompromiss ist auch die Temperatur.
Ich halte selbst beide Arten in einem Becken (und härte auf)
Meine Temperaturen schwanken absichtlich zwischen 24 und 29°C,
mit natürlicher Nachtabsenkung.

Bei allen Mollys würde ich nicht zu tief gehen, der Platy verträgt auch wesentlich höhere Temperaturen, allerdings entspricht es eben nicht seinem Lebensraum und er alter dann zu schnell.

Also: wenn bei euch beide Fischarten schon lange leben, dann ist doch alles prima.

Gruß Sonne

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Alt 24.04.2016, 04:07   #6
red bull
 
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hallo ich schmeiss mal auch meinen Senf in die Runde!

also generell vertragen Hartwasserfische (Mitttelamerikanische und Afrikanische usw.) nach dementsprechender Eingewöhnung auch ph werte um die 7 noch einigermaßen gut aber schlechter drunter.
Umgekehrt
Weichwasserfische ( Südamerika ) dagegen höhere ph werte im höhren Alk. bereich nicht mehr.

MBWUG


Mfg Nobby

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Geändert von red bull (24.04.2016 um 04:14 Uhr)
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Alt 24.04.2016, 13:00   #7
Heikow
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Zitat:
Zitat von red bull Beitrag anzeigen
hallo ich schmeiss mal auch meinen Senf in die Runde!

also generell vertragen Hartwasserfische (Mitttelamerikanische und Afrikanische usw.) nach dementsprechender Eingewöhnung auch ph werte um die 7 noch einigermaßen gut aber schlechter drunter.
Umgekehrt
Weichwasserfische ( Südamerika ) dagegen höhere ph werte im höhren Alk. bereich nicht mehr.

MBWUG


Mfg Nobby
Nobby, das ist erwiesenermaßen falsch.
Nur sehr sehr wenige Fische aus wirklich weichen Wässern haben Probleme in härterem Wasser. Diese aber sind für Ottonormalaquarianer eh nicht ohne weiteres zu bekommen. Alles, was man im normalen Aquaristikhandel so erhält, kommt bestens mit härterem Wasser klar. PH 8 und KH um 15 ist extrem selten nur problematisch.

Nur vergessen einige Aquarianer, insbesondere die Weichwasserfetischisten, dass hartes Wasser mit hohem PH für jegliche Mikroorganismen, also auch und insbesondere fischpathogene Bakterien, Pilze und Viren, ein deutlich besseres Millieu bietet, als saures und weiches Wasser.

Sorgt man in hartem oder alkalischem Wasser für eine gleichbleibend niedrige Keimdichte (Wasserwechsel, oder/und UV-Klärer), kann man so gut wie alle Weichwasserfische sehr gut und lange darin halten und vermehren. Die Lebenserwartung ist nicht niedriger als in weichem und saurem Wasser.

LG

Danke: (1)
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Alt 24.04.2016, 22:16   #8
Dennis Furmanek
 
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Hallo,

sowohl Xiphoporus maculatus als auch Poecilia sphenops kommen in ihrem Verbreitungsgebiet in Wässern unterschiedlicher Härtebereiche und pH-Werte vor. Im Allgemeinen sind beide Arten zwar wie die meisten Lebendgebärenden Zahnkarpfen in hartem, leicht alkalischem Wasser besser zu pflegen. Es spricht aber pauschal nichts dagegen, die Tiere auch in moderatem Weichwasser zu pflegen. Nur der pH-Wert sollte nicht deutlich unter 7 liegen.

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Alt 24.04.2016, 23:14   #9
Sonnentänzerin
 
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Hi Dennis

was aber, wenn der P. sphenops gar nicht mehr im Laden ist?

Da ja die meisten (ja, ich auch) keine Wildformen, sondern Lyra, Hybriden usw haben möchten, wird produziert, was sich gut verkauft.

Und dies ja oft im Ausland, aus Kostengründen.
Schnell, viele, sicher.

Tiere, die sich bei uns seit Längerem vermehren, halten sich oft nicht nur erstaunlich gut, sie kommen auch dauerhaft damit zurecht.

Aber schau Dir die Silbermollys mit velifera Blut in den Läden zur Zeit an...
ich konnte fast KEIN Becken finden, in dem nicht zumindest einige Tiere schon kränkelten, obwohl die Fische erst seit Kurzem angekommen waren.
Und das in äußerlich tollem Zustand. Nur schwer zu halten.
Zwei Läden sagten mir, sie können nicht einmal den Black Molly noch empfehlen und bestellen nicht mehr, da sie kaum den Weg zum Kunden überleben.

Setzt dieser solche Fische dann schlagartig in wesentlich weicheres Wasser, sind Verluste doch vorprogrammiert?

Ich konnte meine Tiere fast nur EINZELN durch die Quarantäne bringen.
Bereits zwei Silberlinge aus zwei Läden vertrugen sich schon gegenseitig nicht mehr.
Manch einen bekam ich dann recht gut rüber ins Zielbecken, andere waren und blieben Todeskandidaten.
Den Rest bekam ich nur wieder hoch durch wirklich horrende Salzugaben UND Aufhärtung.
Danach wochenlanges Wiederabtrainieren, noch heute härte ich im Hauptbecken auf.

Wenn ich einmal eine wirklich stabile Gruppe über Jahre bei mir habe, möchte ich ganz dezent irgendwann wieder weniger Aufhärter verschleudern. Noch bin ich aber mit den Silbermollys nicht über ein halbes Jahr hinaus. Verlustfrei.

Damalige Black Mollys erschienen mir pflegeleichter.

Gruß Sonne

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Alt 24.04.2016, 23:22   #10
Dennis Furmanek
 
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Hallo,

bei Silbermollys handelt es sich regelmäßig um Poecilia latipinna. Die brauchen Brackwasser oder hartes Süßwasser.

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Dennis Furmanek ist offline   Mit Zitat antworten
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